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Prozessdokumentation Sicht des Netzbetreibers

Einsatzmöglichkeiten

Aus der Sicht des Netzbetreibers bedeutet der Lieferantenwechsel, dass in Zukunft mit einem neuen Lieferanten kommuniziert werden muss. Die entsprechende Information in den Stammdaten muss angepasst werden. Besteht zwischen Netzbetreiber und dem neuen Lieferanten ein anderes Deregulierungsszenario kann sich die Anzahl der Verträge und NA-Services ändern. Dazu müssen evtl. weitere Anlagen erzeugt werden. Der Netzbetreiber muss möglicherweise noch weitere Parteien über den Wechsel informieren, z. B. Übertragungsnetzbetreiber, Ableseservice oder den ehemaligen Lieferanten.

Im deregulierten Markt wird der Prozess in der Regel durch eine eingehende Nachricht angestoßen.

Ablauf

Es lassen sich folgende Prozessschritte erkennen:

  1. Der Eingang der Zugangsliste vom neuen Lieferanten startet den Prozess
    1. Automatisch, falls die Information per IDoc eintrifft
    2. Manuell angestoßen aus dem CIC, falls die Information traditionell eintrifft
  1. Der Prozess zum Lieferantenwechsel an einem Zählpunkt wird gestartet. Er enthält folgende Schritte:
    1. Prüfung der Vollständigkeit/Zulässigkeit des Wechsels
    2. Kommunikation
    3. Versenden der Absage/Bestätigung an neuen Lieferanten

      Versenden der Abgangsliste an bisherigen Lieferanten

    4. Anpassung der Stammdaten

Beenden nicht abrechenbarer Service/Vertrag des ehemaligen Lieferanten

Starten nicht abrechenbarer Service/Vertrag für neuen Lieferanten

Erzeugen eines Ableseauftrags zum Lieferbeginn

  1. Folgeverarbeitung
    1. Eingang der Ablesung zum Lieferbeginn
    2. Kommunikation

Evtl. Schlussrechnung der Netznutzung an ehemaligen Lieferanten

Übermittlung der Verbrauchswerte an ehemaligen und neuen Lieferanten

Zu diesem Prozess wird bisher kein Muster ausgeliefert, deshalb wird hier eine Anleitung für einen solchen Prozess unter Verwendung der Funktionsbausteine zum Service- und Szenariowechsel vorgestellt.

Funktionsbausteine zum Service- und Szenariowechsel

Szenarioermittlung mit ISU_IDE_SZENARIO

Der Funktionsbaustein ISU_IDE_SZENARIO ermittelt das aktuelle Szenario zu einem Zählpunkt, indem er die Verträge und NA-Services ermittelt und deren Feldinhalte interpretiert. Zur Identifikation eines gültigen Szenarios bedient er sich der BAdI-Methode CL_EX_ISU_IDE_SZENARIO ® SZENARIO_DEFINE, die in der ausgelieferten Implementierung den Funktionsbaustein ISU_IDE_SZENARIO_DEFINE verwendet. Dieser enthält die von SAP definierten Szenarios. Durch Überschreiben dieser Methode können weitere, kundenspezifische Szenarios unterstützt werden.

Der Baustein liest ausgehend vom Zählpunkt alle NA-Services und über die zugeordneten Anlagen alle Verträge und ermittelt so alle Services zum Zählpunkt.

Die Eingabeparameter sind:

Zu Vertrag oder Anlage wird zunächst der Zählpunkt ermittelt, zu dem dann das Datenszenario gelesen wird.

Die Ergebnistabellen sind:

Vorschlagsermittlung mit ISU_IDE_ENROLL_DEFAULT

Der Funktionsbaustein ISU_IDE_ENROLL_DEFAULT ermittelt die Vorschläge für Verträge und NA-Services. Dabei findet auch eine Prüfung auf ein gültiges Szenario statt, die sich wie bei ISU_IDE_SZENARIO der BAdI-Methode CL_EX_ISU_IDE_SZENARIO ® SZENARIO_DEFINE bedient.

Die Ergebnisse der Vorschlagsermittlung sind:

  1. Vorschläge für eigene Verträge, die für den eigenen Serviceanbieter angelegt werden müssen.
  2. Vorschläge für fremde Verträge, die für einen anderen Serviceanbieter im eigenen System angelegt werden müssen.
  3. Vorschläge für NA-Services, die angelegt werden müssen.

Die Eingabeparameter bilden das Selektionskriterium für die Vorschläge. Die Parameter sind:

Die Vorschlagsergebnisse für eigene, fremde Verträge und NA-Services werden kombiniert in der Tabelle T_IDE_SERVICE zurückgeliefert. T_IDE_SERVICE enthält alle Services (Verträge und NA-Services), die mit den für die Deregulierung wichtigen Feldern in kompakter Form angelegt werden müssen.

Das Szenario wird als weiteres Ergebnis in T_IDE_SZENARIO geliefert. Die Interpretation von T_IDE_SZENARIO kann analog zu ISU_IDE_SZENARIO erfolgen. Hier wurde jedoch kein aktuelles Datenszenario gelesen, sondern es wurde das vorgeschlagene Datenszenario untersucht.

Erzeugen der Aktionsliste mit ISU_SERVICE_SZENARIO_SWITCH

Eingabeparameter des Funktionsbausteins ISU_SERVICE_SZENARIO_SWITCH sind im Wesentlichen zwei Listen von Services (Verträge und NA-Services).

  1. Der Ist-Zustand der Services, wie er z. B. durch ISU_IDE_SZENARIO ermittelt wurde.
  2. Der Soll-Zustand der Services, wie er z. B. von ISU_IDE_ENROLL_DEFAULT vorgeschlagen wurde.

Die Funktion generiert nun eine Liste von Anweisungen, die den Ist-Zustand in den Soll-Zustand überführen kann. Wie ISU_IDE_ENROLL_DEFAULT bedient sich auch diese Funktion der BAdI-Methode CL_EX_ISU_IDE_SZENARIO ® SZENARIO_DEFINE, um ungültige Szenarios auszuschließen.

Die Eingabeparameter sind:

Das Ergebnis ist die Anweisungsliste. In der Tabelle T_SWITCH_ACTION sind alle Aktionen (Anlegen, Ändern und Löschen) gesammelt, die durchgeführt werden müssen, um den Ist- in den Soll-Zustand zu überführen. Die unterstützten Datenobjekte und jeweils zugehörigen Felder sind hier aufgeführt:

Objekttyp

Typbezeichnung

Datenfelder

Feldbezeichnung

Vertrag

ISUCONTRCT

Serviceanbieter

SERVICEID

Fakt. Serviceanbieter

INVOICING_PARTY

Zahlungsklasse

SERVPROV_PAY

NA-Services

ISUNBSERVC

Serviceanbieter

SERVICEID

Zahlungsklasse

SERVPROV_PAY

Anlage

INSTLN

Serviceart

SERVICE

Abr. Serviceanbieter

BILLING_PARTY

 

Ausführen der Aktionsliste mit ISU_SERVICE_SWITCH_EXECUTE

Der Funktionsbaustein ISU_SERVICE_ SWITCH_EXECUTE ist nun in der Lage, die von ISU_SERVICE_SZENARIO_SWITCH erzeugte Anweisungsliste auszuführen, um die Datenänderungen tatsächlich durchzuführen. Abhängig davon, ob sich NA-Services oder Verträge ändern, führt diese Funktion Servicewechsel oder Vertragswechsel unter Verwendung von Aus- und Einzügen durch. Da es dabei notwendig sein kann, dass Anlagen oder Verträge neu angelegt werden müssen, verwendet die Funktion die folgenden BAdI-Methoden, um die Felder der neuen Anlagen und Verträge mit kundenspezifischen Daten zu füllen.

Die Parameter von ISU_SERVICE_ SWITCH_EXECUTE sind:

Vertragswechsel

Bei der Durchführung des Lieferantenwechsels kann es zu Vertragswechsel kommen. Wie dabei mit Informationen und Stammdaten umgegangen wird, die im direkten Bezug zum Vertrag stehen, soll hier erläutert werden.

Im Customizing der Branchenkomponente Versorgungsindustrie finden Sie unter Kundenservice ® Vorgangsbearbeitung ® Umzug ® Gründe für Vertragswechsel definieren den Vertragswechselgrund Versorgerwechsel mit folgenden Einstellungsmöglichkeiten:

wenn keine Schlussrechnung des alten Vertrags stattfindet, Transfer des Abschlagsplans (der in Europa übliche Zahlungsplan)

Zahlungsplan

Im Fall eines Vertragswechsels aufgrund eines Versorgerwechsels müssen Zahlungspläne vom Typ BBP (Budget Billing Plan) und AMB (Average Monthly Billing), wie sie in den USA Verwendung finden, vom beendeten Vertrag in den neuen Vertrag kopiert werden. Der Kopierprozess und die Freigabe des Differenzbetrags/Saldovortrags (Balance-Forward-Amount) findet im Rahmen der Schlussrechnung des zu beendenden Vertrags statt.

Ob der Zahlungsplan kopiert wird, hängt davon ab, wie im Customizing der Branchenkomponente Versorgungsindustrie unter Fakturierung ® Abschlagsplan ® Zahlungsplan ® Zahlungsplanarten (AMB/BBP) definieren die Zahlungsplanart definiert ist.

Der Zahlungsplan vom Typ BBP mit den entsprechenden Fälligkeiten und Beträgen wird in den neuen Vertrag kopiert. Dabei wird der Starttermin des Zahlungsplans auf das Einzugsdatum des neuen Vertrags verschoben und Fälligkeiten, die vor diesem Datum liegen, sind vom Kopiervorgang ausgeschlossen.

Damit der Zahlungsplan kopiert werden kann, müssen folgende Daten im neuen Vertrag mit denen des alten Vertrages übereinstimmen:

Eine evtl. zum alten Vertrag existierende manuelle Historie wird ebenfalls kopiert. Wenn zum neuen Vertrag bereits Daten zur manuellen Historie existieren, werden diese zuvor gelöscht.

Da bei Zahlungsplänen vom Typ AMB kein physischer Abschlagsplan existiert, wird hier nur die manuelle Historie kopiert, wobei auch hier eine evtl. zum neuen Vertrag existierende Historie zuvor gelöscht wird.

Anleitung für den Wechselprozess

Der Wechselprozess wird durch ein eingehendes IDoc oder manuell aus dem Customer Interaction Center angestoßen. Es müssen folgende Daten bekannt sein, die z. B. aus dem eingehenden IDoc oder einer Eingabemaske stammen können:

Unter Verwendung der eben vorgestellten Funktionsbausteine kann der Lieferantenwechsel wie folgt ablaufen:

  1. Ermittlung des aktuellen Szenarios mit ISU_IDE_SZENARIO

Parameter:

Rückgabe:

  1. IDE-Kommunikation realisiert als Sub-Workflow oder Funktionsbaustein
  2. Bestimmung des gewünschten Szenarios mit ISU_IDE_ENROLL_DEFAULT

Parameter:

diese führt über den BADI zur Vertragsabschlussart

Der für die Auswahl der Vorschlagswerte relevante Serviceanbieter ist gekennzeichnet.

Rückgabe:

  1. Aktionsliste erstellen mit ISU_SERVICE_SZENARIO_SWITCH

Parameter:

Rückgabe:

  1. Aktionsliste abarbeiten mit ISU_SERVICE_SWITCH_EXECUTE

Parameter:

Die hier vorgestellte Anleitung für den Prozess beschreibt nur eine mögliche Lösung und orientiert sich stark am Vorschlag der VV2 in Deutschland.

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