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Aufgaben des Internet Transaction Servers (ITS)

Der konventionelle, interaktive Zugriff auf das SAP-System erfolgt über den SAPgui, der SAP-Transaktionsdynpros anzeigt und es den Benutzern ermöglicht, direkt mit dem SAP-System zu kommunizieren. Diese Kommunikation mit dem SAP-System erfolgt über ein spezielles SAPgui-Protokoll, das TCP/IP als Netzwerk-Grundlage verwendet. Der SAPgui hat eine direkte Netzwerkverbindung zum SAP-Anwendungsserver, entweder über ein lokales oder über ein globales Netz. Zusätzlich können Programme auch das RFC-Protokoll (Remote Function Call) der SAP verwenden, um mit dem SAP-System zu kommunizieren.

Um auf das SAP-System über einen Web-Browser zugreifen zu können, ist ein zusätzlicher "Vermittler" erforderlich, der die Verbindung zwischen SAP-Technologie (SAP-Anwendungsservern und SAPgui) und Web-Technologie (Web-Servern und -Browsern) herstellt. Dieses Vermittler ist der Internet Transaction Server (ITS). Er bietet auf der einen Seite die Services eines Web-Anwendungsservers. Allerdings führt er dabei selbst keinerlei Transaktionsverarbeitung durch, sondern gibt die gesamten Geschäftsprozesse an das SAP-System weiter, mit dem er wie ein normaler SAPgui interagiert. Die nachfolgende Abbildung verdeutlicht diese Zusammenhänge:

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ITS-Funktionalität

Da die Verarbeitung der SAP Internet Applications Components (IACs) im SAP-System stattfindet, wird der Nutzen der SAP-Infrastruktur für Web-Transaktionen sofort greifbar. Einige Merkmale des ITS sind:

ITS-Architektur

Der Internet Transaction Server ist das Bindeglied zwischen dem Web und SAP. Er besteht aus zwei getrennten Programmen: WGate (Web Gateway) und AGate (Application Gateway), die entweder auf demselben Rechner oder auf zwei verschiedenen, über ein TCP/IP-Netz verbundenen Rechnern liegen können. Die Abbildung zeigt die Komponenten des ITS, die in den nachfolgenden Abschnitten näher erläutert werden:

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Web-Browser

Sie können die meisten zur Zeit auf dem Markt befindlichen Web-Browser verwenden, um auf die SAP Internet Application Components (IACs) zuzugreifen. Allerdings muß HTML 3.0-Standard unterstützt sein. Einige der SAP IACs verwenden zusätzlich Java-Applets oder "Dynamic HTML". Diese werden nicht von allen Browsern unterstützt.

Web-Server

Der Web-Server bildet die Schnittstelle zwischen Internet/Intranet und ITS. Er hat die folgenden Funktionen:

Der Web-Server lädt das WGate automatisch, sobald eine bestimmte URL gerufen wird. Diese URL hat in der Regel die Form

http://<server>/<path-to-wgate>/wgate/<service>/!

Beispiel: http://www.flexicorp.com/scripts/wgate/va01/! .

Hier ist das Verzeichnis scripts ein virtuelles Verzeichnis des Web-Servers, das die Ausführung von CGI-Programmen oder Erweiterungs-DLLs auf dem Server ermöglicht. Die Parameter nach wgate/ werden an die Eingangsfunktionen der DLL übergeben. In diesem Fall weisen die Parameter den ITS an, einen Service namens va01 zu starten.

Eine Liste der vom ITS unterstützten Web-Server finden Sie in der Broschüre SAP System Requirements (verfügbar im SAPnet http://sapnet.sap-ag.de/SSR ).

WGate

Die Wgate-Komponente verbindet den ITS mit dem Web-Server. WGate wird immer auf den selben Computer geladen wie der Web-Server. Folgende Standardschnittstellen von Web-Servern werden unterstützt:

WGate empfängt Anforderungen vom Web-Server, stellt eine Verbindung zu AGate her und leitet die Anforderungen weiter. WGate selbst verarbeitet keine Daten, es sei denn, es tritt ein Fehler während der Kommunikation mit AGate auf. In diesem Fall erzeugt WGate eine Fehlermeldung.

Ein WGate wird für die Kommunikation mit genau einem AGate konfiguriert. Jede WGate-Instanz hat einen Namen, der dem Namen des zugehörigen AGate entspricht.

AGate

Das AGate-Programm ist als Windows NT Service implementiert. Es läuft unter Windows NT 4.0 für Intel-Prozessoren. AGate kann sich zwar auf derselben Maschine befinden wie WGate, SAP empfiehlt aber, zum Produktiveinsatz die beiden Komponenten auf unterschiedlichen Maschinen zu laden.

AGate ist für die Kommunikation mit SAP zuständig. Dies beinhaltet

Auf einem Computer können mehrere AGate-Instanzen installiert sein. Jede Instanz besitzt einen eindeutigen Namen.

SAP-System

Der ITS greift auf das SAP-System genauso zu, wie jeder SAPgui oder RFC-Client. Er kann unterschiedliche SAP-Systeme für unterschiedliche Web-Services verwenden. Alle Anmeldemethoden, wie z.B. Load Balancing über den SAP Message Server, werden vom ITS unterstützt. Im SAP-System sind keine besonderen technischen Vorkehrungen erforderlich, um IACs verwenden zu können.

ITS-Verwaltungsschnittstelle

ITS enthält ein Verwaltungswerkzeug auf HTML-Basis, mit dem Sie ITS-Instanzen konfigurieren, steuern und überwachen können. Mit dem Werkzeug können Sie

Weitere Einzelheiten finden Sie in der SAP-Bibliothek.

ITS-Installationsmöglichkeiten

Die zwei Komponenten des ITS, AGate und WGate, können entweder auf einem einzigen Computer (Single-Host-Installation) oder auf zwei getrennten Maschinen (Dual-Host-Installation) installiert werden. Außerdem können auf einem Computer mehrere ITS-Instanzen installiert werden und auch mehrere SAP-Systeminstanzen. Die einzelnen Möglichkeiten werden in den folgenden Abschnitten erläutert.

Single-Host- und Dual-Host-Installation

Die einfachste Konfiguration läßt sich durch die Installation von Web-Server, WGate und AGate auf einem Rechner mit Intel-Prozessor und Windows NT 4.0 als Betriebssystem realisieren. Diese Konfiguration genügt für Test- und Entwicklungszwecke mit kleinen Belastungen ("Personal ITS"). Für den Einsatz im Internet ist dies aber nicht ausreichend.

Um höheren Belastungen oder höheren Sicherheitsanforderungen gerecht zu werden, ist es möglich, die ITS-Funktionalität auf zwei Computer verteilen. In einer Produktivumgebung ist eine solche Dual-Host-Konfiguration zu empfehlen. Auf dem ersten Computer laufen Web-Server und WGate. Dieser Rechner muß mit dem Client-Zugriffsnetzwerk verbunden sein (Internet und/oder Intranet). Auf dem zweiten Rechner läuft AGate. Er ist mit WGate über ein TCP/IP-Netz verbunden und für die gesamte Kommunikation mit dem SAP-System zuständig.

Das folgende Schema zeigt Single- und Dual-Host-Installation. Da AGate nur für Windows NT 4.0 mit Intel-Prozessoren verfügbar ist, ist dies gleichzeitig die einzige Plattform, welche die Single-Host-Installation unterstützt. Bei Dual-Host-Installationen kann WGate auch auf einem UNIX-Host oder einem AS/400-Host laufen.

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ITS-Instanzen

Auf einem Computer können mehrere ITS-Instanzen (auch "virtuelle ITS-Instanzen" genannt) installiert werden. Jede Instanz besitzt einen eindeutigen Namen und läuft als separater Windows NT-Service. Die ausführbaren Dateien werden von allen AGates auf einem Rechner gemeinsam genutzt, weshalb nur eine ITS-Version pro Rechner installiert werden kann.

Bei den meisten unterstützten Web-Servern können sich mehrere virtuelle Web-Server auf einem Rechner befinden. Web-Server-Instanzen besitzen ebenfalls Namen, anhand derer sie unterschieden werden können. Zum Zugriff auf die verschiedenen Web-Server-Instanzen eines Computers stehen drei unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung:

Hinweis

Wenn Sie mehrere virtuelle Web-Server mit WGates verwenden, die mit unterschiedlichen AGates in Verbindung treten sollen, müssen Sie sicherstellen, daß diese Web-Server in separaten Prozessen oder in separaten Speicherbereichen laufen. Andernfalls ist nur ein WGate im Speicher vorhanden. Der Netscape Enterprise Server macht dies automatisch. Im IIS 4.0 müssen Sie die Option run in separate memory space in der Properties-Seite der Web-Server-Instanz setzen und den Computer neu starten. Beachten Sie hierbei, daß diese Option die Performance des Web-Servers erheblich verschlechtern kann.

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Diese Installationsvariante ist geeignet für Web-Anwendungen mit wenig Belastung, wie beispielsweise Test- und Entwicklungssysteme. Das ITS-Verwaltungswerkzeug (siehe Online-Dokumentation) sollte ebenfalls als eigene ITS-Instanz auf jedem AGate-Computer installiert sein.

Technologie der SAP Internet Application Components

Eine Web-Anwendung mit ITS wird als ein SAP Internet Application Component (IAC) bezeichnet. Ein IAC besteht aus verschiedenen Komponenten. Einige davon befinden sich auf dem ITS-Server, andere im SAP-System. Zum Aufbau von Internet-Anwendungen stellt der ITS folgende Technologien bereit:

Der Zustand der Anwendungsdaten wird im SAP-System gehalten. Der ITS muß nur den Zustand des SAP-Bildschirmes halten, um ihn mit einer passenden Web-Seite synchronisieren zu können. Er erzeugt für jedes SAP-Transaktionsdynpro dynamisch eine neue Web-Seite. Dies geschieht mit Hilfe von Templates, die in einer ITS-spezifischen Programmiersprache, dem "HTML Business", geschrieben werden. Zusätzliche Ressourcen wie Sprach- oder Themadateien werden verwendet, um Aufgaben wie Mehrsprachigkeit und Webseiten-Design zu erleichtern.

Die folgende Abbildung zeigt, wie die Komponenten zusammenarbeiten, aus denen eine WebTransaction besteht, und wie die Kommunikation zwischen Browser, ITS und SAP-System abläuft.

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Nur Funktionsbausteine, die eine bestimmte Schnittstelle implementieren, können von WebRFC verwendet werden. Die Funktionsbausteine müssen die Web-Anforderungsargumente auswerten, die entsprechenden Geschäftsfunktionen ausführen und eine interne Tabelle erzeugen, welche die HTML-Seite enthält, die dann an den Browser zurückgegeben wird. Als Alternative kann ein Funktionsbaustein ein binäres MIME-Objekt anlegen und dieses an den Browser schicken, z.B. eine Grafik oder eine Excel-Tabelle. Der ITS steuert die Anmeldeverwaltung und die Fehlerbedingungen für den Programmierer; die Funktionalität muß vom Funktionsbaustein vollständig implementiert werden.

Das Schema zeigt die Verarbeitung einer WebRFC-Anwendung:

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Das Schema zeigt, wie ein SAP-Report für das Web verarbeitet wird:

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Services

Die Darstellung einer Internet Application Component (IAC) im ITS wird als "Service" bezeichnet. Ein Service besteht aus allen Komponenten, die zur Ausführung dieser Transaktion benötigt werden, wie Templates, Sprachressourcen, Grafiken usw. Zu jedem Service existiert eine "Servicedatei", welche die Einstellungen enthält, die zur Verbindung mit dem SAP-System und zum Anmelden erforderlich sind. Je nach Anwendung kann sie einen SAP-Benutzernamen und ein Paßwort enthalten. Weitere Informationen zu Service-Benutzern und benannten Benutzern und den diesen Konzepten zugrundeliegenden Sicherheitsaspekten finden Sie unter ITS Sicherheit. Wenn Benutzername und Paßwort in der Servicedatei fehlen, erzeugt der ITS ein Anmeldefenster, bevor er den IAC startet.

Der Service wird in der URL angegeben, die der Browser zum Starten der Anwendung abschickt. Diese URL sieht etwa so aus
http://www.mycorp.com/scripts/WGate/online-shop/!
wobei "online-shop" der Name des Service ist. Der ITS sucht nun nach einer Datei mit Namen online-shop.srvc , um die Service-Informationen zu entnehmen. Wenn es diese Datei nicht gibt, zeigt der ITS eine Fehlermeldung an.

Der ITS besitzt eine zusätzliche Master-Servicedatei mit Namen Global.srvc , die Service-Informationen enthält, die für alle von diesem bestimmten ITS ausgeführten Anwendungen gelten. So werden z.B. die SAP-Verbindungsdaten wie System-ID und Systemnummer hier gespeichert. Die in dieser Datei gemachten Einstellungen können von der Servicedatei für eine bestimmte Anwendung überschrieben werden.

Die Abbildung zeigt die Beziehung zwischen der globalen und der anwendungsbezogenen Servicedatei. Eine Liste aller Serviceparameter finden Sie in der SAP-Online-Dokumentation.

 

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