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Hintergrunddokumentation Delta-Extraktion

Die Delta-Extraktion ermöglicht es Ihnen, nur die Daten ins BW zu laden, die sich seit dem letzten Extraktionszeitpunkt geändert haben. Bereits geladene, unveränderte Daten bleiben erhalten und müssen vor einem erneuten Ladevorgang nicht gelöscht werden. Durch dieses Vorgehen können Sie die Performance verbessern im Vergleich zur periodischen Extraktion des Gesamtdatenbestandes.

Ermittlung des Delta-Datenbestandes

Die Ermittlung eines Delta-Datenbestandes erfolgt durch die Auswahl von CO-Einzelposten über den Zeitstempel (COEP-TIMEST). Der Zeitstempel gibt den Zeitpunkt an, ab dem ein Delta-Datenbestand ermittelt wird. Das SAP R/3 protokolliert immer jeweils zwei Zeitstempel, die ein Selektionsintervall abgrenzen pro DataSource (Datenbestand im SAP R/3 oder einem anderen Quellsystem) und Fortschreibungsmodus.

Folgende Fortschreibungsmodi werden unterschieden:

Fortschreibungsmodus

Erklärung

Delta Init

Ermittlung des Anfangsbestandes; pro DataSource mit erweiterten Selektionskriterien mehrmals möglich

Delta Update

Ermittlung und Laden des Delta-Datenbestandes

Full Update

Ermittlung und Laden des Gesamt-Datenbestandes; bei wiederholtem Laden, müssen Sie vorher die Daten im BW löschen

In den Fortschreibungsmodi Delta-Update und Delta Init wird die Aktualität der Daten durch die Verbuchungszeit eines Einzelpostens begrenzt:

Da das SAP R/3 zur Verbuchung von Einzelposten eine bestimmte Verbuchungszeit benötigt und den Zeitstempel bereits zum Beginn der Verbuchung eines Einzelpostens setzt, kann eine Abweichung zwischen Verbuchungszeitpunkt und Zeitstempel entstehen. Die Einzelposten, die im Zeitraum dieser Abweichung liegen, also noch nicht auf der Datenbank verbucht wurden, können bei der Erstellung eines Delta-Datenbestandes nicht selektiert und somit nicht ins BW geladen werden.

Diese Grafik wird im zugehörigen Text erklärt

Durch die Vorgabe einer Sicherheitszeit (die Zeit, in der Einzelposten sicher verbucht werden) wird sichergestellt, dass Einzelposten trotz der Abweichung zwischen Zeitstempel und Verbuchungszeitpunkt extrahiert und ins BW geladen werden. Als Standardwert für die Sicherheitszeit sind zwei Stunden eingestellt.

Empfehlung

Verringern Sie den Standardwert der Sicherheitszeit nur dann, wenn Sie sicherstellen können, dass Ihr System innerhalb dieser neuen Sicherheitszeit alle Einzelposten auch sicher verbuchen kann.

Sie können die Sicherheitszeit mit dem View BWOM2_V_SAFETY im OLTP-System folgendermaßen einstellen:

·        Pro DataSource sind unterschiedliche Sicherheitszeiten in Minuten möglich.

·        Eine Sicherheitszeit ohne Bezug zu einer DataSource gilt für alle DataSourcen, für die Sie keinen speziellen Eintrag gepflegt haben.

Für die CO-Einzelpostentabelle COEP wird bereits ein Datenbankindex (Index 4) über den Zeitstempel (COEP-TIMEST) ausgeliefert. In der Standardauslieferung ist dieser Zeitstempel inaktiv. Bei Performanceproblemen können Sie durch Aktivierung des Index 4 die Performance der Datenextraktion verbessern.

Achtung

COEP Einzelposten können nach dem Anlegen bis auf den Belegtext nicht mehr verändert werden. Das Feld COEP-TIMESTMP wird bei einer Änderung des Belegtextes im SAP R/3 nicht aktualisiert. Geänderte Belegtexte können daher nicht per Delta-Extraktion an das BW übertragen werden.

Im Fortschreibungsmodus Full Update kann das System keine CO-Einzelposten über den Zeitstempel auswählen. Alle zur DataSource passenden und in den Selektionen des InfoPackages ausgewählten Einzelposten werden ins BW übertragen. Ein anschließendes Delta-Update ist nicht möglich, da kein Zeitstempel protokolliert wird.

Bei den Obligos werden, anders als bei den Kosten, die Einzelposten nicht nur einmalig erzeugt und dann nie mehr geändert, sondern laufend geändert (wenn das Obligo abgebaut wird). Aus diesem Grund reicht es nicht, nur die neu gebuchten Sätze in das BW zu extrahieren, sondern es müssen alle geänderten Sätze extrahiert werden und das Delta zu der bereits extrahierten Version des Satzes bestimmt werden. Diese Deltabestimmung erfolgt in den ODS-Objekten im BW. Die Obligoextraktoren extrahieren im Deltamodus also alle seit dem letzten Delta geänderten Einzelposten in der geänderten Form (After Image). Deshalb können Obligo-Einzelposten nur durch die Verwendung von ODS-Objekten analysiert werden.

Ein spezieller Fall sind gelöschte Sätze: Wenn Sätze im R/3 gelöscht werden, dann werden sie nicht mehr extrahiert. Aus diesem Grund werden die Sätze im BW nicht gelöscht. Um dieses Problem zu lösen, werden, sobald erstmals ein Delta-Init durchgeführt wurde, im R/3 alle gelöschten Obligo-Einzelposten in einer speziellen Tabelle (COOI_PI) fortgeschrieben und diese Tabelle wird mit extrahiert.

Reduzierung der Felder in der Transferstruktur

Sie können pro InfoSource und Quellsystem eine Transferstruktur im BW definieren. Die Transferstruktur enthält die Felder, die Sie mittels Übertragungsregeln selektiert haben, um die entsprechenden Daten in das BW zu laden.

Der Transferstruktur im BW steht die Extraktstruktur im SAP R/3 oder einem anderen Quellsystem gegenüber. Die Extraktstruktur enthält die maximal mögliche Anzahl Felder, zu denen Sie Daten aus einem Quellsystem extrahieren und ins BW laden können.

Diese Grafik wird im zugehörigen Text erklärt

Empfehlung

·         Um eine bessere Performance zu erreichen und die Übertragungszeit vom Quellsystem ins BW zu minimieren, sollten Sie Folgendes beachten:

·         Prüfen Sie, welche Felder der Extraktstruktur Sie unbedingt für Ihre Berichte benötigen.

·         Nehmen Sie nur diese Felder in die Transferstruktur auf.

·         Wenn die von SAP ausgelieferten Transferstrukturen und InfoSources Ihren Anforderungen nicht genügen, sollten Sie diese zunächst kopieren und dann Ihre Änderungen vornehmen. Alle delta-update-fähigen DataSources sind als Grundlage für die Definition eigener, neuer InfoSources gedacht.

·         Wenn Sie nur aggregierte Daten anzeigen möchten, sollten Sie die Felder Belegnummer, Buchungszeile und Belegzeilentext nicht in Ihre Transferstruktur aufnehmen.

Ist- und Plandaten in denselben InfoCube laden

Sie können Ist- und Plandaten in denselben InfoCube laden. Dabei kombinieren Sie Daten aus delta-update-fähigen InfoSources und full-update-fähigen InfoSources miteinander.

SAP stellt für Istdaten InfoSources zur Verfügung, die Delta-Datenbestände enthalten, d.h. delta-update-fähig sind. Für folgende Daten ist nur ein Full-Update möglich:

·        Planwerte

·        Anzahlungen

·        Gesamtplanwerte

·        Abweichungen

·        Abgrenzungen

Hinweis

·         Wenn Sie Ist- und Plandaten in denselben InfoCube laden, müssen Sie darauf achten, in den full-update-fähigen InfoSources den Werttyp (0VTYPE) beim Aufbau eines InfoPackages einzuschränken. Dadurch verhindern Sie, dass aus diesen InfoSources Istdaten mitgeladen werden und somit doppelt im InfoCube vorhanden sind.

Die Istdaten können Sie aus den delta-update-fähigen InfoSources laden. Auf diese Weise ersparen Sie sich das Löschen bereits vorhandener Istdaten im BW.

·         Wenn Sie Ist- und Plandaten in verschiedene InfoCubes laden möchten, z. B. in einen InfoCube Ist- und in einen InfoCube Plandaten, so sollten Sie den Werttyp (0VTYPE) in den Fortschreibungsregeln einschränken.

·         Delta-update-fähige InfoSources enthalten eine größere Anzahl Merkmale und liefern daher für den Werttyp Ist detailliertere Informationen als full-update-fähige InfoSources.

·         Die zusätzlichen Merkmale, die die delta-update-fähigen InfoSources für Istdaten liefern, z. B. Materialnummer, werden für Planwerte im InfoCube vom System nicht gefüllt.

 

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