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Funktionsdokumentation Mehrarbeitsermittlung durch die Zeitauswertung  Dokument im Navigationsbaum lokalisieren

Verwendung

Nach der Auswertung der Pausendauern stehen der Zeitauswertung die anrechenbaren Anwesenheitszeiten der Mitarbeiter zur Verfügung. Anhand dieser Daten können Sie nun aus diesen Zeiten die Soll- und die Mehrarbeitszeiten ermitteln.

Funktionsumfang

Die anrechenbaren Mehrarbeitszeiten werden durch diesen Vorgang mit dem Verarbeitungstyp M gekennzeichnet, die Sollzeiten mit dem Verarbeitungstyp S. Abhängig von dem Verarbeitungstyp können dann bei der Zeitlohnartenauswahl bestimmte Lohnarten für die Soll- und die Mehrarbeit ausgewählt werden.

Beispiel

Verarbeitungstyp

Lohnarten

M

Mehrarbeitslohnarten

S

Stundenlöhner: Lohnarten für den Stundenlohn

 

Gehaltsempfänger: Für Gehaltsempfänger werden im allgemeinen keine Regelungen zur Auswahl von Lohnarten für die Sollzeit in der Tabelle Zeitlohnartenauswahl (T510S) hinterlegt.

Verfahren der Mehrarbeitsermittlung

Mehrarbeiten können Sie folgendermaßen ermitteln:

In diesem Fall werden die Mehrarbeitszeiten (Stunden oder Uhrzeiten) aus dem Infotyp Mehrarbeiten (2005)über die Funktion P2005 eingelesen. Sie werden direkt in die Tabelle TIP geschrieben und erhalten den Verarbeitungstyp M.

Mehrarbeiten, die mit Uhrzeiten erfaßt worden sind, grenzen eventuell vorhandene TIP-Zeitpaare ab. Mehrarbeiten, die mit Stunden erfaßt worden sind, werden angehängt.

Hinweis

Die Funktion P2005 ist im Standard nur im Schema TM01 - Zeitauswertung für Abweichungen vom Arbeitszeitplan aktiv.

Wenn Sie Zeiterfassungsgeräte einsetzen, sollten Mehrarbeiten nicht über den Infotyp 2005 erfaßt werden.

Bei diesem Verfahren der Mehrarbeitsermittlung werden die Zeiten als Mehrarbeiten anerkannt, die außerhalb des Sollarbeitszeitrahmens liegen. Voraussetzung für diese Methode der Mehrarbeitsermittlung ist, daß die Zeitdaten mit Uhrzeiten erfaßt werden.

Mehrarbeiten können auch anhand der tatsächlich gearbeiteten Anwesenheitsstunden ermittelt werden. Hierbei erhalten die Zeiten den Verarbeitungstyp M, die eine bestimmte Anzahl von Anwesenheitsstunden innerhalb eines Zeitraums überschreiten.

Dieser Zeitraum kann einen Tag betragen, eine Woche oder eine andere, individuell definierbare Periode. Vergleichswerte können Konstanten aus der Tabelle T511K (Abrechnungskonstanten) sein, die Sollarbeitsstunden aus dem Tagesarbeitszeitplan u.v.m.

Mehrarbeitsgenehmigungen

Ein weiterer Faktor bei der Mehrarbeitsermittlung ist die Überprüfung, ob und wieviele Mehrarbeitsstunden der auszuwertende Mitarbeiter leisten darf. Das ist zunächst grundsätzlich davon abhängig, ob für die Generierung von Mehrarbeitszeiten eine Genehmigung vorliegen muß oder nicht.

Hierbei sind die folgenden Verfahren denkbar:

Bei einer pauschalen Mehrarbeitsgenehmigung müssen Mitarbeiter keine speziellen Genehmigung haben, um Mehrarbeiten leisten zu können. Es gibt folgende pauschale Mehrarbeitsgenehmigungen:

Über den Infotyp Anwesenheitskontingente (2007) können einem Mitarbeiter individuelle Mehrarbeitsgenehmigungen erteilt werden.

Diese Anwesenheitskontingente aus dem Infotyp 2007 werden mit der Funktion GOT den Zeitpaaren in der Tabelle TIP gegenübergestellt.

Welche Mehrarbeitszeiten letzlich als Mehrarbeitsstunden verrechnet (vergütet oder kompensiert) werden, kann auch von einer Betrachtung der Gesamtstundenanzahl innerhalb einer Periode abhängen.

Beispiel

Ein Mitarbeiter hat innerhalb eines Monats 24 Mehrarbeitsstunden geleistet. Dem Mitarbeiter werden laut Arbeitsvertrag nur die Mehrarbeitsstunden vergütet, die über 10 Stunden hinausgehen. Alle Stunden, die über 20 Stunden hinausgehen, sollen für den nächsten Monat gutgeschrieben werden.

Dem Mitarbeiter in diesem Beispiel werden also 10 Mehrarbeitsstunden bezahlt, 4 Anwesenheitsstunden werden ihm für den nächsten Monat gutgeschrieben.

Diese abschließende Bewertung der Mehrarbeitszeiten kann erst gegen Ende der Zeitauswertung bei der Saldenbildung erfolgen.

Hinweis

Ausführliche Informationen zu den verschiedenen Verfahren der Mehrarbeitsbetrachtung und der Saldenbildung erhalten Sie im Einführungsleitfaden (IMG) unter Verarbeitung der Zeitdaten ® Mehrarbeitsermittlung sowie Saldenbildung.

Informationen zur Verrechnung der Mehrarbeiten (Bildung von Zeitkontingenten, Auswahl von Zeitlohnarten) erhalten Sie im Einführungsleitfaden (IMG) unter Mehrarbeiten verrechnen.