Beispiel der Entnahme eines
Halbfabrikats 
In diesem Abschnitt wird die Buchungssystematik anhand des Beispiels der Entnahme eines Halbfabrikats auf einen Fertigungsauftrag innerhalb von einem Buchungskreis erläutert.
In der Finanzbuchhaltung werden die Buchungen nur in der legalen und der Konzern-Bewertungssicht abgebildet. Im Controlling werden zu Abstimmzwecken alle Bewertungssichten geführt. In der Profitcenter-Rechnung werden Transferpreise aus Profitcenter-Bewertungssicht abgebildet.
Der Material-Ledger-Bestandswert beträgt
· EUR 100 in der legalen Bewertungssicht
· EUR 80 in der Konzern-Bewertungssicht
· EUR 120 in der Profitcenter-Bewertungssicht
Das Halbfabrikat 1 ist dem Profitcenter 1 zugeordnet. Der Fertigungsauftrag 2 ist dem Profitcenter 2 zugeordnet. Der Transferpreis für “Verkäufe” des Halbfabrikats zwischen Profitcentern beträgt EUR 150.

In der Materialnebenbuchhaltung werden folgende Zeilen gebucht:
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Bestandsveränderung |
(L) 100 |
an |
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Bestand |
(L) 100 |
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In der Finanzbuchhaltung werden folgende Zeilen gebucht:
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Bestandsveränderung |
(L) 100 |
an |
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Materialbestand |
(L) 100 |
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Aus diesem Buchungssatz der Finanzbuchhaltung wird nur der CO-relevante Teil Bestandsveränderung auf den Fertigungsauftrag gebucht.
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Bestandsveränderung |
(L) 100 |
Buchung in der Profitcenter-Rechnung
Das Halbfabrikat ist einem anderen Profitcenter zugeordnet als der Fertigungsauftrag. Aus Profitcenter-Sicht handelt es sich um einen “Verkauf” von Profitcenter 1 an Profitcenter 2. Die Abbildung dieses Verkaufs erfolgt durch mehrere Buchungssätze, die einzeln dargestellt werden.
Zunächst erhält das abgebende Profitcenter 1 den Transferpreis von EUR 150 als internen Erlös gutgeschrieben. Auf die Buchung einer internen Forderung wird in der Profitcenter-Rechnung verzichtet, da keine Zahlung erfolgen wird. Ein Ausgleich ist deshalb nicht möglich, und da ein Profitcenter keine bilanzierende Einheit ist, die eine vollständige Bilanz mit Saldo Null ausweisen kann, ist ein Ausgleich auch nicht erforderlich.
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Interne Erlöse |
(P) 150 |
Die Lieferung des Halbfabrikats wird im Profitcenter 1 durch den folgenden Buchungssatz festgelegt:
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Interne Bestandsveränderung |
(P) 120 |
an |
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Bestand |
(P) 120 |
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In Summe zeigt das Profitcenter 1 die folgende Erfolgsdarstellung nach dem Gesamtkostenverfahren in den Berichtszeilen :
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Externer Umsatz |
0 |
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Interner Umsatz |
150 |
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Bestandsveränderung |
-120 |
|
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Ergebnis |
30 |
Das Konto interne Bestandsveränderung wird dabei gemeinsam mit dem Konto Bestandsveränderung in der Position Bestandsveränderung ausgewiesen, um einen korrekten Ausweis der Bestandsveränderung aus Profitcenter-Sicht zu erzielen.
Im aufnehmenden Profitcenter 2 wird zunächst die Buchungszeile Bestandsveränderung übernommen und mit dem Transferpreis bewertet:
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Bestandsveränderung |
(P) 150 |
Profitcenter 2 |
Analog zu den Forderungen wird auf die Buchung einer internen Verbindlichkeit verzichtet.
Da aus Profitcenter-Sicht jedoch keine Bestandsveränderung stattgefunden hat, findet zusätzlich eine Umbuchung auf die Position Lieferung von anderen Profitcentern statt, um einen korrekten Ausweis der Bestandsveränderung je Profitcenter zu gewährleisten.
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Lieferung von anderen |
(P) 150 |
an |
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Interne Bestandsveränderung |
(P) 150 |
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Diese zusätzliche Buchung kann wegfallen, falls ein Erfolgsausweis nach dem Umsatzkostenverfahren erfolgt, da dann keine Berichtsposition Bestandsveränderung auftritt. Außerdem entfällt sie bei einem Verbrauch von Rohstoffen.
Damit ergibt sich folgende Erfolgsdarstellung im Berichtswesen für Profitcenter 2:
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Externer Umsatz |
0 |
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Interner Umsatz |
0 |
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Bestandsveränderung |
0 |
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Lieferung von anderen |
-150 |
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Ergebnis |
-150 |
Wie oben erwähnt werden die Konten Bestandsveränderung und interne Bestandsveränderung in der Berichtsposition Bestandsveränderung ausgewiesen.