Entwicklung nach dem objektorientierten Ansatz
Die Benutzungsoberfläche des SAP R/3-Systems beruht auf dem objektorientierten Ansatz, auch Objekt-Aktions-Ansatz genannt. Benutzer finden auf dem Computer eine "Welt" von vorgegebenen Dingen (Objekten) vor, die sie in bestimmter Weise bearbeiten können (Aktionen). Idealerweise lehnt sich diese Darstellung an die Umgebung an, die den Benutzern aus ihrer bisherigen Arbeit vertraut ist: Die Objekte sind nicht abstrakte Datenstrukturen, sondern konkret, z.B. Belege; die Aktionen sind nicht technisch, sondern entsprechen denen der normalen Arbeitswelt und werden auch so bezeichnet, z.B. "Buchen" statt "Speichern".
Die objektorientierte Sichtweise hat zwei Vorteile: Sie hilft Benutzern, sich bei ihrer Arbeit am Rechner zurechtzufinden. Sie hilft aber auch Entwicklern, ihre Anwendungen zu strukturieren. Dabei wird die Anwendung weniger von ihrer programmtechnischen Seite als von ihrer Aufgabenstellung und Benutzung her betrachtet.
Im folgenden wird gezeigt, wie die objektorientierte Sichtweise das Vorgehen bei der Softwareentwicklung leiten kann. Dazu wird die Entwicklung einer Anwendung in eine Abfolge von Planungsschritten zerlegt, in denen jeweils bestimmte Merkmale der Anwendung und ihrer Benutzungsoberfläche festgelegt werden. Die Planung bezieht sich also nicht auf die programmtechnischen Probleme einer Anwendung, sondern darauf, wie sich die Anwendung dem Benutzer präsentieren soll.
Ablauf der Entwicklung
Nr. |
Ablauf/Vorgehensweise |
Tätigkeiten |
Kapitel im Style Guide |
1 |
Grundlegende Objekte und Aktionen herausarbeiten |
Objekte und Aktionen festlegen |
Objektorientierte Benutzungsoberfläche |
2 |
Die Anwendung gliedern: Hierarchiestruktur und Arbeitsabläufe |
Struktur der Arbeitsabläufe festlegen |
dito |
3 |
Die Struktur umsetzen: den Menübaum aufbauen |
Menüs global und im Detail gestalten |
Ebenen im SAP-System, Kapitel zu Menüs, Anhang B und C |
4 |
Bilder in die Struktur einhängen und die Navigation planen |
Bilder anlegen, Wege zwischen den Teilen der Anwendung und im System festlegen |
Navigationsfunktionen - Übersicht, Navigation zwischen Bildern, Titelleiste |
5 |
Detailarbeit: Masken im Screen Painter gestalten |
Masken im Screen anlegen: Felder anordnen |
Felder - Anordnung, Ein-/Ausgabefelder, Textfelder |
6 |
Details der Interaktion: Bedienelemente und -techniken |
Weitere Bedienelemente auf Masken einsetzen (Screen Painter) |
Bedienelemente - Übersicht, Kapitel zu Bedienelementen, Auswählen, Markiertechniken - Ü., Kapitel zu Tabellen |
7 |
Die Menüstruktur auf den Computer bringen: Menüaufbau im Menu Painter |
Status im Menu Painter definieren: Menüs, Funktions- und Drucktasten, Auswahlbuchstaben |
Kapitel zu Menüs, Anhang B und C |
8 |
Wichtige Ergänzungen der Interaktion: Hilfen, Fehler- und Systemmeldungen |
Hilfen, Meldungen usw. festlegen |
Dialogfenster, modal, Meldungen, allgemein, Meldungstypen und Fehlergruppen, Hilfe, Eingabemöglichkeiten |