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Aufbau von Anwendungsprogrammen Dokument im Navigationsbaum lokalisieren

R/3-Anwendungsprogramme laufen auf den Workprozessen der Applikationserver des R/3-Basis-Systems ab. Aus diesem Grund sind R/3-Anwendungsprogramme unabhängig von Hardware und Betriebssystem. Sie sind aber nicht außerhalb eines R/3-Systems einsetzbar.

Wie wir in Übersicht über das R/3-Basis-System gesehen haben, stellt ein Workprozess einen Dynpro-Prozessor zur Bearbeitung von Benutzerinteraktionen, einen ABAP-Prozessor zur Bearbeitung von Verarbeitungslogik und eine Datenbankschnittstelle für die Verbindung zum Datenbanksystem zur Verfügung. Diese Komponenten eines Workprozesses bestimmen wie folgt den Aufbau von Anwendungsprogrammen:

Diese Grafik wird im zugehörigen Text erklärt

Anwendungsprogramme bestehen aus zwei Komponenten mit unterschiedlichen Aufgaben:

Ablauflogik

Die Komponente von Anwendungsprogrammen, die auf Benutzeraktionen auf Bildschirmen reagieren werden durch Dynpros (dynamische Programme) realisiert. Dynpros laufen auf dem Dynpro-Prozessor eines Workprozesses ab. Sie sind definiert durch eine Ablauflogik, die mit einer speziellen Teilmenge von ABAP, der Dynprosprache, programmiert wird, und durch ihre Verknüpfung mit Bildschirmmasken. Der SAP GUI präsentiert dem Benutzer die Bildschirmmasken und übermittelt die Benutzeraktionen an die zugehörigen Teile der Ablauflogik. Dynpros reagieren beim Programmablauf auf Benutzeraktionen und geben Sie durch den Aufruf von Programm-Modulen an die Verarbeitungslogik weiter.

Verarbeitungslogik

Die Komponente von Anwendungsprogrammen, welche speziell die Datenverarbeitung im R/3-System erledigt, wird durch ABAP-Programme (Advanced Business Application Programming) realisiert. ABAP-Programme laufen auf dem ABAP-Prozessor eines Workprozesses ab. Sie erhalten Bildschirmeingaben vom Dynproprozessor und senden Bildschirminhalte an den Dynproprozessor. Die Verarbeitungslogik greift über die Datenbankschnittstelle des jeweiligen Workprozesses auf das Datenbanksystem zu. Hierfür enthält ABAP enthält einen speziellen Befehlssatz namens Open SQL, mit dem unabhängig von der verwendeten Datenbank lesend und schreibend auf Daten zugegriffen werden kann. Die Open SQL-Befehle werden in der Datenbankschnittstelle in die Befehle der verwendeten Datenbank umgesetzt. Weiterhin gibt es die Möglichkeit über sogenannte Native SQL-Befehle die Datenbank ohne Umsetzung anzusprechen. Weitere Datenschnittstellen wie z. B. Speicher, sequentielle Dateien und externe Schnittstellen bieten zusätzliche Möglichkeiten zum Senden und Empfangen von Daten in ABAP-Programmen. In der Zusammenarbeit mit Dynpros spielen ABAP-Programme beim Programmablauf eher eine passive Rolle, da sie Module zur Verfügung stellen, die von der Ablauflogik aufgerufen werden.

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