Pflege der Statistik-Eigenschaften
Im Rahmen der BI Query-Laufzeit-Statistiken kann das System zu den folgenden Typen von BI-Objekten Daten sammeln:
● BEx Query
● BEx Web Template
● BEx Arbeitsmappe
● InfoProvider (mit Einschränkung)
Auf dem Bild Pflege der Statistik-Eigenschaften (Transaktionscode RSDDSTAT) können Sie die Statistik-Eigenschaften zu einzelnen Objekten sowie die Standardeinstellungen zu den genannten Objekttypen bearbeiten.

Die Pflege der Statistik-Eigenschaften eines BEx Web Template bzw. einer BEx Arbeitsmappe wirken sich lediglich auf das Erfassen der jeweiligen Frontendlaufzeiten aus. Umgekehrt wirkt sich die Pflege der Statistik-Eigenschaften für Query (bzw. InfoProvider) ausschließlich auf Laufzeiten in der Analytic Engine und im Data Manager aus. Eine vollständige Laufzeitaufzeichnung Data Manager – Analytic Engine – Frontend ist also nur dann gewährleistet, wenn die Statistik-Eigenschaften für die entsprechenden Query- und Frontendobjekte gepflegt sind.
Beachten Sie, dass das System im Rahmen der BI Query-Laufzeit-Statistiken eine große Menge an detaillierten Laufzeitdaten aufzeichnet. Die Aufzeichnung der Laufzeit eines Navigationsschrittes einer Query kann im Durchschnitt 20 – 80 Sätze je nach Statistik-Detail-Level erzeugen. Deaktivieren sie deshalb die detaillierte Laufzeiterfassung für alle Objekte, bei denen keine Performanceanalysen notwendig sind.
Vom Bild Data Warehousing Workbench gelangen Sie über Werkzeuge ® BI Statistik Einstellungen in die Pflege der Statistik-Eigenschaften.
Die verschiedenen Objekte finden Sie auf den entsprechenden Registerkarten. Über die Sortier- und Filter-Funktionen der Tabellen können Sie eine Vorauswahl der zu ändernden Objekte treffen.
...
1. Markieren Sie die zu ändernden Objekte.
2. Wählen Sie die gewünschten Einstellungen über die Auswahllisten der Einstellungen für diese Objekte. Sie können wählen, ob die Statistik an- oder ausgeschaltet sein oder die Standardeinstellung des Objekttypes („D“) gelten soll. Für Queries können Sie zusätzlich den Detail-Level der Statistik festlegen.
3.
Um die Einstellungen in die Liste zu
übernehmen, wählen Sie
Werte ersetzen.
Das System setzt das entsprechende Kennzeichen in der Spalte Geändert.
4.
Wählen Sie
.
Jedes neue Objekt hat zu Beginn die Standardeinstellung des jeweiligen Objekttyps als Statistik-Eigenschaft.
Um diese Einstellung zu ändern, wählen Sie Zusätze ® Default ändern. Sie gelangen auf ein Dialogfenster mit den aktuellen Standardeinstellungen des jeweiligen Objekttyps und können diese Werte hier ändern. Anschließend werden sämtliche Objekte dieses Typs, die in der Spalte Statistik an/aus die Einstellung „D“ haben, bei der Statistik-Erfassung entsprechend der neuen Standardeinstellung behandelt.
Eine Ausnahme von dieser Regel stellt der Objekttyp Query dar: Wenn für eine Query keine spezielle Statistik-Eigenschaft erfasst, also der Wert „D“ eingestellt ist, ermittelt das System zunächst die Statistik-Eigenschaft des InfoProviders der Query. Wenn der InfoProvider als Statistik-Eigenschaft den Wert „D“ hat, greift das System auf die Standardeinstellung der Query zurück; andernfalls verwendet es die InfoProvider-Einstellung (mit dem OLAP-Detail-Level aus der InfoProvider-Einstellung).

Eine neue Query wird angelegt. Sie hat die Statistik-Eigenschaft „D“. Die Query- Standardeinstellung ist Statistik aus. Der InfoProvider der Query hat jedoch explizit (nicht als Standardeinstellung) die Einstellung Statistik an. In diesem Falle erfasst das System für diese Query Statistik-Daten.

Diese Ableitung bezieht sich nur auf den der Query unmittelbar zugrunde liegenden InfoProvider der Query. Wenn es sich dabei um einen MultiProvider handelt, wird keine weitere Ableitung der möglicherweise verschiedenen Einstellungen aus den im MultiProvider enthaltenen InfoProvidern vorgenommen.
Für Queries gibt es zusätzlich die Möglichkeit, ein Detail-Level für die Statistik-Daten auszuwählen. Folgende Ausprägungen stehen zur Auswahl:
● 0 – Aggregierte Daten: Das System aggregiert alle OLAP-Events (außer den Events 3010 und 3100, die für die Berechnung des Query-Zählers benötigt werden) für die Query in das Event 99999. Dieses enthält alle Zeiten innerhalb der OLAP-Verarbeitung der Query kumuliert. Das System erfasst nicht die Daten aus dem Bereich Aggregation Layer der Analytic Engine.
● 1 – Nur Frontend-/Calculation-Layer-Daten: Das System erfasst sämtliche OLAP-Events, jedoch keine separaten Daten aus dem Bereich Aggregation Layer der Analytic Engine. Das System schreibt nur das allgemeine Data-Manager-Event 9000 im OLAP-Kontext sowie die Aggregatsinformationen.
● 2 – Alles: Das System erfasst sowohl sämtliche Daten aus dem Bereich Frontend und Calculation Layer als auch aus dem Bereich Aggregation Layer sowie die Aggregatsinformationen.
● 9 – Keine Daten: Das System erfasst keine Daten aus dem Bereich Frontend und Calculation Layer, auch nicht das aggregierte Event 99999. Es erfasst jedoch, je nach Einstellung, Daten für BEx Web Templates und Arbeitsmappen.

Beachten Sie bei der Auswahl des Detail-Levels, dass sehr große Datenmengen erzeugt werden, wenn das System auch die Data-Manager-Zeiten erfasst.

Ein Web Template mit vier Queries wird ausgeführt. Jede Query geht auf einen MulitProvider mit zehn enthaltenen InfoProvidern, die jeweils Daten in der E- und in der F-Tabelle haben. Auf Grund bestimmter Query-Eigenschaften wird die Query in zwei Teile gesplittet. Jeder Teil geht auf ein anderes Aggregat.
Daraus ergibt sich: 4 Queries * 10 InfoProvider * 2 Teile * 2 Tabellentypen = 160 Sätze in der Tabellensicht RSDDSTAT_DM (zuzüglich der Sätze aus dem Bereich Frontend und Calculation Layer der Analytic Engine in der Tabellensicht RSDDSTAT_OLAP).
Außer der oben beschriebenen Standardeinstellung für Queries eines InfoProvider können Sie hier für einen InfoProvider weiterhin auch die folgenden Statistik-Eigenschaften bearbeiten:
● Statistik-Daten zu Aggregate-Prozessen (Füllen, Hochrollen, Änderungslauf, Kondensieren): Sie können die Aufzeichnung an- oder ausschalten.
Die aufgezeichneten Daten finden Sie in der Tabelle RSDDSTATAGGR.
● Daten aus dem Bereich Aggregation Layer für die externe BI-Leseschnittstelle (RSDRI): Sie können die Aufzeichnung an- oder ausschalten.
Da Queries über die externe Leseschnittstelle den OLAP-Prozessor nicht durchlaufen, erfasst das System für diese Art der Anfragen nur das Event 9001 (Externe Leseschnittstelle) mit Handle-Typ EXTNim Bereich Frontend und Calculation Layer. Die Verarbeitung im Bereich Aggregation Layer unterscheidet sich jedoch nicht von der einer „normalen“ BEx Query; daher können hierfür die entsprechenden Statistiken aufgezeichnet werden.

Der Statistik-Detail-Level bezieht sich bei InfoProvidern nur auf die Standardeinstellung zu den Queries des InfoProviders, nicht auf die oben genannten Prozesse.
Die BI-Statistiken, insbesondere die Query-Laufzeitstatistiken, erzeugen eine große Menge an statistischen Daten in den BI-Statistiktabellen. Daher empfehlen wir das Laden der Query-Statistik-Daten in den technischen Content (InfoCube 0TCT_C01 - 0TCT_C03), da bei Verwendung des technischen Contents für die Query-Statistik-Tabellen ein Löschautomatismus greift, sowie das regelmäßige Löschen der Daten aus den BI-Statistiktabellen.
Automatisches Löschen von Statistik-Daten
Das Löschen von Daten der BI Query-Laufzeit-Statistik erfolgt standardmäßig bei jedem Delta-Ladeprozess für die Query-Laufzeitstatistik in den technischen Content. Für die DataSources 0TCT_DS01, 0TCT_DS02 und 0TCT_DS03 werden dabei automatisch alle Daten aus den zugrunde liegenden Statistiktabellen gelöscht, die älter als 14 Tage sind. Dieser Wert kann bei Bedarf in der Tabelle RSADMIN durch den Parameter TCT_KEEP_OLAP_DM_DATA_N_DAYS kundenspezifisch festgelegt werden.

Beachten Sie in diesem Zusammenhang den SAP Hinweis 891740.
Manuelles Löschen von Statistik-Daten
Wenn Sie
Statistikdaten löschen wählen, gelangen Sie auf ein
Dialogfenster zur Begrenzung der Bereiche, in denen Statistik-Daten gelöscht
werden sollen. Sie können mehrere Bereiche gleichzeitig auswählen.
● Query-Statistik-Tabellen: Das System löscht die Daten der BI Query-Laufzeit-Statistik.
● Statistik-Logging Tabellen
● Aggregate-/BIA-Index-Prozesse: Siehe Statistiken zu den Pflege-Prozessen eines SAP NetWeaver BI Accelerator Index.
● InfoCube-Statistik (Löschen, Komprimieren): Das System löscht die Daten der InfoCube-Statistik, die entstehen, wenn Daten aus einem InfoCube gelöscht oder wenn Datenanforderungen (Requests) eines InfoCube komprimiert werden.
Sie können alle oder nur einen Teil der Daten löschen. Dazu können Sie festlegen, bis zu welchem Datum die Statistik-Daten gelöscht werden sollen: Sie können die Daten löschen, die älter sind als heute, eine Woche oder 30 Tage, oder Sie können das Datum frei wählen, bis zu welchem das System die Statistik-Daten löschen soll.
Wenn Sie beim Löschen alle Daten wählen, dann wird dies mit dem Befehl TRUNCATE TABLEdurchgeführt (und nicht über selektives Löschen auf der Datenbank), diese Version ist daher deutlich schneller.
Mit der Einschränkung auf ein Bis-Zu-Datum bzw. auf Daten, die älter als ein bestimmter Zeitraum sind, müssen zum Teil Referenzen auf eine Reihe von Tabellen aufgelöst werden, und so kann das Löschen großer Datenmengen lange dauern. Bei diesen Einschränkungen werden allerdings immer nur Pakete von 1000 Sätzen aus den Tabellen gelöscht und anschließend ein Datenbank-Commit ausgeführt. Somit kann auch nach einem Abbruch (z.B. wegen eines TIMEOUTS) wieder neu aufgesetzt werden, ohne die bisherige Arbeit erneut leisten zu müssen.
Das Löschen wird in einem Dialogprozess ausgeführt.
Über das Programm RSDDSTAT_DATA_DELETE können Sie das Löschen von Statistik-Daten einplanen und im Hintergrund ausführen. Mit dem Programm können Sie zusätzlich zu den oben genannten Bereichen auch die Daten aus der DTP-Statistiktabelle und der Tabelle der Zähler für die BIA-Nutzung pro InfoProvider löschen.