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Dynprofolgen als Module aufrufen Dokument im Navigationsbaum lokalisieren

Wenn man eine Dynprofolge mitsamt ihrer Ablauf- und Anwendungslogik wiederverwendbar kapseln will, muß man beachten, daß alle Dynpros einer Folge immer fest mit einem einzigen ABAP-Programm verknüpft sind. Das ABAP-Programm enthält sämtliche von den einzelnen Dynpros aufrufbaren Dialogmodule.

Es ist zur Zeit also nicht möglich, Dynpros einer einzelnen Prozedur (Unterprogramm, Funktionsbaustein, Methode) zuzuordnen, sondern immer nur dem Rahmenprogramm der Prozedur.

Der vollständige Aufruf eines Rahmenprogramms, wie z.B. über CALL TRANSACTION, um eine Dynprofolge zu verwenden, öffnet eine neue SAP-LUW. Dieser Effekt ist insbesondere bei der Modularisierung von datenbankändernden Transaktionen nicht immer erwünscht.

Als Alternative bietet es sich an, eine externe Prozedur aufzurufen, deren Rahmenprogramm mit einer Dynprofolge verknüpft ist und die entsprechenden Dialogmodule enthält. Prozeduren laufen in der gleichen SAP-LUW und im gleichen internen Modus wie das aufrufende Programm.

Verwendung von Funktionsbausteinen

Häufig verwendet man Funktionsbausteine und ihre Funktionsgruppen, um Dynprofolgen zu definieren und aufzurufen, die in der gleichen SAP-LUW laufen wie der Aufrufer

Um eine Dynprofolge in einem Funktionsbaustein zu kapseln verwendet man innerhalb des Funktionsbausteins die Anweisung CALL SCREEN. Das aufgerufene Dynpro und alle Folgedynpros gehören zur Funktionsgruppe des Funktionsbausteins. Die Dialogmodule, die aus der Dynproablauflogik aufgerufen werden, sind im Rahmenprogramm des Funktionsbausteins definiert. Der Function Builder unterstützt die Definition von Dialogmodulen durch das automatische Anlegen von geeigneten Include-Programmen.

Diese Grafik wird im zugehörigen Text erklärt

Eine solche Funktionsgruppe enthält beispielsweise nur einen einzigen Funktionsbaustein und eine einzige Dynprofolge. Es sind aber auch mehrere Funktionsbausteine und mehrere unabhängige Dynprofolgen möglich.

Verwendung von Dialogbausteinen

Dialogbausteine waren die Vorläufer der Funktionsbausteine. Sie sollen inzwischen nicht mehr angelegt werden. Der Vollständigkeit halber wird hier kurz auf sie eingegangen.

Dialogbausteine sind Konstrukte, die ähnlich wie Transaktionscodes über ein Einstiegsdynpro mit einer Dynprofolge eines beliebigen ABAP-Programms verknüpft sind. Der Aufruf eines Dialogbausteins ruft das zugehörige ABAP-Programm auf und startet die Ausführung mit dem Einstiegsdynpro. Zusätzlich kann in einem Dialogbaustein eine Schnittstelle definiert werden. Die Parameter müssen zuvor im ABAP-Programm als globale Daten deklariert worden sein. Dialogbausteine werden mit einem dem Function Builder vergleichbaren Werkzeug (Transaktion SE35) der ABAP Workbench erstellt und verwaltet. Einem ABAP Programm können verschiedene Dialogbausteine zugeordnet werden.

Diese Grafik wird im zugehörigen Text erklärt

Der Aufruf eines Dialogbausteins erfolgt mit der Anweisung CALL DIALOG:

CALL DIALOG <dialog>
            [AND SKIP FIRST SCREEN]
            [EXPORTING f1 FROM a1.... fn FROM an]
            [IMPORTING f1 TO a1.... fn TO an]
            [USING itab].

Die Syntax von CALL DIALOG ist wie bei CALL TRANSACTION. Zusätzlich können globale Daten des aufgerufenen Programms über die Schnittstelle versorgt werden.

Beim Aufruf eines Dialogbausteins wird zwar wie bei einem startbaren Programm ein neuer interner Modus geöffnet, das aufgerufene Programm läuft aber in der gleichen SAP-LUW wie das aufrufende Programm. Da Dialogbausteine einen neuen Modus öffnen, sind sie weniger performant als Funktionsbausteine. Andererseits sind Dialogbausteine das einzige Mittel, um einen Moduswechsel ohne Wechsel der SAP-LUW zu erzwingen. Nur indem man das Einstiegsdynpro einer bestehenden Transaktion mit einem Dialogbaustein verknüpft, kann man eine gesamte Transaktion innerhalb der SAP LUW eines Aufrufers ausführen.

Wenn Dynprofolgen sowohl als Dialogbaustein in der SAP-LUW des Aufrufers als auch als Transaktion in eigener SAP LUW ausgeführt werden sollen, ist dafür zu sorgen, daß alle Verbuchungsaufträge ohne Verlust der Datenintegrität ausgeführt werden können. Es gelten folgende spezielle Bedingungen:

Falls die Dynprofolge als Dialogbaustein aufgerufen wird, wird davon ausgegangen, daß eine Sperre für ein bestimmtes Objekt bereits existiert. Falls die Dynprofolge als Transaktion gestartet wird, müssen eigene Sperren eingerichtet werden. Mit der Systemvariablen SY-CALLD kann zur Laufzeit festgestellt werden, ob ein Programm im aufgerufenen Zustand läuft oder nicht.

Die Anweisungen COMMIT WORK und ROLLBACK WORK führen im aufgerufenen Programm zu Datenbank-Commits bzw. Datenbank-Rollbacks. Mit CALL FUNCTION IN UPDATE TASK und PERFORM ON [COMMIT|ROLLBACK] registrierte Prozeduren werden aber erst bei den entsprechenden Anweisungen im aufrufenden Programm ausgeführt.

Es muß sichergestellt sein, daß der Aufruf eines solchen Funktionsbausteins bis zum nächsten COMMIT WORK im aufrufenden Programm verzögert werden darf.

Es muß sichergestellt sein, daß der Aufruf eines solchen Unterprogramms bis zum nächsten COMMIT WORK im aufrufenden Programm verzögert werden darf. Insbesondere werden die globalen Daten des Dialogbausteins mit dem internen Modus abgebaut, wenn die Kontrolle an das aufrufende Programm zurückgeht. Unterprogramme, die mit PERFORM ON COMMIT aufgerufen werden, dürfen also nicht mit diesen globalen Daten arbeiten.

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