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Heutige Situation

Das R/3 besteht heute aus mehr als 300.000 Entwicklungsobjekten (Programme, Tabellen, Dynpros, BAPIs, Funktionsbausteine, Typen etc.). Diese Objekte sind in mehr als 1.700 flach nebeneinander liegenden Entwicklungsklassen gruppiert.
Grundsätzlich kann jeder Entwickler jedes Entwicklungsobjekt nutzen. Einen Schutz vor Verwendung der eigenen Entwicklungsobjekte kann ein Entwickler daher kaum einrichten. Ebenso kann er diejenigen Entwicklungsobjekte nur schwer auszeichnen, die er anderen zur Verfügung stellen möchte. Ferner sind die Möglichkeiten einer technischen Modularisierung im Kleinen, z.B. mittels Modulpools, Funktionsgruppen oder Klassen sehr begrenzt. Im Großen wie im Kleinen fehlen also geeignete Mechanismen für eine technische Modularisierung.
Hier setzen die Pakete an. Sie stellen eine Weiterentwicklung der heutigen Entwicklungsklassen mit neuer zusätzlicher Semantik dar und dienen zur technischen Zerlegung, Kapselung und Entkopplung von R/3 im Großen und im Kleinen.

Pakete

Die bisherigen Entwicklungsklassen sind als einfache Container für Entwicklungsobjekte mit einer Transportschicht versehen, die den Transportweg festlegt. Als Erweiterung von Entwicklungsklassen sind die Pakete durch die Grundeigenschaften Schachtelbarkeit, Schnittstellen und Sichtbarkeit sowie durch Verwendungserklärungen charakterisiert.

In der nachfolgenden Abbildung sind die Grundeigenschaften von Paketen nochmals grafisch veranschaulicht.

Diese Grafik wird im zugehörigen Text erklärt

Mittels Schnittstellen und Sichtbarkeit kann ein Paket sein Angebot an Dienstleistungen kenntlich machen. Alle sichtbaren Elemente können potentiell von anderen Paketen genutzt werden. Nicht sichtbare Elemente dagegen können von anderen Pakete auch nicht genutzt werden. Damit kann ein Paket seine Elemente vor beliebiger Fremdverwendung schützen und seine Inhalte kapseln.

Verwendungserklärungen schränken die Nutzung von sichtbaren Elementen fremder Schnittstellen ein. Nicht alle Elemente, die sichtbar sind, können auch verwendet werden. Erst bei Vorliegen einer Verwendungserklärung auf eine Schnittstelle eines fremden Paketes kann ein Paket die sichtbaren Elemente dieses Paketes nutzen.

Schachtelbarkeit erlaubt eine hierarchische Aufteilung von größeren Einheiten des R/3. Im Zusammenspiel von Schnittstellen und Verwendungserklärungen lassen sich zusätzlich die Paketelemente auf einfache Weise verbergen und so vor nicht beabsichtigter Verwendung schützen.

Mit diesen Paketkonzept besteht nun die Möglichkeit, das R/3 in technische Einheiten in Form von Paketen zu zerlegen und zu kapseln, die hohen Abhängigkeiten zu verringern und damit das System im Großen und im Kleinen zu entkoppeln.

Hinweis

Es wird sowohl auf der Seite der Nutzer, wie der Anbieter oder für beide zugleich, beständige Ausnahmen von Paketprüfungen geben. Dies ist z.B. bei bestimmten Systemprogrammen oder bei generierten Programmen sinnvoll.

Ferner wird es bei Migrationsprojekten im allgemeinen eine Übergangsphase geben, in der Paketprüfungen zunächst abgeschwächt werden.

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