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Was ist Parametercontrolling?

Mit Hilfe der Standardanalyse Parametercontrolling können Sie schnell und übersichtlich erkennen, wo die Ursachen für zu hohe Bestände liegen. Das Parametercontrolling bietet die Möglickeit Materialparameter auf der Basis der Statistikdaten des Bestandscontrolling zu optimieren und dadurch eine Bestandsoptimierung zu erreichen. Sie können unterstützt durch Grafiken, diejenigen Materialien identifizieren, die in Bezug auf einzelne Materialparameter wie Losgröße oder Sicherheitsbestand Optimierungspotential besitzen. Sie können so auf längere Sicht Ihre Bestände reduzieren und Fehlbestände vermeiden.

In einem späteren Release wird das Parametercontrolling um Abweichungsanalysen erweitert, in denen eine Modifikation der Parameter durchgespielt werden kann.

Die Standardanalyse Parametercontrolling verfolgt bei dem Ziel der Bestandsoptimierung, d.h. der Reduktion von Kapitalbindung, einen ursachenorientierten Ansatz. Ursachenorientiert heißt, es können gezielt diejenigen Merkmalswerte selektiert werden, die Schwächen bez. bestimmter Parameter aufweisen. Auf diese Weise ist eine differenzierte Betrachtungsweise möglich. Die eventuelle Angemessenheit eines hohen Bestandes wird mitberücksichtigt.

Integration in das Bestandscontrolling

Realisiert ist das Parametercontrolling in Form von fünf vordefinierten Segmentierungen.

In diesen Segmentierungen werden die Merkmalswerte (Materialien) hinsichtlich zweier Kennzahlen klassifiziert. Die so entstehenden Segmente können dann bezüglich der enthaltenen Merkmalswerte genauer untersucht werden. Auf diese Weise werden Zusammenhänge zwischen den Kennzahlen deutlich und eventuelle Problembereiche werden schnell sichtbar.

Hinweis

Die im Rahmen des Parametercontrollings zur Verfügung gestellten Segmentierungen können, mit Ausnahme der Segmentierung Lagerhüter, auch in den Standardanalysen zum Bedarf/Bestand ausgeführt werden.

Das Parametercontrolling basiert auf Daten, die zu den Informationsstrukturen S031 und S032 fortgeschrieben werden.

Achtung

Die Fortschreibung der Kennzahlen Mittlerer Bestand bei Zugang und Wert des mittleren Bestandes bei Zugang zur Informationsstruktur S031 erfolgt nicht kontinuierlich und muß aktiviert werden.
Für eine Ad hoc-Analyse können Daten direkt gelesen werden. Markieren Sie dazu das Feld Dynamische Datenselektion auf dem Selektionsbild der Standardanalyse.
Um die Fortschreibung zu initiieren, wählen Sie ausgehend vom Menü des Bestandscontrolling: Standardanalysen
® Parametercontrolling ® Daten aufbauen. Sie erhalten einen Selektionsbildschirm. Geben Sie die Merkmale und den Zeitraum an, für den die Daten zur Informationsstruktur S031 fortgeschrieben werden sollen und wählen Sie Programm ® Ausführen. Lesen Sie dazu auch Fortschreibung für Standardanalysen Bedarf/Bestand und Parametercontrolling

Segmentierungen

Im folgenden werden die fünf vordefinierten Segmentierungen des Parametercontrollings erläutert.

Sie finden die Segmentierungen ausgehend von jeder Grund- oder Aufrißliste unter dem Menüpunkt Bearbeiten.

Informationen über die Segmentierung erhalten Sie in Strukturlink Segmentierung, Informationen über die Darstellung der Ergebnisse in Strukturlink Darstellung der Ergebnisse .

Die fünf folgenden Segmentierungen werden angeboten:

Losgröße

Es werden die Kennzahlen Reichweite des mittleren Zugangs und Wert des mittleren Zugangs gegenübergestellt.

Hintergrund

Wird ein Material in zu großen Losgrößen bestellt oder produziert, so führt dies zu einem überhöhten mittleren Bestand, der unnötige Kosten verursacht. Die Losgröße muß jedoch im Verhältnis zum Verbrauch gesehen werden. Ein hoher Verbrauch rechtfertigt eine hohe Losgröße. Aus diesem Grunde braucht man eine Kennzahl, die sowohl die Losgröße als auch den Verbrauch berücksichtigt: die Reichweite des mittleren Zugangs in Tagen. Ist die Reichweite des mittleren Zugangs groß, kann die Losgröße und damit der mittlere Bestand verringert werden.

Vorgehensweise

Wenn Sie diese Segmentierung ausführen möchten, wählen Sie ausgehend von einer Grund- oder Aufrißliste Bearbeiten ® Parameter prüfen ® Losgröße.

Auffällig sind Materialien, die bez. beider Kennzahlen den oberen Klassen zugeordnet sind, d.h. eine hohe Reichweite des mittleren Zugangs besitzen und einen hohen mittleren Zugangswert aufweisen. Empfehlenswert ist hier die Reduzierung der Losgröße, da die bisherige Losgröße über einen hohen Zugangswert zu einem hohen Bestandswert und damit zu einer hohen Kapitalbindung führte.

Zugangsbestand

Es werden die Kennzahlen Reichweite des mittleren Bestandes bei Zugang und Wert des mittleren Bestandes bei Zugang gegenübergestellt.

Hintergrund

Erfolgt ein Materialzugang regelmäßig zu einem Zeitpunkt, zu dem noch eine große Menge des Materials im Lager vorhanden ist, wird ein unverhältnismäßig hoher mittlerer Bestand aufgebaut, der hohe Kosten zur Folge hat.

Die Höhe des Bestandes bei Zugang kann jedoch nur im Verhältnis zum Verbrauch beurteilt werden. Maßgebende Kennzahl ist deshalb die Reichweite des mittleren Bestandes bei Zugang.

Ein unnötig hoher Bestand bei Zugang entsteht, wenn zu früh beschaftt oder zu früh produziert.

Sie sollten folgende Überprüfungen vornehmen, um die Ursache für einen überhöhten Bestand bei Zugang zu finden:

Vorgehensweise

Wenn Sie diese Segmentierung ausführen möchten, wählen Sie ausgehend von einer Grund- oder Aufrißliste Bearbeiten ® Parameter prüfen ® Zugangsbestand.

Materialien, die sowohl eine große Reichweite des mittleren Bestandes bei Zugang, als auch einen hohen Wert des mittleren Zugangs aufweisen, haben gemessen am Verbrauch, hohe Lagerbestände bei Zugang und sollten deshalb genauer überprüft werden.

Hinweis

Der mittlere Bestand bei Zugang kann nicht automatisch auf Werksebene fortgeschreiben werden. Die Aktualisierung dieser Kennzahlen können Sie in rgelmäßigen Abständen selbst initieren. Sie finden den Report zum Aufbau des mittleren Bestandes bei Zugang unter Standardanalyse ® Parametercontrolling ® Daten aufbauen.

Sicherheitsbestand

Es werden die Kennzahlen Wert mittlerer Bestand bei Zugang und Bestandsfaktor gegenübergestellt.

Hintergrund

Die Kennzahl Bestandsfaktor ergibt sich aus dem Quotienten von mittlerem Bestand bei Zugang und Sicherheitsbestand und sollte im optimalen Fall bei 1 liegen.

Um Bestände zu optimieren und gleichzeitig den Sicherheitsfaktor zu beachten, ist es sinnvoll den mittleren Bestand bei Zugang auf den Sicherheitsbestand zu senken. Ein Optimum liegt dann vor, wenn mittlerer Bestand bei Zugang und Sicherheitsbestand gleich sind. Ist der mittlere Bestand bei Zugang größer als der Sicherheitsbestand, wird unnötig viel Bestand gehalten, ist er kleiner besteht die Gefahr der Unterdeckung. Um den mittleren Bestand bei Zugang zu optimieren, sollten Sie folgende Fragen untersuchen:

Bei der Bestellpunktdisposition wird immer dann eine Bestellung ausgelöst, wenn der Meldebestand unterschritten wird. Der Meldebestand setzt sich zusammen aus dem Sicherheitsbestand und dem Verbrauch in der Lieferzeit. Ist beispielsweise der mittlere Bestand bei Zugang stets höher als der Sicherheitsbestand, dann kann dies ein Hinweis darauf sein, daß die Lieferzeiten falsch geschätzt wurden, zu früh bestellt wird oder aber der Sicherheitsbestand zu hoch ist.

Vorgehensweise

Wenn Sie diese Segmentierung ausführen möchten, wählen Sie ausgehend von einer Grund- oder Aufrißliste Bearbeiten ® Parameter prüfen ® Sicherheitsbestand.

Zu beachten sind Materialien, die bez. der beiden Kennzahlen stark voneinander abweichen und einen Bestandsfaktor aufweisen, der deutlich über 1 liegt. Verbesserungspotentiale liegen hier u.a. auch in der Verbrauchsprognose oder in der Lieferzeiteinstellung.

Sicherheitspolster

Es werden die Kennzahlen Reichweite des mittleren Zugangs und Reichweite des mittleren Bestandes bei Zugang gegenübergestellt. Diese beiden Kennzahlen repräsentieren das Sicherheitspolster.

Hintergrund

Die Vermeidung von Fehlmengen ist ein wichtiges Ziel der Bestandsführung. Um dieses Ziel zu erreichen können Sie zwei Strategien verfolgen:

Haben Sie sich für die Strategie mit einem hohen Sicherheitsbestand entschieden, sollten Sie überprüfen, ob die Losgröße und damit der mittlere Bestand bei Zugang reduziert werden kann.

Haben Sie sich z.B. aus Kostengründen für eine große Losgröße entschieden, sollten Sie eine Senkung des Sicherheitsbestandes und damit des mittleren Bestandes erwägen.

Vorgehensweise

Wenn Sie diese Segmentierung ausführen möchten, wählen Sie ausgehend von einer Grund- oder Aufrißliste Bearbeiten ® Parameter prüfen ® Sicherheitspolster.

Merkmalswerte, die hinsichtlich beider Kennzahlen in den oberen Klassen liegen, ist besondere Beachtung zu schenken. Das gemeinsame Auftreten einer hohen Losgröße, repräsentiert durch die Kennzahl Reichweite des mittleren Zugangs, und eines hohen Sicherheitsbestandes (Reichweite des mittleren Bestandes bei Zugang) deutet auf eine fehlerhafte Disposition hin. Denn wird eine hohe Losgröße angestrebt, dann genügt i.d.R. ein geringer Sicherheitsbestand. Wird dagegen ein hoher Sicherheitsbestand angestrebt, dann genügen geringere Losgrößen. Empfehlenswert ist folglich die Verwendung nur einer Strategie, d.h. entweder eine hohe Losgröße oder ein hoher Sicherheitsbestand.

Hinweis

Der mittlere Bestand bei Zugang kann nicht automatisch auf Werksebene fortgeschreiben werden. Die Aktualisierung dieser Kennzahlen können Sie in rgelmäßigen Abständen selbst initieren. Sie finden den Report zum Aufbau des mittleren Bestandes bei Zugang unter Standardanalyse ® Parametercontrolling ® Daten aufbauen.

Lagerhüter

Es werden die Kennzahlen Wert letzter Verbrauch und Tage ohne Verbrauch gegenübergestellt.

Die Tage ohne Verbrauch ergeben sich aus der zeitlichen Differenz zwischen dem Datum des letzten Verbrauches und dem aktuellen Datum.

Hintergrund

Lagerhüter sind solche Materialien, deren letzter Verbrauch lange Zeit zurückliegt. Lagerhüter verursachen Kosten ohne zu nützen. Die Identifizierung solcher Materialien hilft Kosten zu sparen.

Vorgehensweise

Wenn Sie diese Segmentierung ausführen möchten, wählen Sie ausgehend von einer Grund- oder Aufrißliste Bearbeiten ® Parameter prüfen ® Lagerhüter.

Handlungsbedarf besteht bei Materialien, die bezüglich beider Kennzahlen hohe Werte aufweisen.

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