
Verdichtungsebenen
Verwendung
Die Daten der Ergebnisrechnung werden auf Einzelbelegebene gesammelt. Z.B. wird jede Position eines Kundenauftrags als Einzelposten in die Datenbasis der Ergebnisrechnung übernommen. Dies kann unter Umständen zu einem größeren Datenvolumen führen. Muß zur Datengewinnung auf hoher Ebene der komplette Datenbestand gelesen werden, kann es zu unnötig langen Antwortzeiten kommen. Die im Online-Betrieb zu lesende Datenmenge kann reduziert werden, indem über
Verdichtungsebenen verdichtete Fassungen des Datenbestands bereitgestellt werden.Die Grafik zeigt, wie sich das Datenvolumen von Ebene zu Ebene bei steigender Verdichtung vermindert. Auf den höheren Ebenen ist dann ein effizientes Lesen der Daten im Online-Betrieb möglich.

Struktur
Im folgenden wird kurz die Struktur der Verdichtungsarten 'Objekttabelle und Objektebene' und 'Verdichtungsebenen' erläutert. Zur Klärung der Begriffe Objekttabelle und Objektebene lesen Sie bitte auch den Abschnitt
Datenbanktabellen für CO-PA Bewegungsdaten.Objekttabelle und Objektebene
Die niedrigste Ebene, aus der eine Anwendung Daten lesen kann, ist die Kombination aus Objekttabelle und Objektebene. Dort werden die Daten der Einzelposten in einer ersten verdichteten Form (z.B. über die Kundenauftragsnummer) gespeichert.
Dabei ist der Inhalt der Objektebene immer "aktuell", da er vorgangsbezogen bei der Verbuchung der Einzelposten fortgeschrieben wird.

Die Aufteilung der Daten der Einzelposten nach Merkmalen (Objekttabelle) und Wertfeldern (Objektebene) in zwei verschiedene Tabellen verringert das Datenvolumen durch Beseitigung von Redundanz. Die Vorgehensweise hat zwei weitere Vorteile:
Wenn kein Herkunftsnachweis von Daten vergangener Perioden mehr benötigt wird, können die Einzelposten unter Beibehaltung der Objektebene archiviert werden.
Damit kann z.B. die Zuordnung eines Kunden zu einem Vertreter rückwirkend geändert werden. Dabei wird nur die Objekttabelle geändert, während die Einzelposten die beim Buchungszeitpunkt vorliegende Zuordnung (mittels der im Einzelposten gespeicherten Merkmalswerte) beibehalten. An der Objektebene ist keine Änderung erforderlich, die Änderungen an der Objekttabelle wirken sich implizit auf die Daten aller in der Objektebene abgespeicherten Perioden aus.
Verdichtungsebenen
Eine Verdichtungsebene speichert einen originären Datenbestand redundant in einer komprimierten Form. Im originären Datenbestand werden einzelne Ergebnisobjekte durch eine Menge von Merkmalen beschrieben. Verdichten bedeutet, daß ausgewählte Merkmale weggelassen werden. Objekte aus dem originären Datenbestand, die sich nicht mehr unterscheiden, nachdem Merkmale weggelassen wurden, werden in der Verdichtungsebene zu einem Pseudoobjekt zusammengefaßt.
Technisch gesehen besteht eine Verdichtungsebene aus zwei neu generierten Tabellen, der Keytabelle und der Summentabelle. Die Keytabelle entspricht dabei der Objekttabelle und enthält die aus den reduzierten Merkmalen gebildeten Pseudoobjekte. Die Summentabelle entspricht der Objektebene und enthält die zugehörigen Wertfelder.
Die Verdichtungsebenen werden anwendungsübregreifend bereitgestellt und unterstützen die Lesevorgänge vieler Anwendungen:
Für die Pflege von Verdichtungsebenen stehen eigene Transaktionen bereit:
Siehe auch:
In der Praxis werden von jeder Anwendung nur verhältnismäßig wenige Analysepfade verwendet, so daß nur wenige der vielen theoretisch denkbaren Verdichtungen praxisrelevant sind.
Für jede Anfrage einer Anwendung entscheidet das System selbständig anhand der angeforderten Daten, aus welcher der vorhandenen Verdichtungsebenen die gewünschte Information am effizientesten beschafft werden kann. Existiert keine optimal auf die Anfrage zugeschnittene Verdichtungsebene, so wird aus derjenigen Ebene gelesen, die unter den vorhandenen Ebenen die optimale Antwortzeit erwarten läßt. Gegebenenfalls wird aus der Objektebene gelesen.

Die folgenden zwei Geschäftsvorfälle werden in die Ergebnisrechnung übergeleitet:
Kunde 1 kauft von Artikel 1 10 Stück à DM 1,00
Kunde 1 kauft von Artikel 2 40 Stück à DM 3,00
Daraus entstehen in der Ergebnisrechnung die folgenden Ergebnisobjekte, Objektebeneneinträge und Einzelposten:
Objekttabelle
Ergebnisobjekt |
Merkmal Kunde |
Merkmal Artikel |
1 |
1 |
1 |
2 |
1 |
2 |
Objektebene
Ergebnisobjekt |
Wertfeld Menge |
Wertfeld Erlös |
1 |
10 |
10,00 |
2 |
40 |
120,00 |
Einzelposten
Kunde |
Artikel |
Ergebnisobjekt |
Menge |
Erlös |
1 |
1 |
1 |
10 |
10,00 |
1 |
2 |
2 |
40 |
120,00 |
Wenn nun eine Verdichtung auf Kundenebene gebildet wird, wird das Merkmal Artikel ausgeblendet (d.h. über Artikel wird verdichtet): Für diese Verdichtung fallen die Ergebnisobjekte 1 und 2 zusammen, und es verbleibt die folgende verdichtete Struktur:
Keytabelle (entspricht der Objekttabelle)
Pseudoobjekt |
Kunde |
A |
1 |
Summentabelle (entspricht der Objektebene)
Pseudoobjekt |
Menge |
Erlös |
A |
50 |
130,00 |
.