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Einsatzmöglichkeiten

Durch die regelmäßige Durchführung von Gefährdungsbeurteilungen, können Sie Ihre Mitarbeiter vor Arbeitsunfällen und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren gezielt schützen und somit einen präventiven Arbeits- und Gesundheitsschutz betreiben.

Daneben gibt es länderspezifische Gesetze und Vorschriften, die zur Durchführung und Dokumentation von Gefährdungsbeurteilungen verpflichten, beispielsweise das deutsche Arbeitsschutzgesetz. Wenn Sie die Gefährdungsbeurteilung des SAP EH&S einsetzen, können Sie den Anforderungen gerecht werden.

Die folgende Grafik gibt einen Überblick über den mit der Gefährdungsbeurteilung abgebildeten Prozeß.

Diese Grafik wird im zugehörigen Text erklärt

Voraussetzungen

Die zu beurteilenden Belastungen wurden im Belastungsprofil erfaßt.

Ablauf

1.       Gefährdungsbeurteilung über das Belastungsprofil anlegen

Der Ausgangspunkt für die Gefährdungsbeurteilung ist in der Regel das Belastungsprofil des Arbeitsbereichs. Hier finden Sie die Ausgangsliste der Belastungen, für die eine Gefährdungsbeurteilung durchgeführt werden kann. Sie wählen aus der Liste die Belastungen aus, für die eine Beurteilung durchgeführt werden soll und erzeugen den Kopfdatensatz der Gefährdungsbeurteilung über eine entsprechende Drucktaste.

Danach können Sie jede Belastung getrennt analysieren und beurteilen.

Hinweis

Falls Sie das Belastungsprofil nicht verwenden, können Sie die Gefährdungsbeurteilung auch direkt in der Komponente Gefährdungsbeurteilung anlegen. Dabei müssen Sie die Belastungen noch dem betrachteten Arbeitsbereich zuordnen.

2.       Meßwerte erfassen

Handelt es sich bei der zu beurteilenden Belastung um eine meßbare Größe, zu der Grenzwerte existieren, bietet sich für die Analyse der Vergleich der Meßwerte mit den Grenzwerten an. Hierfür müssen Sie zunächst die Ergebnisse Ihrer aktuellen Messungen erfassen. Anhand derer führen Sie später den Vergleich durch.

Ihre Meßergebnisse erfassen Sie in der Funktion Quantitäten. Neben der manuellen Erfassung haben Sie hier die Möglichkeit, Quantitäten mit Hilfe der Funktion Quantitätenermittlung aus anderen Anwendungen auszulesen und zu übernehmen, z.B. aus der Bestandsführung der SAP-Komponente Materialwirtschaft.

Die Quantitätenermittlung ist als User-Exit-Funktion realisiert und kann daher nach Ihren Bedürfnissen angepaßt werden.

3.       Belastungen analysieren und eine bewertende Einstufung vergeben

In der Gefährdungsanalyse untersuchen Sie anhand definierter Methoden (Analysemethoden) pro Arbeitsbereich und Betriebszustand die verfügbaren Informationen. Beispielsweise führen Sie einen Meßwert-Grenzwert-Vergleich durch. Für Gemische können Sie eine Summenbewertung durchführen.

4.       Haupteinstufung ermitteln und mit der Einstufung des Belastungsprofils abgleichen

Sie ermitteln die Gesamtbeurteilung (Haupteinstufung), indem Sie die Einstufungen, die Sie in den Analysen vergeben haben, auswerten. Zusätzlich können Sie das Ergebnis der Risikobetrachtung berücksichtigen.

Sie können die Haupteinstufung manuell vergeben oder über einen User-Exit berechnen lassen. Standardmäßig wird durch den User-Exit die höchste (d.h. schlechteste) Einzeleinstufung aus den Analysen und der Risikobetrachtung als Haupteinstufung übernommen. Sie können diesen Wert manuell überschreiben.

Empfehlung

Gleichen Sie nach der Vergabe der Haupteinstufung die Einstufung des Belastungsprofils mit der Haupteinstufung ab. Dadurch wird die Haupteinstufung in das Belastungsprofil übertragen.

5.       falls erforderlich: Arbeitsschutzmaßnahmen oder Schutzziele definieren und verfolgen

Sie können direkt aus dem Kontext einer Gefährdungsbeurteilung Schutzziele und Arbeitsschutzmaßnahmen definieren.

Maßnahmen mit entsprechendem Customizing (z.B. technische Maßnahmen) können Sie durch die Integration in die SAP-Komponente Instandhaltung (PM) in Form von Meldungen an die Instandhaltungsabwicklung übergeben. Nach Erledigung im PM können Sie die Daten wieder in den Arbeitsschutz zurücklesen. Der Meldende wird per E-Mail in seinem Business Workplace (für R/3-Release vor 4.6A in SAPoffice) über das Zurücklesen benachrichtigt und kann im Anschluß die Wirksamkeit der Maßnahmen kontrollieren.

6.       Gefährdungsbeurteilung abschließen

Nachdem Sie alle Daten kontrolliert und die Wirksamkeit der Maßnahmen überprüft haben, können Sie die Gefährdungsbeurteilung abschließen. Dazu vergeben Sie die Bewertung nach Kontrolle.

Empfehlung

Führen Sie nach der Vergabe der Bewertung nach Kontrolle nochmals einen Abgleich mit dem Belastungsprofil durch. Dadurch wird anstelle der Haupteinstufung die Bewertung nach Kontrolle in das Belastungsprofil übertragen.

7.       optional: Datum der nächsten Gefährdungsbeurteilung angeben

Wenn Sie planen, die Gefährdungsbeurteilung zu einem bestimmten Datum zu wiederholen (Folgebeurteilung), können Sie ein Fälligkeitsdatum eintragen. Indem Sie später eine entsprechende Suchanfrage stellen, können Sie nach den fälligen bzw. überfälligen Gefährdungsbeurteilungen recherchieren.

8.       falls erforderlich: Folgebeurteilung durchführen

Wenn Sie die Gefährdungsbeurteilung wiederholen wollen oder sich die Bedingungen am Arbeitsbereich durch die Inbetriebnahme eines neuen Anlagenteils geändert haben, können Sie eine Folgebeurteilung durchführen. In diese Beurteilung werden die Kopfdaten der bereits durchgeführten Beurteilung und die Quantitäten übernommen – die Daten der Gefährdungsanalyse und der Maßnahmen sind jedoch unbewertet und können somit erneut bearbeitet werden.

Die Daten der vorherigen Gefährdungsbeurteilung stehen Ihnen nach dem Anlegen der Folgebeurteilung immer noch zur Verfügung. Sie sind jedoch in Ihrer Gültigkeit abgegrenzt. Zum Aufrufen müssen Sie in der Suchanfrage den Stichtag entsprechend zurücksetzen.

Hinweis

Sie können über das Arbeitsschutz-Informationssystem alle Versionen einer Gefährdungsbeurteilung anzeigen.

Hinweis

Das System vergibt beim Anlegen der Folgebeurteilung eine interne Änderungsnummer. Sie können daher pro Tag nur eine Folgebeurteilung anlegen.

Siehe auch:

Gefährdungsbeurteilung aufrufen

9.       optional: Status bearbeiten

Sie können ein Freigabeverfahren anschließen. Dadurch können Sie ein mehrstufiges Freigabeverfahren durchführen, in dem verschiedene Instanzen (Personen, Abteilungen, Organisationseinheiten) ihre Zustimmung oder Ablehnung zu der Gefährdungsbeurteilung abgeben können. Nachdem alle Instanzen durchlaufen wurden, wird nochmals ein Gesamtstatus abgegeben. Alle Entscheidungen werden im Statusprotokoll festgehalten und können über eine entsprechende Drucktaste angezeigt werden. Aufgrund der Entscheidung im Freigabeverfahren können organisatorische Maßnahmen folgen, die beispielsweise den Austausch eines Stoffes (Belastung) durch einen Ersatzstoff fordern.

Hinweis

Auch nach der Statusbearbeitung können Sie einen Abgleich mit dem Belastungsprofil vornehmen. Dabei wird die Bewertung nach Kontrolle in das Profil übertragen.

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