Verteilungsmethode 
Die Verteilungsmethode legt fest, wie die Ergebnisse der Zeitauswertung für Mehrfachbeschäftigung auf die Beschäftigungsverträge eines Mitarbeiters verteilt werden sollen.
Für jeden Schritt einer Bearbeitungsvorschrift, der Lohnarten, Zeitsalden oder An- /Abwesenheitskontingente gekoppelt für mehrere Beschäftigungsverträge erzeugen kann, können Sie im Customizing eine eigene Verteilungsmethode angeben. Mit ihr legen Sie fest, anhand welches Verteilungsschlüssels die Verteilung der Ergebnisse auf die gerade aktuell zu verarbeitenden Beschäftigungsverträge erfolgen soll.

John Miller muss vormittags 4 Stunden auf Beschäftigungsvertrag A arbeiten, am Nachmittag 4 Stunden auf Beschäftigungsvertrag B.
Eine Regelung sieht vor, dass seine Arbeit nach mehr als 8 Stunden mit Mehrarbeitszulagen vergütet werden soll.
Für die Vergütung sind drei Modelle denkbar:
· Der Mitarbeiter erhält die Mehrarbeitsvergütung nach dem Beschäftigungsvertrag, auf dem er Mehrarbeiten geleistet hat.
· Der Mitarbeiter erhält die Mehrarbeitsvergütung nur auf einem bestimmten Beschäftigungsvertrag.
· Die Mehrarbeitsvergütung wird nach einem festgelegten Schlüssel auf die beiden Beschäftigungsverträge verteilt.
Über die Verteilungsfunktion legen Sie fest, wie die geleisteten Mehrarbeitsstunden auf die beiden Beschäftigungsverträge verteilt werden sollen.
Die Verteilungsmethoden weisen Sie im Customizing jeweils den einzelnen Schritten für Bearbeitungsvorschriften zu. Sie brauchen nur jenen Bearbeitungsvorschriften Verteilungsmethoden zuzuweisen, bei denen Sie auch eine gekoppelte Verarbeitung angegeben haben.

Weitere Informationen erhalten Sie im Einführungsleitfaden der Personalzeitwirtschaft unter Zeitauswertung ® Mehrfachbeschäftigung in der Zeitauswertung ® Bearbeitungsvorschriften der Zeitauswertung.
Beachten Sie: Besitzen die Ergebnisse Informationen zur Kostenzuordnung, muss sichergestellt sein, dass die entsprechenden Verrechnungswege im Controlling auch definiert bzw. gewünscht sind.
Um Ergebnisse auf die Beschäftigungsverträge zu verteilen, brauchen Sie nicht unbedingt eine Verteilungsmethode anzugeben. Abhängig von der auszuführenden Funktion verteilt das Rahmenwerk für die Bearbeitungsgegenstände die Ergebnisse wie folgt automatisch, wenn Sie keine Verteilungsmethode angeben:
· Bei Funktionen, die Ergebnisse erzeugen, die eindeutig den jeweiligen Beschäftigungsverträgen zuzuordnen sind, schreibt SAP R/3 die Ergebnisse dem entsprechenden Beschäftigungsvertrag zu.
Hiervon sind die folgenden Funktionen betroffen:
· PTIP (Bearbeiten der Zeitdatentabelle TIP)
· RTIP (Lese die Paartabelle TIP)
· GWT (Generierung von Lohnarten aus den Zeitpaaren)
· POVT (Bearbeiten der Tabelle ZML (Mehrarbeitslohnarten)

Beachten Sie hierzu auch die Erläuterungen in der jeweiligen Funktionsdokumentation.
· Bei Funktionen, deren Ergebnisse nicht eindeutig den jeweiligen Beschäftigungsverträgen zuzuordnen sind, verteilt SAP R/3 die Ergebnisse gleichmäßig auf die aktuell verarbeiteten Beschäftigungsverträge.
Im Standard stehen Ihnen bereits vier Verteilungsmethoden zur Verfügung, die Sie ohne weitere Anpassung verwenden können. Sie decken bereits die gängigsten Anforderungen an die Verteilung der Ergebnisse ab:
· Gleichverteilung der Ergebnisse: EQUAL (Gleichverteilung)
· Verteilung der Ergebnisse anhand der Sollarbeitszeit: PLWORKTIME (Sollarbeitszeit)
· Verteilung der Ergebnisse anhand der durchschnittlichen Arbeitsstunden: AVWORKTIME (Durchschnittliche Arbeitszeit)
· Verteilung der Ergebnisse anhand des Beschäftigungsgrades: CAPUTILLEV (Beschäftigungsgrad)
Wenn Sie über ABAP OO Kenntnisse verfügen, können Sie auch eigene Verteilungsmethoden anlegen. Hierzu steht Ihnen das BAdI PTCCE_DIST_DATA (Verteilung von Zeitauswertungsdaten auf Verträge) zur Verfügung.

Weitere Informationen zu den Verteilungsmethoden erhalten Sie im Einführungsleitfaden der Personalzeitwirtschaft unter Zeitauswertung ® Mehrfachbeschäftigung in der Zeitauswertung ® Bearbeitungsvorschriften der Zeitauswertung ® Verteilungsmethoden anlegen.
Meldungen, welche die Zeitauswertung bei Mehrfachbeschäftigung erzeugt, werden nicht über die Verteilungsmethoden an die Beschäftigungsverträge verteilt. SAP R/3 verteilt die Meldungen abhängig von der Kategorie der Meldung wie folgt:
· Abbruch (COLER E): Meldung wird auf alle aktuell verarbeiteten Beschäftigungsverträge verteilt.
· Fehler (COLER F): Meldung wird nur dann auf alle aktuell verarbeiteten Beschäftigungsverträge verteilt, wenn die verursachende Situation bei einer gekoppelten Verarbeitung aufgetreten ist.
· Information (COLER I): Meldung wird nur auf den Beschäftigungsvertrag verteilt, bei dem die verursachende Situation aufgetreten ist.