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Modellierung von
Anwendungskomponenten 
Eine Anwendungskomponente repräsentiert einen Teilnehmer eines Integrationsszenarios auf einer logischen Ebene. Dies beinhaltet die betriebswirtschaftlichen Aufgaben und Verantwortlichkeiten, die dieser Teilnehmer im Rahmen des Integrationsszenarios wahrnimmt.
Eine Anwendungskomponente kann zur Laufzeit auf mehreren Business-Systemen installiert sein. Die Modellierung im Integrationsszenario erfolgt aber auf der Typebene.
Beachten Sie bei der Modellierung von Anwendungskomponenten daher folgendes:
· Sind zur Laufzeit mehrere konkrete Teilnehmer zu erwarten, die folgenden Bedingungen genügen:
¡ Die Teilnehmer haben dieselbe betriebswirtschaftliche Rolle inne.
¡ Die Teilnehmer erbringen dasselbe Spektrum an Aufgaben.
¡ Die Teilnehmer haben dasselbe Produkt im Einsatz.
In diesem Fall werden die Teilnehmer durch einen logischen Teilnehmer und damit von nur einer Anwendungskomponente repräsentiert.
· Erfüllen verschiedene Teilnehmer verschiedene Aufgaben oder aber sie verwenden verschiedene Produkte oder Produktversionen für die gleichen Aufgaben, dann werden sie von verschiedenen Anwendungskomponenten repräsentiert.
· Erfüllen verschiedene Teilnehmer dieselben Aufgaben, und können deren Produkte nicht spezifiziert werden, dann genügt ebenfalls die Verwendung einer Anwendungskomponente (vom Typ Vorlage) für diese Teilnehmer.

Im Beispiel-Integrationsszenario SingleFlightBooking (Softwarekomponente SAP BASIS) wird das Reisebüro mit verschiedenen Fluggesellschaften zusammenarbeiten. Da alle Fluggesellschaften aber dieselben Aufgaben innerhalb des Integrationsszenarios wahrnehmen und deren Produkte nicht näher spezifiziert wurden, werden sie als eine Anwendungskomponente mit der Rolle Airline modelliert.
Durch die Rolle wird auf einer semantischen Ebene beschrieben, für welchen Aufgabenbereich die Anwendungskomponente verantwortlich ist.
Beachten Sie folgende Konventionen:
· Vergeben Sie betriebswirtschaftlich aussagekräftige Namen für die Rollen. Verfassen Sie diese sprach-abhängig.
· Sind mehrere Geschäftspartner am Integrationsszenario beteiligt, sollten die Rollen die Geschäftspartner beschreiben.

Beispiel: Kunde und Hersteller
· Ist ein Geschäftspartner durch mehrere Anwendungskomponenten unterteilt, dann sollten zusammengesetzte Rollen verwendet werden.

Beispiel: Hersteller – Kundenmanagement und Hersteller – Produktion
· Läuft das gesamte Integrationsszenario nur innerhalb eines Geschäftspartners ab, muss dieser in den Rollen nicht unbedingt aufgenommen werden.

Beispiel: Kundenmanagement und Produktion
Durch den Typ der Anwendungskomponente geben Sie an, welches Softwareprodukt im Einsatz ist, um die Aufgaben der Anwendungskomponente zu erfüllen.
Es gibt folgende Typen von Anwendungskomponenten:
· Hauptinstanz
· Produktversion
· Vorlage
Wählen Sie für die Anwendungskomponente den Typ Hauptinstanz oder Produktversion, wenn folgende Bedingungen zutreffen:
· Sie wissen zur Designzeit, welche Hauptinstanz oder Produktversion die Aufgaben der Anwendungskomponente erfüllt.
· Diese Hauptinstanz oder Produktversion ist im System Landscape Directory definiert.

Beispiele für Produktversionen sind SAP APO 3.0 oder SAP R/3 4.6C.

Eine Hauptinstanz ist eine Gruppe von technisch voneinander abhängigen Software-Komponentenversionen, die auf einem einzigen Server installiert und betrieben werden. Eine Hauptinstanz repräsentiert die kleinste nicht mehr teilbare Einheit innerhalb einer Systemlandschaft. Eine Anwendungskomponente in einem Integrationsszenario repräsentiert zur Konfigurationszeit und zur Laufzeit ein System. Verwenden Sie daher standardmäßig Hauptinstanzen. Denn diese repräsentiert die auf einem System installierten Software-Komponentenversionen. Nur in dem Fall, in dem ein Produkt aus genau einer Hauptinstanz besteht, können Sie auch eine Produktversion verwenden.
Wählen Sie für die Anwendungskomponente den Typ Vorlage, wenn folgende Bedingungen zutreffen:
· Sie wissen zur Designzeit nicht, welche Produktversion die Aufgaben der Anwendungskomponente erfüllen wird.
· Es handelt sich um ein Nicht-SAP-Produkt, das nicht im System Landscape Directory definiert ist.
Siehe Modellierung von Integrationsszenarien allgemein (Abschnitt Modellierung von Business-to-Business (B2B)-Kommunikation).
Siehe Modellierung von Integrationsszenarien allgemein (Abschnitt Einbinden von Ausführbaren Integrationsprozessen (ccBPM)).
Mit dem erweiterten Namen können Sie das Produkt näher beschreiben. Sie können diesen z.B. dazu verwenden, um
· einen kleineren Funktionsbereich eines Produkts anzugeben.

Für eine Anwendungskomponente mit der Produktversion SAP R/3 4.6C kann der erweiterte Name SAP FIN vergeben werden, um auszudrücken, dass der Teilbereich Financials in diesem Integrationsszenario von Interesse ist
· den Produktnamen anzugeben, wenn es sich um eine Vorlage handelt.
Bei der Konfiguration eines Integrationsszenarios werden Anwendungskomponenten auf eine bestimmte Systemlandschaft (Services) abgebildet. Abhängig vom Typ und weiteren Attributen der Anwendungskomponente „passen“ bei der Konfiguration zur Anwendungskomponente unterschiedliche Service-Typen:
· Eine Anwendungskomponente vom Typ Hauptinstanz/Produktversion wird auf einen oder mehrere Business-Systeme abgebildet.
· Eine Anwendungskomponente vom Typ Vorlage kann auf unterschiedliche Service-Typen abgebildet werden.
· Eine Anwendungskomponente, der ein Integrationsprozess zugeordnet ist, wird auf einen Integrationsprozess-Service abgebildet.
· Eine Anwendungskomponente mit dem Kommunikationstyp Externer Partner mit B2B-Kommunikation wird auf einen Business-Service abgebildet.
Siehe auch: