Ledger
Ausschnitt aus einer Datenbanktabelle. Das Ledger enthält nur die für das Reporting benötigten Dimensionen der zugrundeliegenden Tabelle.
Ein Ledger wird zu Berichtszwecken als Buch (Haupt- oder Nebenbuch) geführt.
Jedes Ledger verwendet mehrere Dimensionen. Diese Dimensionen bilden eine Teilmenge des Codingblocks einer Objekttabelle. Sie können Ihr System so anlegen, dass jeder Datenbanktabelle ein Ledger zugeordnet ist bzw. mehrere Ledger zugeordnet sind. Wenn Sie im ABAP Dictionary den maximalen Codingblock definiert haben, können Sie festlegen, welche Dimensionen dieses Codingblocks in die verschiedenen Ledger aufgenommen werden.

Welche Dimensionen in einem Ledger verwendet werden können, wird durch die dem Ledger zugeordnete Feldübertragungsregel festgelegt. Die Feldübertragungsregel enthält die Dimensionen, die aus der Tabelle der Ursprungsanwendung in die FI-SL-Tabelle übernommen werden.
Wenn Sie ein Ledger anlegen, definieren Sie:
· die verwendeten Dimensionen
Die verwendeten Dimensionen werden durch die Feldübertragung festgelegt sind, die für das Ledger und die dem Ledger zugeordnete Tabelle definiert wurde.
· Ledger-Stammdaten
In den Stammdateninformationen können Sie auch definieren, wie ein Ledger bebucht wird, ob Daten in einem Ledger verdichtet werden können und ob Bewegungsdaten mit den Rücksetz-Programmen der betreffenden Ursprungsanwendung aus dem Ledger gelöscht werden können.
· Zuordnung Ledger/Buchungskreis
(für lokale Ledger) bzw. Ledger/Gesellschaft (für globale Ledger)
· Zuordnung Vorgang/Ledger
· Ledgerselektionsbedingungen
· Geschäftskalender der Kombination Ledger/Buchungskreis bzw. Ledger/Gesellschaft (Der Geschäftskalender muss nicht mit dem lokalen Buchungskreis identisch sein, der der Gesellschaft zugeordnet ist.)
· die Währungen, die im Ledger verwendet werden sollen
In einer Datenbanktabelle der Speziellen Ledger können Sie bis zu drei Währungen parallel führen:
¡ Transaktionswährung: Die Transaktionswährung ist die Währung, in der die Geschäftsvorfälle in das FI-SL-System eingegeben werden.
¡ Zweite Währung: Die zweite Währung ist die Währung, die Sie neben der Transaktionswährung in Ihrem Ledger erfassen wollen (bisher Hauswährung).
¡ Dritte Währung: Die dritte Währung ist die Währung, die Sie neben der Transaktionswährung und der zweiten Währung in Ihrem Ledger erfassen wollen (bisher Konzernwährung).
Sie können Ihren Ledgern verschiedene Währungsarten zuordnen. Wenn Sie ein Ledger definieren, schlägt Ihnen das System die möglichen Währungskombinationen vor. Wenn Sie Ihre Datenbanktabellen installieren, werden Sie außerdem aufgefordert, Währungsinformationen für die Buchung einzugeben (z. B. mit welcher Währung ein Ledger bebucht werden soll).
Wenn Sie mit der Anwendungskomponente Spezielle Ledger arbeiten, können Sie verschiedene Arten von Geschäftsvorfällen in verschiedene Ledger buchen. Sie haben aber auch die Möglichkeit, denselben Geschäftsvorfall auf mehrere verschiedene Ledger zu buchen. Bei Bedarf können Sie darüber hinaus festlegen, dass alle Geschäftsvorfälle auf ein bestimmtes Ledger gebucht werden sollen.
In der Grafik ist dargestellt, wie durch denselben Beleg mehrere Ledger mit unterschiedlichen Informationen bebucht werden.

Wenn Sie ein Ledger definieren, ordnen Sie diesem Ledger eine(n) oder mehrere Buchungskreise bzw. Gesellschaften zu. Wenn für einen Buchungskreis bzw. eine Gesellschaft ein Geschäftsvorfall eingegeben wird, bucht das System den Geschäftsvorfall auf die dem Buchungskreis bzw. der Gesellschaft zugeordneten Ledger.
Wenn Ihr Finanzwesen es erfordert, können Sie viele verschiedene Ledger anlegen. Hierzu definieren Sie jeweils, welche Dimensionen die einzelnen Ledger verwenden sollen.

In folgenden Fällen könnten Sie beispielsweise mehrere Ledger benötigen:
· Wenn Sie in mehr als einer Konzernwährung berichten wollen.
· Wenn Sie mit verschiedenen Geschäftskalendern parallel arbeiten und mehrere Geschäftsjahresvarianten verwenden wollen.
· Wenn Sie in Ihrem FI-SL-System unterschiedliche Detaillierungsstufen verwenden wollen.
· Wenn Sie mit Daten unterschiedlicher Herkunft parallel arbeiten wollen und einem Ledger verschiedene Vorgänge zugeordnet sein sollen (wenn einem Ledger z. . nur bestimmte Vorgänge zugeordnet sein sollen).
Da Sie selbst bestimmen können, durch welche Geschäftsvorfälle und Dimensionen Ihre Ledger fortgeschrieben werden, haben Sie auch die Möglichkeit festzulegen, dass ein Ledger durch alle Geschäftsvorfälle bebucht werden soll. Sie können sowohl verschiedene Geschäftsvorfälle auf ein Ledger buchen, als auch denselben Geschäftsvorfall auf mehrere verschiedene Ledger buchen. Fortgeschrieben werden alle Ledger, deren Selektionsbedingungen erfüllt sind.
Verschiedene Ledger können dieselben in einer Tabelle definierten Dimensionen verwenden.


Die in der vorstehenden Grafik dargestellte Tabelle enthält die variablen Dimensionen Konto, Kostenstelle, Produkt, Werk und Herkunft.
Nehmen wir an, Sie wollen folgende Berichte definieren:
· Bericht 1 mit den Dimensionen Kostenstelle und Produkt
· Bericht 2 mit den Dimensionen Kostenstelle und Konto
Wenn Sie für diese beiden Berichte Ledger anlegen, können Sie ein Ledger definieren, das die Dimensionen Produkt, Konto und Kostenstelle enthält. Sie benötigen jedoch wesentlich weniger Speicherplatz, wenn Sie zwei Ledger definieren:
· Ledger 1 mit den Dimensionen Kostenstelle und Produkt
· Ledger 2 mit den Dimensionen Kostenstelle und Konto
Wenn das System Daten für Bericht 1 (Dimensionen Kostenstelle und Produkt) auswählt und speichert, selektiert bzw. speichert es ausschließlich Datensätze für diese beiden Dimensionen. Sie haben die Möglichkeit, einen dritten Bericht zu definieren, der die Dimensionen Produkt, Konto und Kostenstelle beinhaltet.
Wie Sie Ihre Ledger strukturieren, hängt von den Erfordernissen Ihres Berichtswesens ab. Wenn Sie Ihre Ledger definieren, sollten Sie bedenken, dass fü jede Kombination von Dimensionen, die ein Ledger in seinem Codingblock verwendet, ein Datensatz geschrieben wird.
Ein umfangreiches Ledger, das viele Codingblockdimensionen enthält, kann u. U. denselben Zweck erfüllen wie mehrere kleine Ledger. Wenn Sie jedoch anstelle eines großen Ledgers zwei kleine Ledger verwenden, die bestimmte Kombinationen von Dimensionen enthalten, erhalten Sie nicht nur günstigere Verarbeitungszeiten, sondern verringern auch die Anzahl der gespeicherten Datensätze. Weitere Informationen über die Fortschreibung von Datensätzen in Ledgern finden Sie unter Fortschreibung von Summensätzen.
Jedes Ledger enthält einen Teil oder alle Dimensionen der Tabelle, die dem Ledger zugeordnet ist. Für jeden Geschäftsvorfall können ein oder mehrere Ledger zur Bebuchung ausgewählt werden.
Sie können genau festlegen, wann ein Ledger bebucht werden soll. Hierbei verwenden Sie Ledgerselektionsbedingungen. Der FI-SL-Integration-Manager (die Durchbuchungsschnittstelle) entscheidet anhand der Ledgerselektionsbedingungen, welche(s) Ledger von einem Geschäftsvorfall bebucht wird (werden).
Für jeden Geschäftsvorfall werden die FI-SL-Tabellen nach vom Anwender definierten Regeln fortgeschrieben.

Sie können festlegen, dass ein Ledger bebucht werden soll, wenn einer der folgenden Fälle vorliegt:
· Der Geschäftsvorfall betrifft eine bestimmte Kontengruppe.
· Der Geschäftsvorfall betrifft eine bestimmte Produktgruppe.
· Der Geschäftsvorfall betrifft eine bestimmte Gruppe von Bewegungsarten.
Sie können einfache und komplexe Ledgerselektionsbedingungen definieren. Jeder Feldwert bzw. jede Kombination von Feldwerten, der (die) von einem Geschäftsvorfall betroffen ist, kann in den Ledgerselektionsbedingungen verwendet werden. Dies gilt nicht für Beträge und Mengen.

Für Standard-Ledger können Sie keine Ledgerselektionsbedingungen eingeben.
SAP unterscheidet zwischen den zwei Ledgertypen:
· Standard-Ledger
Standard-Ledger werden von SAP konfiguriert und ausgeliefert und in den einzelnen Anwendungen bearbeitet. Diese Ledger können nicht mit den FI-SL-Funktionen bearbeitet werden, es sei denn, die Funktionen der betreffenden Anwendung lassen dies zu (wie z. B. bei den FI-SL-Buchungsfunktionen).
Zu den Standard-Ledgern gehören:
¡ das Hauptbuch (General Ledger) der Anwendungskomponente Hauptbuchhaltung (FI-GL)
¡ das Konsolidierungs-Ledger der Anwendungskomponente Konsolidierung (EC-CS)
¡ das Profitcenter-Ledger der Anwendungskomponente Profitcenter-Rechnung (EC-PCA)
¡ das Abstimm-Ledger der Anwendungskomponente Kostenstellenrechnung (CO-OM)
· Spezielle Ledger
Spezielle Ledger sind Ledger, die Ihren speziellen geschäftlichen und organisatorischen Anforderungen entsprechend definiert werden. Sie enthalten die von Ihnen angegebenen Dimensionen. In Ihrem FI-SL-System können Sie nur Spezielle Ledger (oder Ledger) anlegen.
Je nach verwendeter Datenbankstruktur arbeiten Sie entweder mit lokalen oder mit globalen Ledgern.
· Lokale Ledger
In lokalen Ledgern können Sie Daten speichern, die für Buchungskreise eingegeben werden.
· Globale Ledger
In globalen Ledgern können Sie Daten speichern, die für folgende Objekte eingegeben werden:
¡ für Gesellschaften
¡ für Buchungskreise, die Gesellschaften zugeordnet sind

Sie können einen Buchungskreis einem lokalen Ledger zuordnen. Sie können denselben Buchungskreis einer Gesellschaft zuordnen, die ihrerseits einem globalen Ledger zugeordnet ist. Wenn für den Buchungskreis ein Beleg ins SAP-System eingegeben wird, werden das lokale und das globale Ledger bebucht.

Sie können als erstes Zeichen eines Ledgers keine Zahl verwenden (z. B. 0A, 1R, 27). Wenn Ihr System z. Zt. Ledger enthält, die mit einer Zahl beginnen, setzen Sie sich bitte mit Ihrem SAP-Berater in Verbindung.
Sie haben die Möglicheit, ein Durchschnitts-Ledger anzulegen, das auf der Grundlage der in einem Ledger abgelegten Summensätze geführt wird. Das Durchschnitts-Ledger erbt automatisch die Attribute (z. B. Geschäftsjahresvariante, zugeordnete Tabelle etc.) des Ledgers, dem es zugeordnet ist. Dieses Ledger können Sie nur verwenden, wenn Sie Berichte anlegen, für die Sie das Durchschnitts-Ledger verwenden oder wenn Sie Summensätze aus diesem Ledger anzeigen. Sie haben darüber hinaus die Möglichkeit, für die Bebuchung dieses Ledgers einen Benutzer-Exit zu definieren, falls das Buchungsdatum zur Ermittlung des Durchschnittssaldos nicht verwendet werden soll.

Wenn Sie Berichte zu Durchschnittsbilanzen (Berichte zum Ausweis von durchschnittlichen Tagesbilanzen) erstellen wollen, ist es nicht nötig ein Durchschnitts-Ledger zu führen. Sie müssen lediglich ein Tages-Ledger führen (eine Summentabelle mit 366 Perioden, die die Originalbuchungen des Hauptbuchs enthält) und dieses für die Recherche aktivieren. Weitere Informationen finden Sie im SAP-Hinweis 599692.