Werksübergreifende Warenbewegungen
Mit den korrekten Einstellungen (unter Verwendung von Sonderbeschaffungsschlüsseln) auf dem Materialstamm plant die Materialbedarfsplanung werksübergreifende Fertigungsprozesse (unter Verwendung von Umlagerungsbestellungen oder direkten werksübergreifenden Umlagerungen). Durch diese Disposition entstehen werksübergreifende Warenbewegungen während des Fertigungsprozesses.
Der GPD-Prozess läuft in einem Fertigungsumfeld, das mehrere Produktionswerke umfasst und bei dem ein komplexes Endprodukt Unterkomponenten aus mehreren Werken enthält. Die Funktion des Verursachernachweises erkennt diese logistischen Beziehungen und verknüpft die Bedarfsdecker unabhängig von den jeweiligen Werken mit Bedarfen.
Stornierungen und Widerrufungen von werksübergreifenden Umbuchungen werden gleich behandelt. Es ist unklar, ob ein Bedarfsdecker, der mit der ursprünglichen Warenumbuchung (Bewegung nach vorne) übertragen wurde, der gleiche Bedarfsdecker ist, der an das Absenderwerk zurück übertragen wird. Das Empfangsdatum des neuen Bestandssatzes im Empfängerwerk wird auf das tatsächliche Übertragungsdatum gesetzt.
Im Folgenden handelt es sich um die Szenarien von werksübergreifenden Warenbewegungen:
● Beschaffung von gekauften Teilen in anderem Werk
● Produktion in anderem Werk
● Warenumbuchung von zusammengefasstem Projektbestand von Werk zu Werk
○ Umlagerung ohne Bezug auf eine Umlagerungsbestellung (ULB)
■ 1 Schritt – 301
■ 1 Schritt Stornierung – 302
○ Umlagerung mit Bezug auf eine ULB im Empfängerwerk ohne Lieferbeleg
■ 2 Schritte – 351 und 101
■ 2 Schritte Stornierung – 102 und 352
○ Umlagerung mit Bezug auf eine ULB im Empfängerwerk mit Lieferbeleg
■ 2 Schritte – 641 und 101
■ 2 Schritte Stornierung – 102 und 642
■ 1 Schritt – 647
■ 1 Schritt Stornierung – 648
■
Bewegungsart |
Beschreibung |
301 / 302 |
Wareneingang in einen Fertigungsauftrag in anderem Werk. Hierbei handelt es sich um eine werksübergreifende Bestandsumlagerung in einem Schritt. Diese Bewegungsart verwendet keine Umlagerungsbestellungen, sondern verhält sich wie ein Wareneingang von Bestand, mit der Ausnahme, dass der Bestand aus einem anderen Werk in das aktuelle Werk übernommen wird. Bei Bewegung 302 handelt es sich um die Stornierung von 301. |
351 / 352 |
Zwischen zwei Werken ausgeführte Umlagerung. Diese werksübergreifende Umlagerung erfolgt in zwei Schritten, da der Bestand nicht sofort nach Ausführung der Bewegung 351 im Bestand des Empfängerwerks erscheint. Nach Ausführung von Bewegung 641 befindet sich der Bestand im Transitbestand zwischen den zwei Werken. Dieser Bestand erscheint erst im Empfängerwerk, nachdem Sie den Wareneingang (Bewegung 101/102) dieses Transitbestands beim Empfängerwerk vorgenommen haben. Bei Bewegung 352 handelt es sich um die Stornierung von 351. |
641 / 642 |
Bestandsumlagerung in den Transitbestand zwischen zwei Werken mit Lieferbelegen (Vertrieb). Diese werksübergreifende Umlagerung erfolgt in zwei Schritten, da der Bestand nicht sofort nach Ausführung der Bewegung 641 im Bestand des Empfängerwerks erscheint. Nach Ausführung von Bewegung 641 befindet sich der Bestand im Transitbestand zwischen den zwei Werken. Dieser Bestand erscheint erst im Empfängerwerk, nachdem Sie den Wareneingang (Bewegung 101/102) dieses Transitbestands beim Empfängerwerk vorgenommen haben. Bei Bewegung 642 handelt es sich um die Stornierung von 641. |
647 / 648 |
Umlagerung an ein anderes Werkt mit Lieferbelegen (Vertrieb) mit Umlagerungsbestellung (ULB). Diese werksübergreifende Umlagerung erfolgt in einem Schritt, da der Bestand nicht sofort nach Ausführung der Bewegung 647 im Bestand des Empfängerwerks erscheint. Bei dieser Bewegungsart existiert kein Transitbestand, sondern der Bestand wird mit Bezug auf eine Umlagerungsbestellung und mit Vertriebsbelegen umgelagert. Bei Bewegung 648 handelt es sich um die Stornierung von 647. |
Siehe auch:
Warenbewegungen mit Einfluss auf Bedarfsverursachernachweis und Kostenverteilung
Dispo-PSP-Element-übergreifende Warenbewegungen