Verlegung und Rückverlegung (DE)
Bei Verlegungen und Rückverlegungen sind folgende Konstellationen möglich:
Verlegung
Bei einer Verlegung in ein anderes Krankenhaus rechnet jedes beteiligte Krankenhaus eine DRG ab. Eine Verlegung liegt aber nur vor, wenn zwischen der Entlassung aus einem Krankenhaus und der Aufnahme in einem anderen Krankenhaus nicht mehr als 24 Stunden vergangen sind. Bei einer Aufnahme eines Patienten aus einem externen Krankenhaus sind demnach folgende Konstellationen möglich:
Der Patient hat mehr als 24 Stunden in einem externen Krankenhaus verbracht.
Der Patient hat weniger als 24 Stunden in einem externen Krankenhaus verbracht.
Verlegung zwischen den Geltungsbereichen BPflV und KHEntgG
Bei einer Verlegung zwischen den Geltungsbereichen der Bundespflegesatzverordnung (BPlfV) und des Krankenhausentgeltgesetzes (KHEntgG) müssen Sie ein Falltrennung vornehmen.
Eine interne Verlegung mit Wechsel des Geltungsbereichs von Bundespflegesatzverordnung und Krankenhausentgeltgesetz bildet das SAP Patient Management über eine Entlassung ab.
Rückverlegung
Bei einer Rückverlegung kann ein Krankenhaus die DRG auf der Grundlage der Daten aus beiden Aufenthalten bestimmen. Die Verweildauer berechnet sich aus den Belegungstagen beider Aufenthalte.
Das SAP Patient Management bildet eine Verlegung mit anschließender Rückverlegung als Abwesenheit ab, wenn es sich um einen Abrechnungsfall handelt.

Informationen über die Auswirkungen auf die ENTL-Nachricht bei Entlassgrund 16 und 17 finden Sie im SAP-Hinweis 624972.
Legen Sie in der IMG-Aktivität Bewegungsgründe festlegen folgende Bewegungsgründe an:
16 Externe Verlegung in ein anderes Krankenhaus mit nachfolgender Rückverlegung
17 Interne Verlegung mit Wechsel zwischen den Geltungsbereichen der BPflV und des KHEntgG
18 Rückverlegung
Informationen hierzu finden Sie im Einführungsleitfaden Krankenhaus unter Branchenlösung Krankenhaus ® Patientenmanagement ® Bewegungen ® Bewegungsgründe festlegen.
Definieren Sie zwei unterschiedliche Aufnahmearten für Aufnahmen aus externem Krankenhaus. Setzen Sie bei der einen Aufnahmeart das Kennzeichen Aufn. ext. KH, bei der anderen Aufnahmeart setzen Sie das Kennzeichen nicht.
Informationen hierzu finden Sie im Einführungsleitfaden Krankenhaus unter Branchenlösung Krankenhaus ® Patientenmanagement ® Bewegungen ® Bewegungsarten festlegen.
Das folgende Ablaufschema verdeutlicht das Vorgehen bei den verschiedenen Arten von Verlegung und Rückverlegung
[Abbildung]
...
Sie nehmen einen Patienten auf einer Fachabteilung im Geltungsbereich des KHEntgG auf.
Wenn Sie den Patienten in den Geltungsbereich der BPflV verlegen, legen Sie eine Entlassung für den Fall an.
Legen Sie für den Patienten im Geltungsbereich der BPflV eine neue Aufnahme an. Geben Sie dabei Ihre Einrichtung als einweisendes Krankenhaus an.
Wenn die Behandlung abgeschlossen ist, legen Sie für den Patienten eine Entlassung an.
Sie verlegen den Patienten zurück in den Geltungsbereich des KHEntgG.

Prüfen Sie, ob Sie durch die Rückverlegung eine Neueinstufung der DRG-Fallpauschale vornehmen müssen.
Wenn Sie keine Neueinstufung vornehmen müssen, behandeln Sie den Rückkehrer als eigenen Fall.
Wenn Sie eine Neueinstufung vornehmen müssen, gehen Sie vor wie unter a bis c beschrieben.
Führen Sie für die Rückverlegung die folgenden Schritte durch:
Stornieren Sie die Entlassung des KHEntgG-Falles.
Legen Sie für das Datum der Entlassung einen Abwesenheitsbeginn an. Geben Sie als Grund für den Abwesenheitsbeginn den Bewegungsgrund 179 Interne Verlegung mit Wechsel zwischen den Geltungsbereichen der BPflV und des KHEntgG an.
Legen Sie für das Datum, an dem Sie den Patienten rückverlegen, ein Abwesenheitsende an. Geben Sie als Grund für den Abwesenheitsbeginn den Bewegungsgrund 189 Rückverlegung an.
Wenn Sie den Patienten nun in ein externes Krankenhaus verlegen, legen Sie eine Entlassung an.
Das externe Krankenhaus legt für den Patienten eine neue Aufnahme an.

Verwenden Sie die Aufnahmearten mit bzw. ohne Kennzeichen Aufn. ext. KH. wie folgt:
Für Fälle, die mehr als 24 Stunden in einem externen Krankenhaus waren: Aufnahmeart mit gesetztem Kennzeichen Aufn. ext. KH.
Für Fälle, die weniger als 24 Stunden in einem externen Krankenhaus waren: Aufnahmeart ohne Kennzeichen.
Pflegen Sie bei Aufnahmen aus externem Krankenhaus ein einweisendes Krankenhaus (Geschäftspartner).
Wenn der Patient aus dem externen Krankenhaus rückverlegt wird, legt das externe Krankenhaus eine Entlassung für den Patienten an.

Wenn der Patient weniger als 24 Stunden in dem externen Krankenhaus verbracht hat, kann das Krankenhaus keine eigene DRG für den Patienten abrechnen.
Wenn das externe Krankenhaus den Patienten zu Ihnen rückverlegt, führen Sie die folgenden Schritte durch:
Stornieren Sie die Entlassung, die Sie bei der Verlegung in das externe Krankenhaus angelegt haben. Wenn Sie den Fall bereits endabgerechnet haben, stornieren Sie die Rechnung.
Legen Sie für das Datum der stornierten Entlassung einen Abwesenheitsbeginn an. Geben Sie als Grund für den Abwesenheitsbeginn den Bewegungsgrund 169 Externe Verlegung in ein anderes Krankenhaus mit nachfolgender Rückverlegung.
Legen Sie für das Datum, an dem das externe Krankenhaus den Patienten zu Ihnen rückverlegt, ein Abwesenheitsende an. Geben Sie als Grund für den Abwesenheitsbeginn den Bewegungsgrund 189 Rückverlegung an.

Wenn der Fall nicht auf die Fachabteilung zurückkehrt, aus der er in das externe Krankenhaus verlegt wurde, erfassen Sie eine Verlegung nach der Abwesenheit.
Wenn die Behandlung des Patienten abgeschlossen ist, legen Sie eine Entlassung für den Patienten an.
Das SAP Patient Management berücksichtigt bei dem oben beschriebenen Vorgehen bei Verlegungen die Aufnahmen aus einem externen Krankenhaus wie folgt:
DRG-Abrechnung
Bei einer Aufnahme aus einem externen Krankenhaus berechnet das System nur einen entsprechenden Abschlag wegen Verlegung nach KFPV, wenn Sie beim Fall eine Aufnahmeart mit dem Kennzeichen Aufn. ext. KH gepflegt haben.
Krankenhausstatistikverordnung
Informationen hierzu finden Sie im Handbuch zur KHStatV im SAP Service Marketplace unter dem Alias healthcare-guides.
Report IS-H: Bewegungslisten (RNLPFB00)
Wenn Sie in dem Report IS-H: Aus externem Krankenhaus aufgenommene Patienten (RNPFBC06) auch die Fälle ausweisen wollen, die weniger als 24 Stunden im externen Krankenhaus verbracht haben, verwenden Sie den Report IS-H: Bewegungslisten und schränken Sie die Auswahl auf beide Bewegungsarten ein. Wählen Sie im Gruppenrahmen Layout unter Spezialliste aus ext. KH aufgenommen aus.
Aufnahme
Wenn Sie bei der Aufnahme eine Aufnahmeart mit gesetztem Kennzeichen Aufn. ext. KH auswählen, aber kein einweisendes Krankenhaus angeben, erhalten Sie die Meldung Bei Bewegungsart ... bitte Krankenhaus pflegen. (N1 395).

Wenn Sie die Meldung auch anzeigen lassen wollen, wenn das Kennzeichen Aufn. ext. KH bei einer Aufnahmeart nicht gesetzt ist, stehen Ihnen folgende Möglichkeiten zur Verfügung:
BAdI Clinical Process Builder – Prüfung der Daten der einzelnen Subscreens (ISH_NV2000_PAI).
Informationen hierzu finden Sie im Einführungsleitfaden Krankenhaus unter Branchenlösung Krankenhaus ® Patientenmanagement ® Patienten ® Business Add-Ins zur Patientenaufnahme ® BAdI: Clinical Process Builder – Prüfung der Daten der einzelnen Subscreens.
User-Exit NP120001: Abfrage auf die Aufnahmeart, bei der das Kennzeichen nicht gesetzt ist, und dann die Meldung ausgeben.
Datenübermittlung gemäß §21 KHEntgG:
Der Report IS-H: DRG-Daten P21: Falldaten (RNAP21F01) setzt bei den Fällen den Aufnahmeanlass auf V (Verlegung), bei denen eine Aufnahmeart mit gesetztem Kennzeichen Aufn. ext. KH gepflegt ist. Um eine Übereinstimmung mit der DRG-Kalkulation zu gewährleisten, sollte bei Fällen, die weniger als 24 Stunden im externen Krankenhaus verbracht haben, nicht der Aufnahmeanlass V übermittelt werden.