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  Linienstruktur

Definition

Mit der Linienstruktur können Sie den Aufbau von verketteten Fertigungslinien für die getaktete Fließ- und Serienfertigung in Ihrem System abbilden. Die Linienstruktur besteht dabei aus verschiedenen Linienelementen mit spezifischen Funktionen. Sie können diese Linienelemente über mehrere Ebenen in einer Hierarchie anordnen und innerhalb dieser Ebenen in einem Netzplan eine sequentielle Anordnung realisieren.

Mit der Linienstruktur können Sie sowohl einfache, automatisierte Linien abbilden als auch hochkomplexe Montagelinien.

Struktur

Die folgenden Linienelemente sind im Customizing als iPPE-Knoten vordefiniert und Sie können diese zur Strukturierung Ihrer Linien nutzen:

  • Liniennetz ( ):

    Mit einem Liniennetz können Sie mehrere Linien zu einer Einheit zusammenfassen. Diese Linien können Sie dann gemeinsam beplanen. Das bedeutet, daß Sie die Aufträge für das gesamte Liniennetz einplanen. Die Taktterminierung erfolgt dann als Mittelpunktsterminierung um die Linie, die Sie in der Linienstruktur als Planungsabschnitt gekennzeichnet haben.

    Sie haben auch die Möglichkeit, eine Linie in mehreren Liniennetzen zu verwenden. Dies ist sinnvoll, wenn beispielsweise mehrere Liniennetze dieselbe Lackierung beinhalten. Das System berücksichtigt die Aufträge beider Netze bei der Planung.

  • Alternativliniengruppe ( ):

    Mit einer Alternativliniengruppe können Sie mehrere Linien, die für die Herstellung eines oder mehrerer Produkte alternativ zueinander eingesetzt werden können, zusammenfassen. Bei der Planung wird dann festgelegt, auf welcher der alternativen Linien das Produkt hergestellt werden soll.

  • Linienbereich ( ):

    Mit dem Linienbereich können Sie mehrere Linien eines Liniennetzes, die die geliche Funktion haben, zusammenfassen. Der Linienbereich dient nur zur besseren Strukturierung einer komplexen Linienstruktur.

  • Linie :

    Die Linie ist die beplanbare Ressource innerhalb der Linienstruktur. Sie ist das einzige Linienelement, für das im APO eine Linienressource generiert wird. Die Linienressource, die speziell für die Taktterminierung ausgelegt ist, wird in den nachgelagerten Prozessen von der Modell-Mix-Planung oder der Produktplantafel genutzt. In der Linienressource geben Sie im APO beispielsweise die Einsatzzeiten der Linie und die Produktionsraten an.

    Wenn Sie Zuführungslinien mit abweichenden Produktionsraten abbilden möchten, definieren Sie diese auch als Linie. Die Zuführungslinie können Sie dann zwischen zwei Linienknoten auf die Hauptlinie treffen lassen.

  • Linienabschnitt ( ):

    Ein Linienabschnitt ist im Gegensatz zu einer Linie keine eigenständig beplanbare Ressource, sondern dient der weiteren Strukturierung einer Linie. Sie können Linienabschnitte über beliebig viele Hierarchieebenen weiter unterteilen. Innerhalb dieser Hierarchieebenen können Sie mit Hilfe von Sequenzbeziehungen eine netzplanartige Struktur der Linienabschnitte abbilden. So haben Sie beispielsweise die Möglichkeit, Zuführungslinien abzubilden, die auch bei der Taktterminierung berücksichtigt werden. Linienabschnitte, die nicht mehr weiter unterteilt sind, entsprechen im allgemeinen den Bearbeitungsstationen in der Linie.

    Wenn bei der Planung die Komponentenbedarfe taktgenau ermittelt werden sollen, dann müssen Sie pro Takt einen Linienabschnitt anlegen. Die Zuordnung der Komponenten erfolgt automatisch bei der Abtaktung, indem Sie die Linienaktivitäten, denen Sie die Komponenten in der Prozeßstruktur zugeordnet haben, diesen Linienabschnitten, die sich auf der untersten Hierarchiebene der Linienstruktur befinden, zuordnen.

  • Arbeitsbereich ( ):

    Einen Linienabschnitt oder eine Linie können Sie auch durch Arbeitsbereiche weiter unterteilen. Mit Hilfe von diesen Arbeitsbereichen können Sie beispielsweise unterschiedliche Einbauorte innerhalb eines Linienabschnitts abbilden, wie zum Beispiel die linke und die rechte Seite eines Bandes. Diese Arbeitsbereiche können Sie dann bei einer Abtaktung einzeln betrachten. Die Arbeitsbereiche sieht das System als parallele Arbeitsplätze an. Die Terminierung von Arbeitsbereichen erfolgt wie bei den Linienabschnitten, denen Sie zugeordnet sind.

    Wenn Sie den Arbeitsbereichen Produktionsressourcen zuordnen, dann wird ihnen dadurch ein Kapazitätsbedarf vorgegeben.

  • Puffer ( ):

    Einen Puffer können Sie zwischen zwei Linien einfügen, die Sie mit einem Liniennetz verbunden haben. In diesem Puffer können Sie die Aufträge zwischenlagern, um beispielsweise logistische Probleme zwischen den Linien zu überbrücken. Die Aufträge verweilen dann eine bestimmte Zeit lang in den Puffern. Diese Verweildauer ist im Normalfall allerdings unabhängig von der Taktung der Linie, so daß Sie diese Verweildauer nicht in Abhängigkeit von der Taktzeit angeben. Sie können aber direkt für den Puffer eine minimale und eine maximale Verweilzeit angeben.

  • Entkopplungsstrecke ( ):

    Mit der Entkopplungsstrecke können Sie einen Puffer zwischen zwei Linienabschnitten abbilden, der kleinere Störungen an der Linie auffangen soll. Mit Hilfe des Puffers können die davor- bzw.danachliegenden Linienabschnitte auch bei einem kurzzeitigen Ausfall eines Linienabschnittes weiterarbeiten. Für die Entkopplungsstreckekönnen Sie eine durchschnittliche Verweildauer des zu bearbeitenden Materials in Form von einer bestimmten Anzahl Takte vorgeben. Diese Anzahl Takte wird bei der Terminierung berücksichtigt.

    Für die Entkopplungsstrecke werden keine taktgenauen Materialbestände ermittelt. Das System ermittelt jedoch die taktgenauen Bestände des vor- bzw. nachgelagerten Linienabschnittes.

Die folgenden Linienelemente sind im Customizing als Alternativentypen vordefiniert und können zur Abbildung von alternativen Wegen durch ein Liniennetz genutzt werden:

  • Teilliniennetz ( ):

    Alternative des Liniennetzes, die eine Sicht auf die Linien darstellt, die von einem bestimmten Produkt/ Produktgruppe durchlaufen werden können. Das Teilliniennetz beinhaltet alle möglichen Durchlaufpfade eines Produktes/ einer Produktgruppe. Das Teilliniennetz tragen sie in die Fertigungsversion des zu planenden Produktes ein.

  • Alternativlinie ( ):

    Dieser Alternativentyp stellt eine Linie dar, die zu einer Alternativliniengruppe gehört und alternativ zu anderen Linien dieser Gruppe für die Herstellung eines Produktes eingesetzt werden kann.

  • Mehrfacharbeitsplatz ( ):

    Gruppe von Arbeitsplätzen innerhalb einer Fertigungslinie, auf denen exakt die gleiche Arbeit verrichtet wird. Innerhalb einer Linienstruktur fügen Sie einen Mehrfacharbeitsplatz immer dann ein, wenn die Komponenten, die an diesen Stationen verbaut werden, nicht von einem, sondern von mehreren Produktionsversorgungsbereichen entnommen werden. Diese Produktionsversorgungsbereiche müssen bei der Rückmeldung korrekt ermittelt werden. Die Ermittlung eines Produktionsversorgungsbereiches ist jedoch nur anhand des tatsächlich verwendeten Arbeitsplatzes möglich. Einen Mehrfacharbeitsplatz bilden Sie mit Hilfe der Alternative, die Sie für eine Linie oder einen Linienabschnitt anlegen können, ab.

Beispiel

Die Grafik stellt den hierarchischen Aufbau einer Linienstruktur unter Verwendung der wichtigsten Knotentypen dar:

Integration

Im Rahmen einer Abtaktung können Sie die Linienaktivitäten des Linienarbeitsplans den Linienelementen zuordnen. Damit beschreiben Sie den Ort, an dem diese Linienaktivitäten ausgeführt werden und ordnen indirekt auch die Komponenten ihrem Einbauort zu.