
Konditionen
Definition
Kondition
Eine Kondition ist ein vertraglich vereinbarter Bestandteil eines Finanzgeschäfts oder Finanzinstruments. Sie beschreibt dessen zeitliche und betragsmäßige Ausstattung (Zinsen, Tilgung, etc.).
Konditionsart
Die Definition der Konditionen erfolgt über Konditionsarten. Den Konditionsarten sind im Customizing unter Konditionsarten definieren Bewegungsarten zugeordnet, welche Veränderungen in den Zahlungsströmen darstellen und Elemente des Finanzstroms sind. Den im Customizing definierbaren Bewegungsarten werden die systemseitig vorgegebenen Bewegungstypen und Berechnungstypen zugeordnet. Der Bewegungstyp steuert die buchhalterische Verarbeitung der Bewegung und der Berechnungstyp die Verarbeitung im Finanzstrom.

Die SAP liefert für die gängigen Geschäftsvorfälle Bewegungsarten aus, die Sie ohne Anpassungen nutzen können.
Typische Konditionsarten sind z.B. Zinsen, Endfällige Tilgung, etc.
Konditionsgruppe
Zusammenfassung von Konditionsarten
Jede Produktart benötigt nur eine bestimmte Auswahl der Konditionsarten. Im Customizing unter Konditionsgruppen definieren legen Sie verschiedene Konditionsgruppen an und ordnen ihnen verschiedene Konditionsarten zu. Diese Konditionsgruppen werden dann unter Produktarten definieren den einzelnen Produktarten zugeordnet.
Verwendung
Die Konditionen umfassen alle relevanten Daten zum Aufbau der konditionsbasierten Bewegungen im Finanzstrom. Die verschiedenen Angaben zu den einzelnen Konditionsarten bestimmen die genaue Berechnung der Bewegungen.
Bei den Konditionen im Bereich Darlehensverwaltung handelt es sich im allgemeinen um sogenannte Individualkonditionen. Dies bedeutet, daß eine Kondition nicht unabhängig von einem Geschäft existieren kann. Über die Funktion
Neugeschäft-Tableau können jedoch für verschiedene Zeiträume unterschiedliche Konditionen (Varianten) im Vorfeld einer Vertragsanlage zentral definiert werden. Diese können dann in ein Vertragsangebot bzw. einen Vertrag übernommen werden.Die Konditionen werden zusammen mit den anderen Vertragsdaten zu einem aufgenommenen und vergebenen Darlehen in der Geschäftsverwaltung erfaßt.
Die Konditionen können bis zur Vertragsauszahlung geändert werden. Nach der Auszahlung des Darlehens sind Änderungen der Konditionen nur möglich, wenn Sie dafür eine gesonderte Berechtigung haben. Davon ausgenommen sind nicht finanzrelevante Konditionsdaten wie die Regulierer- und Buchungsdaten in den Konditionspositionen sowie Antrags-, Vertrags- und Kündigungsdaten in den Konditionskopfdaten, die auch ohne Berechtigung änderbar sind.
Sie haben die Möglichkeit, die Konditionen zunächst für einen bestimmten Zeitraum (Festschreibungszeit) festzuschreiben. Nach dem Ablauf dieses Zeitraums verlieren die bisherigen Konditionspositionen ihre Gültigkeit und das Geschäft muß prolongiert werden, d.h. neue Konditionen müssen zum Vertrag festgelegt werden.
Prolongation
Grundsätzlich werden in die Prolongation alle Konditionen übernommen, die rhythmisch ausgesteuert sind.
Einmalige Konditionen werden nur übernommen, wenn ihr Gültig ab-Datum in der neuen Festschreibungszeit liegt.
Beispiel: Prolongation von Nullkonditionen und statistischen Konditionen
Es gelten die folgenden Regeln:
Statistische Konditionen bekommen immer das Gültig-ab Datum 'Prolongationsdatum plus 1 Tag'.
Grafiken: Prolongationsszenarien


Siehe auch:
ProlongierenAufbau
Wenn Sie ein Darlehen anlegen bzw. ändern, wählen Sie bei den Stammdaten die Registerkarte Konditionen.
Identifikationsblock
Aus den ersten Zeilen der Stammdaten entnehmen Sie, um welches Darlehen es sich handelt. Folgende Daten werden Ihnen angezeigt:
Registerkarten
Im Konditionskopf finden Sie Konditionsgrunddaten wie Kapitalbetrag, Auszahlungskurs, Tilgungsart sowie die Art der Disagioermittlung. Zudem legen Sie im Bereich Laufzeit/Festschreibung den aktuellen Festschreibungszeitraum fest. Im Bereich Verzinsung hinterlegen Sie z.B. Angaben zur Effektivzinsmethode.
Hier haben Sie die Möglichkeit, z.B. Daten zum Vertrag, das Sonderzinskennzeichen zur Berechnung der Verzugszinsen, einen Vergleichseffektivzins sowie Angaben zum internen Effektivzins einzugeben.
Sie können Informationen zum Verlauf des Angebots, wie z.B. den Gültigkeitszeitraum für die Konditionen des Angebots sowie Daten zur Annahme des Angebots einfügen.
Hier hinterlegen Sie den Kündigungstermin, zu dem das Darlehen vom Darlehensnehmer gekündigt wurde sowie den frühesten Termin, zu dem der Darlehensgeber das Darlehen einseitig kündigen kann.
Diese Daten gelten für alle Konditionspositionen bzw. ergänzen die Angaben zu den einzelnen Konditionspositionen.
Welche Felder Ihnen hier zur Eingabe zur Verfügung stehen, können Sie zum Teil im Customizing über die Feldauswahlsteuerung unter Buchungskreisabhängige Einstellungen zur Produktart definieren.
Konditionspositionen
Pro Produktart stehen Ihnen hier gemäß Ihren Einstellungen im Customizing unterschiedliche Konditionsarten zur Eingabe zur Verfügung.
Eine Konditionsposition besteht aus den verschiedenen Angaben (Termine und Beträge) zu der jeweiligen Konditionsart. Dies sind z.B. bei der Konditionsart Nominalzinsen das Gültig ab-Datum, der Berechnungs- und Fälligkeitstag, der Prozentsatz etc.
Über die Feldauswahlsteuerung im Customizing unter Konditionsarten definieren können die meisten Eingabefelder pro Konditionsart als Kann-, Muß- oder Anzeigefelder eingestellt bzw. gegebenenfalls ausgeblendet werden.
Eine Vorbelegung der Felder ist im Customizing unter Buchungskreisabhängige Einstellungen zur Produktart möglich. Diese gelten auch für ausgeblendete Felder.

Sie sollten sich die vorbelegten Felder anzeigen lassen und sie nicht ausblenden.
Konditionsdetailbild
Über Doppelklick auf eine Konditionsposition oder durch Markieren der Konditionsposition und Ausführen der Funktion Details zur Position verzweigen Sie in das Detailbild zu den Konditionen. Die Detailierung in dem Bild Konditionsdetails zeigt die genaue Ausgestaltung der Kondition und beinhaltet, in Abhängigkeit von der Feldauswahlsteuerung zur Kondition, zusätzliche Felder gegenüber dem Bild Konditionen.
Neben allgemeinen Angaben zum Darlehen wie Buchungskreis, Produktart oder Darlehensnummer befindet sich hier das Feld Konditionsform, dessen drei Ausprägungen die Erstellung der jeweiligen Bewegungen der Konditionsposition im Finanzstrom beeinflussen:
Über die Eingabe einer sogenannten Nullkondition können Sie die Wirksamkeit einer Konditionsposition zu jedem beliebigen Datum beenden. Erfassen Sie hierzu eine neue Konditionsposition der gleichen Konditionsart, setzen Sie das Gültig ab-Datum auf den gewünschten Termin und kennzeichnen Sie die Position als Nullkondition. Damit wird z.B. eine Tilgungsaussetzung abbildbar. Über eine weitere Konditionsposition können Sie Berechnungen zu dieser Konditionsart wieder aktivieren.
Konditionspositionen, deren Werte für die finanzmathematische Berechnungen unverändert bleiben sollen, werden für alternative Berechnungen z.B. Ermittlung des Nominalzinssatzes bei vorgegebenen Effektivzinssatz 'fixiert'.
Diese Ausprägung bewirkt, daß die Konditionsposition ignoriert wird. Aus ihr werden keine Bewegungssätze im Finanzstrom erzeugt. Statistische Konditionen werden zumeist als Merkhilfe für die Konditionsübersicht verwendet, z.B. für die Anzeige von Prolongationszahlungen oder Gebühren, die nicht vertragswirksam werden sollen.
Über den Button Terminvorschau können Sie sich aus dem Detailbild heraus eine Liste der Termine zu den Bewegungen der jeweiligen Konditionsart anzeigen lassen. Sie finden dort den Fälligkeitstag, den Zahltag, den Berechnungszeitraum und die sich daraus ergebenden Berechnungstage (Zinstage) sowie die Zinsberechnungsmethode.
Das Bild Konditionsdetails enthält drei Registerkarten:
Hier können Sie Angaben zu den Beträgen bzw. dem Betrag einer Konditionsart eingeben. Bei der Konditionsart Nominalzinsen sind dies genauere Angaben zur Verzinsung. Für die Eingabe eines variablen Zinssatzes finden Sie hier auch das Feld Zinsreferenz. Als Berechungsbasis für Zinsen können Sie einen festen Betrag eingeben, der als Basis für die Berechnung der Zinsen über die gesamte Festschreibungszeit gilt. Diese Funktionalität steht Ihnen auch für Tilgungen und zinsähnliche Beträge (Gebühren, etc.) zur Verfügung.
Wollen Sie z.B. den Fälligkeitstag immer auf einen Werktag verschieben, pflegen Sie hier, nach welchem Kalender der Werktag ermittelt werden soll (z.B. Standard Fabrikkalender Deutschland).
Der Berechnungstag ist der letzte Tag der lfd. Zinsperiode. Der Fälligkeitstag ist der Tag, an dem die Zahlung der Zinsen erfolgt. In diesem Bereich finden Sie die Felder zur genauen Bestimmung des Berechnungs- und des Fälligkeitstages der Konditionsposition. Z.B. können Sie hier die Kalenderregel, nach der die Werktageverschiebung erfolgen soll und die Methode, mit der der nächste Berechnungs- bzw. Fälligkeitstag ermittelt werden soll, hinterlegen.
Im Customizing unter Konditionsgruppen definieren können Sie pro Konditionsgruppe und Konditionsart Vorbelegungen für diese Felder einstellen.
Wenn eine abweichende Bankverbindung des Hauptdarlehensnehmers für eine Konditionsposition verwendet werden soll, geben Sie diese in das Feld Partnerbanktyp ein.
Wenn eine Konditionsposition von einem abweichenden Regulierer gezahlt werden soll, tragen Sie hier den im Vertrag zugeordneten abweichenden Geschäftspartner (z.B. sonstige debitorische Darlehenspartner) zusammen mit dessen Bankverbindung (Partnerbanktyp) und Zahlweg ein. Ebenso können Sie hier abweichende Zahlungsempfänger eingeben z.B. bei Vermittlerprovisionen.

Beim Sichern des Vertrages erscheint ein Dialogfenster zur Prüfung dieser Eingaben. Hier treffen Sie die eindeutige Entscheidung, ob die hinterlegte Bankverbindung aus der Partnerübersicht oder die abweichende Bankverbindung in der Kondition zur Regulierung der Kondition herangezogen werden soll.
Über das Feld Buchungsst.(Buchungssteuerung) können Sie festlegen, ob die aufgrund der Konditionsangaben generierten Plansätze manuell oder maschinell ins Soll gestellt werden sollen.
Wenn Sie bei der Einrichtung des FI-Mahnprogramms mehrere Mahnbereiche pro Buchungskreis gepflegt haben, können Sie über das Feld Mahnbereich in jeder Konditionsposition festlegen, welcher Bereich in den FI-Beleg weitergereicht werden soll. Später werden dann eventuell aufgrund dieser Eingaben Mahnungen entsprechend dem Mahnbereich erstellt.
Je nach Konditionsart unterscheiden sich die Eingabemöglichkeiten in dem Detailbild.

Zur Eingabe der Konditionen siehe: