Anfang des InhaltsbereichsHintergrunddokumentation Performance im Infosystem Dokument im Navigationsbaum lokalisieren

Das Infosystem der Ergebnisrechnung hat die Aufgabe, Daten aggregiert anzuzeigen. Dazu müssen viele Daten von der Datenbank gelesen werden. Im R/3-System ist der Datenzugriff jedoch darauf optimiert, daß viele Transaktionen jeweils wenige Daten verarbeiten.

Um der besonderen Anforderung gerecht zu werden, gibt es im Infosystem zwei verschiedene Ansätze des Datenzugriffs.

Beispiel

Bei einem Bericht, der beim Aufruf nur wenige Zeilen anzeigt (z.B. das Unternehmensergebnis), aber eine Navigation ins Detail bis zu den Merkmalen Kunde und Artikel ermöglicht, werden alle Daten beim Aufruf des Berichts in den Hauptspeicher geladen, d.h. alle möglichen Kunde/Artikel-Kombinationen des Unternehmens. Das bedeutet, daß ein großer Teil der Objektebene in den Hauptspeicher geladen werden müßte, in der Regel reicht der Hauptspeicher dazu nicht aus.

Beispiel

Beim Ausführen des im obigen Beispiel genannten Berichts werden zunächst nur die Unternehmensdaten angezeigt und erst beim Drill-down die detaillierteren Daten gelesen.

In den folgenden Abschnitten wird beschrieben, wie diese beiden Ansätze im System umgesetzt sind und was Sie beachten sollten.

Lesen der gesamten Daten beim Berichtsaufruf

In diesem Fall werden beim Ausführen eines Berichts die selektierten Daten mit der im Bericht ausgewählten Detaillierung in den Hauptspeicher geladen. Bei sehr detaillierten Berichten - z.B. mit den Merkmalen Kunde und Artikel - dauert das sehr lange, wenn der Bericht durch die Selektion nicht stark eingeschränkt ist. Einen performanten Aufruf des Berichts kann diese Art des Datenzugriffs nicht leisten.

Ein Bericht, bei dem die gesamten Daten beim Berichtsaufruf gelesen werden, sollte eine geringe Detaillierung haben. Jetzt kann über eine geeignete Vorverdichtung die Performance verbessert werden.

Es gibt folgende Arten von Vorverdichtungen:

Berichtsspezifische Sicherungsdaten legen Sie an, indem Sie den Bericht im Hintergrund ausführen und in der Selektion die Option Neuaufbau Sicherungsdaten auswählen. Auch online ist das Anlegen von Sicherungsdaten möglich, nämlich in der Berichtsanzeige über Bericht ® Sichern Daten. Wenn Sie den Bericht mit derselben Selektion erneut aufrufen, haben Sie die Möglichkeit, diese Sicherungsdaten anzuzeigen. Wenn Sie einen aktuelleren Stand der Sicherungsdaten haben möchten, müssen Sie diese neu anlegen.

Die folgenden Vorverdichtungsarten (Verdichtungsdaten und Verdichtungsebenen) werden beim Ausführen des Berichts verwendet, wenn Sie entsprechende Optionen bei der Definition eines Berichts auf der Registerkarte Optionen festgelegt haben (siehe auch Ergebnisbericht anlegen).

Berichtsspezifische Verdichtungsdaten werden beim ersten Ausführen eines Berichts mit der Option Verdichtungsdaten führen automatisch angelegt. Dieses erste Ausführen sollte im Hintergrund erfolgen. Bei erneutem Ausführen des Berichts werden die Verdichtungsdaten gelesen und ggf. um aktuelle Daten (d.h. aktuelle Einzelposten) ergänzt (wenn die entsprechende Option für den Bericht ausgewählt wurde). Dieser aktuelle Stand wird im Bericht angezeigt, und zusätzlich werden die Verdichtungsdaten entsprechend aktualisiert.

Verdichtungsebenen gelten im Gegensatz zu den berichtsspezifischen Verdichtungsdaten für die gesamte Ergebnisrechnung. Wie bei Verdichtungsdaten können automatisch die aktuellen Einzelposten hinzugelesen werden. Verdichtungsebenen aggregieren die gesamte Datenbank, nicht nur die für einen Bericht relevanten Daten. Sie müssen manuell aufgebaut werden.

Hinweis

Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie unter Verdichtungsebenen.

Nachlesen der Daten bei jedem Navigationsschritt

In diesem Fall werden beim Ausführen des Berichts nur die Daten in den Hauptspeicher geladen, die für die aktuell anzuzeigende Liste benötigt werden. Bei jedem Navigationsschritt erfolgt ein erneuter Zugriff auf die Datenbank, bei dem wiederum nur die gerade benötigten Daten selektiert werden.

Voraussetzung dafür, daß eine performante Navigation im Bericht möglich ist, sind geeignete Verdichtungsebenen für verschiedene Navigationsebenen. Außerdem sollten Sie die Regeln für den Aufbau eines Berichts bezüglich Formular und Selektion beachten (s.u. im Absatz Empfehlungen zum Aufbau des Berichts). Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, ist ein performanter Drill-down vom Unternehmensergebnis bis zum Einzelposten, d.h. bis zur untersten Detaillierungsebene (Kunde/Artikel) möglich.

Sie aktivieren diese Funktion bei der Berichtsdefinition auf der Registerkarte Optionen (Kennzeichen Nachlesen bei jedem Navigationsschritt).

Hinweis

Für Berichte mit der Option Nachlesen bei jedem Navigationsschritt werden immer Verdichtungsebenen als Vorverdichtung verwendet. Sie können keine Verdichtungsdaten oder Sicherungsdaten anlegen, weil dafür die gesamten Berichtsdaten nötig wären.

Achtung

Externe Hierarchien werden erst nach dem Lesen der Daten bei jedem Navigationsschritt ausgewertet. Verwenden Sie daher möglichst keine externen Hierarchien zur Einschränkung der selektierten Daten.

Das folgende Beispiel erläutert, wie Sie einen detaillierten Bericht mit den Merkmalen Kunde und Artikel für einen performanten Zugriff von vielen Benutzern realisieren.

Beispiel

    1. Definieren Sie einen Ad-hoc-Bericht mit den freien Merkmalen Verkaufsorganisation, Kunde und Artikel (in dieser Reihenfolge).
    2. Markieren Sie für den Bericht auf der Registerkarte Optionen die Option Nachlesen bei jedem Navigationsschritt.
    3. Lassen Sie sich für den Bericht eine Verdichtungsebene vorschlagen. Rufen Sie dazu im Customizing Werkzeuge ® Verdichtungsebenen ® Verdichtungsebenen definieren auf und dort Zusätze ® Vorschlag für ® Berichte.
    4. Kopieren Sie diese vorgeschlagene Verdichtungsebene zweimal und ergänzen Sie die Ebenen um einen Stern (*) bei folgenden Merkmalen:
    5. Ebene 1: Verkaufsorganisation

      Ebene 2: Verkaufsorganisation und Kunde

      Ebene 3: Verkaufsorganisation, Kunde und Artikel

    6. Bauen Sie die Verdichtungsebenen auf (siehe Datenversorgung von Verdichtungsebenen).
    7. Führen Sie den Bericht aus.

Wenn Sie dieses Beispiel in Ihrem System realisieren, können Sie nach und nach die Komplexität erhöhen und dadurch ein Gefühl dafür bekommen, wann sich die Performance verschlechtert.

Empfehlungen zum Aufbau eines Berichts

Eine wichtige Möglichkeit, die Menge der zu lesenden Datensätze zu verringern und damit die Performance zu verbessern, ist ein geeigneter Aufbau des Berichts. Folgende Faktoren sind kritisch für die Performance:

Die Menge und die Art der verwendeten Merkmale macht die Komplexität eines Formulars aus. Unkritisch sind Merkmale mit wenigen Merkmalswerten, kritisch solche mit vielen Merkmalswerten.

Bei Berichten, die alle Daten beim Aufruf lesen, müssen umso mehr Daten gelesen werden, je detaillierter der Drill-down im Bericht definiert ist.

Für Berichte, die die Daten jeweils nachlesen, gilt diese Einschränkung nicht.

Je mehr Sie die Selektion auf dem Einstiegsbild eines Berichts einschränken, desto geringer ist die Datenmenge, die gelesen werden muß.

Daraus ergeben sich einige Grundsätze beim Aufbau eines Berichts, durch die der Hauptspeicherbedarf reduziert wird:

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