Anfang des InhaltsbereichsHintergrunddokumentation Verbuchungs-Dispatching mit Lastausgleich Dokument im Navigationsbaum lokalisieren

In einem SAP-System können mehrere Verbuchungsserver Verbuchungsdienste anbieten. In einem solchen Fall verteilt das SAP-System automatisch die Verbuchungsaufträge unter den verfügbaren Verbuchungsservern anhand eines Prozesses, der als Verbuchungs-Dispatching bezeichnet wird.

Die Verbuchungsverarbeitung wird durch einen Auftrag von dem Dialogserver ausgelöst, auf dem eine Verbuchung generiert wurde. Dieser Auftrag wird an einen bestimmten Verbuchungsserver gesendet. Der Dialogserver entscheidet also, welcher Verbuchungsserver für eine bestimmte Verbuchung verwendet werden soll.

Die Grundlage für den Lastausgleich ist eine Liste der verfügbaren Verbuchungsserver. Diese Liste ist auf jedem Applikationsserver vorhanden und wird automatisch vom Message-Server aktualisiert, wenn ein Server startet oder stoppt oder über einen Wechsel in eine neue Betriebsart seine Konfiguration ändert. Mit Server anzeigen können Sie sich diese Liste anzeigen lassen.

Wenn mehr als ein Verbuchungsserver für die Verarbeitung eines Verbuchungssatzes in Frage kommt, wählt der Dialogserver den zu verwendenden Verbuchungsserver anhand eines Lastausgleichsalgorithmus.

Dieser Lastausgleichsalgorithmus weist den Verbuchungsservern zyklisch reihum Verbuchungssätze zu. Ein Server sendet Verbuchungsaufträge nacheinander zu jedem Verbuchungsserver. Wenn die Anzahl der gesendeten Aufträge der Anzahl der Verbuchungs-Workprozesse an einem Verbuchungsserver entspricht, wird der Server bis zum Anfang des nächsten Zyklus von der Liste genommen. Wenn alle Verbuchungs-Workprozesse im SAP-System auf diese Art Verbuchungsaufträge erhalten haben, beginnt der Zyklus von neuem mit allen Verbuchungsservern.

Wurde ein V2-Workprozeß Upd2 definiert, können V2-Verbuchungsmodule nur von diesem Workprozeß verarbeitet werden.

Existiert kein V2-Workprozeß, werden V2-Verbuchungen in V1-Workprozessen verarbeitet. Eine V2-Verbuchungskomponente muß jedoch warten, bis alle V1-Verbuchungsaufträge abgearbeitet sind.

Das folgende Beispiel erklärt den Lastausgleichsalgorithmus.

Beispiel

Diese Grafik wird im zugehörigen Text erklärt

Auf Verbuchungsserver 1 laufen zwei Workprozesse für V1-Verbuchungsmodule. Verbuchungsserver 2 hat einen V1- und einen V2-Verbuchungs-Workprozeß. Ein Lastausgleichszyklus für V1-Verbuchungen besteht also aus drei Verbuchungsaufträgen. Diese werden wie folgt verteilt:

  1. Der erste und zweite Verbuchungsauftrag werden an Verbuchungsserver 1 gesendet (Anzahl der Aufträge = Anzahl der V1-Verbuchungs-Workprozesse * Parameter rdisp/vb_factor (Standardwert 1; siehe hierzu Weitere Systemprofilparameter). Den Parameter auf einen anderen Wert als 1 zu stellen kann sinnvoll sein, wenn ein Verbuchungsserver deutlich schneller ist und deshalb mehr Verbuchungsaufträge erhalten soll.
  2. Für den dritten Auftrag wählt das Verbuchungssystem zu Verbuchungsserver 2. Der Lastausgleichszyklus ist komplett (Anzahl der vergebenen Verbuchungen = Anzahl der Verbuchungs-Workprozesse).
  3. V1-Verbuchungsauftrag 4 wird wieder an Verbuchungsserver 1 gesendet, und der Zyklus wiederholt sich.
  4. V2-Verbuchungen werden der Reihe nach von dem V2-Workprozeß abgearbeitet.

Neuzuweisung bei Ausfall eines Verbuchungsservers

Wenn ein Verbuchungsserver aus irgendeinem Grund ausfällt, übernehmen die anderen Verbuchungsserver im System und verarbeiten etwaige Verbuchungen, die der ausgefallene Server nicht verarbeiten konnte.

Wenn ein Verbuchungsserver beispielsweise abgeschaltet wird, findet der SAP-Message-Server anhand einer Fehlermeldung zu der fehlenden Serververbindung oder bei der regelmäßig durchgeführten Verbindungsüberprüfung heraus, daß der Server nicht mehr verfügbar ist.

Nachdem der Message-Server darüber informiert ist, aktualisiert er die Liste der Applikationsserver und der entsprechenden Dienste und verteilt die Liste an die anderen Applikationsserver.

Der erste Verbuchungsserver auf der Liste übernimmt automatisch die Aufgabe der Verteilung der Verbuchungsaufträge des ausgefallenen Servers anhand der oben beschriebenen dynamischen Verbuchungszuweisungskriterien.

 

 

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