Verwendung
Sie können sowohl im Plan als auch im Ist zwischen folgenden Verfahren zur
Tarifermittlung wählen:Tarifermittlung mit
Funktionsumfang
Der periodisch differenzierte Tarif
Die Kosten jeder einzelnen Periode werden durch die Leistungen dividiert. Daraus können periodisch unterschiedliche Tarife resultieren. Bei gleichen fixen Kosten und periodisch unterschiedlichen Leistungsmengen wird zur Bewertung von Leistungsaufnahmen in Perioden mit geringer Leistungsmenge ein relativ hoher Tarif herangezogen (siehe: Beispiel, Periode 2). Dagegen wird eine Leistungsaufnahme in einer Periode mit hoher Leistungsmenge mit einem relativ niedrigen Tarif bewertet, da dann die fixen Kosten auf eine höhere Leistungsmenge bezogen werden (siehe: Beispiel, Periode 1).

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Fixkosten |
Var. Kosten |
Leistung |
Period. Tarif |
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Per. 1 |
1.000 DM |
1.000 DM |
1.000 Std |
2,00 DM/Std |
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Per. 2 |
1.000 DM |
100 DM |
100 Std |
11,00DM/Std |
Die Leistungsempfänger in Periode 2 sind im Vergleich mit den Leistungsempfängern in Periode 1 benachteiligt. Der periodische Tarif ist aufgrund der niedrigeren Leistungsmenge in Periode 2 höher als in Periode 1. Der Tarif in Periode 2 enthält einen höheren fixen Anteil als der Tarif in Periode 1, da in Periode 2 die fixen Kosten auf eine geringere Leistungsmenge bezogen werden. Die variablen Stückkosten, also der variable Anteil am periodischen Tarif ist in beiden Perioden gleich hoch (1 DM/Std).
Der Durchschnittstarif
Die Kosten aller Perioden werden durch die Summe der Leistungen einer Leistungsart über alle Perioden dividiert. Dadurch wird gewährleistet, dass die Leistungsaufnahmen aller Empfänger unabhängig von der Periode der Leistungsaufnahme mit dem gleichen Tarif bewertet werden.

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Fixkosten |
Var. Kosten |
Leistung |
Tarif |
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Per. 1 period. |
1.200 DM |
1.000 DM |
1.000 Std |
2,20 DM/Std |
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Per. 2 period. |
1.000 DM |
100 DM |
100 Std |
11,00 DM/Std |
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Durchschn. |
2.200 DM |
1.100 DM |
1.100 Std |
3.300 DM/1.100 Std = 3,00 DM/Std |
Bei diesem Verfahren ergibt sich in den einzelnen Perioden keine vollständige Entlastung. Das bedeutet:
Die vollständige Entlastung einer Kostenstelle bzw. eines Geschäftsprozesses kann nur in der Summe aller Perioden erreicht werden.
Der kumulierte Tarif
Kumulierte Rechnung bedeutet, dass der Tarif einer Periode sich jeweils aus der Summe der Kosten und Leistungen aller Perioden bis zur Betrachtungsperiode (Eingabe in bis Periode) ergibt. Auf diese Weise werden Kostenschwankungen in den Perioden geglättet.
Bei der Nachbewertung im Rahmen des kumulierten Verfahrens werden alle Senderobjekte in den Perioden vollständig entlastet, die Sie in der Periodenauswahl der Isttarifermittlung angegeben haben. Dabei werden die Leistungsbezüge in jeder ausgewählten Periode mit dem neuen Tarif bewertet. In diesen Perioden erfolgen Ausgleichsbuchungen, die diese Gleichbewertung sicherstellen.

Voraussetzung für das kumulierte Verfahren ist, dass auf alle Leistungsempfänger in allen Perioden des eingegebenen Intervalls weiter gebucht werden kann, d.h. die Periodensperre darf für diese Objekte nicht aktiv sein. Dies ist deshalb sicherzustellen, weil auch Empfänger der ersten Periode noch in der letzten Periode Ausgleichsbuchungen erhalten können.

Beispiel 1: Unterschiede periodisch differenzierter und kumulierter Tarif
Periodisch differenzierter Tarif: die Kosten jeder Periode werden durch die jeweiligen Leistungen dividiert, die Tarife können sehr differieren.
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Periode |
Kosten periodisch |
Leistung periodisch |
Tarif periodisch |
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1 |
1.000,- DM |
100 h |
10,- DM/Std |
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2 |
2.000,- DM |
50 h |
40,- DM/Std |
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3 |
1.000,- DM |
250h |
4,- DM/Std |
Kumulierter Tarif: Der Tarif wird jeweils aus der Summe der aktuellen und der vorhergehenden Perioden ermittelt. Der Tarif der Periode 2 errechnet sich zum Beispiel aus den Kosten der Perioden 1 und 2 (1.000,- DM + 2.000,- DM), dividiert durch die Leistungen dieses Zeitraums (100 + 50). Die Tarifschwankungen fallen geringer aus.
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Periode |
Kosten kumuliert |
Leistung kumuliert |
Tarif kumuliert |
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1 |
1.000,- DM |
100 h |
10,- DM/Std |
|
2 |
3.000,- DM |
150 h |
20,- DM/Std |
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3 |
4.000,- DM |
400h |
10,- DM/Std |
Beispiel 2: Nachbewertung mit Isttarifen
Bei der Nachbewertung werden Leistungsverrechnungen mit Isttarifen bewertet und die Differenz zu den bereits gebuchten Werten nachverrechnet.
Geben Sie bei der Isttarifermittlung ein Periodenintervall ein, dann wird die Nachbewertung für jede Periode vorgenommen. Die Senderobjekte werden in jeder Periode vollständig entlastet.
Geben Sie nur eine Periode ein, dann wird die Nachverrechnung auch nur in einer Periode durchgeführt und damit auch nur diese Periode voll entlastet.
Eingabe Perioden 1 bis 3
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Per |
Leistung |
kum. Isttarif |
Istkosten (Istbewertung) |
Plantarif |
Istkosten (Planbewertung) |
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1 |
100 h |
10,- DM/Std |
1.000,- DM |
5,-DM/Std. |
500,- DM |
|
2 |
150 h |
20,- DM/Std |
3.000,- DM |
5,-DM/Std. |
750,- DM |
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3 |
400h |
10,- DM/Std |
4.000,- DM |
5,-DM/Std. |
2.000,- DM |
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Periode |
Differenz Ist-/Planbewertung |
Nachbewertung |
|
1 |
500,- DM |
+ 500,- DM |
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2 |
2.250,- DM (- 500,- DM Nachbewertung Periode 1) |
+ 1.750,- DM |
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3 |
2.000,- DM (- 2.250,- DM Nachbewertungen Perioden 1 und 2) |
- 250,- DM |
Die Differenz der Istkosten zu Isttarifen und Plantarifen beträgt 500,- DM. Mit diesem Betrag werden die Empfänger nachbelastet - die Senderobjekte werden in der Periode 1 vollständig entlastet.
Die Differenz zwischen den kumulierten Istkosten zu Isttarifen und Plantarifen beträgt 2.250,- DM. Die Empfängerobjekte werden jedoch nur mit 1.750,- nachbelastet, da die Nachbewertung aus Periode 1 (500,- DM) abgezogen werden kann. Die Senderobjekte sind trotzdem vollkommen entlastet, da 1.000,- DM aus der ersten Periode schon auf die Empfänger verrechnet wurden.
Die Nachbewertung ergibt, dass die Empfänger mit 250,- DM zuviel belastet worden sind. Sie werden den Empfängern gutgeschrieben - die Senderobjekte sind dann korrekt und vollkommen entlastet. Wie kommt es zu dieser Summe? Die Differenz der Istkosten zu Isttarifen und Plantarifen beträgt 2.000,- DM. Die Nachbewertungen aus den Perioden 1 und 2 betrugen jedoch 2.250,- DM - die Empfänger sind also mit 250,- DM zuviel belastet worden.
Eingabe Periode 3 bis 3
Geben Sie bei der Isttarifermittlung nur die Periode 3 ein, dann wird richtig verrechnet, aber nur in der Periode 3 werden die Sender vollständig entlastet. Die Tarifermittlung bucht nämlich immer nur in der oder den Perioden, die in Von-/Bis Periode eingegeben wird/werden. Nachbewertet werden 750,- DM, weil zwar die Plankosten der Perioden 1 bis 3 in die Berechnung einfließen (3.250,- DM), aber in den Perioden 1 und 2 keine Nachbewertung stattgefunden hat.
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Per |
Istkosten |
Leistung |
kum. Isttarif |
Plankosten |
Plantarif |
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3 |
4.000,- DM |
400h |
10,- DM/Std |
2.000,- DM |
5,-DM/Std. |
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Periode |
Differenz Plan-/Istkosten |
Nachbewertung |
|
3 |
2.000,- DM |
+ 750,- DM |

Im Gegensatz zum Durchschnittstarif, der wahlweise auch für einzelne Kostenstellen/Leistungsarten bzw. einen Geschäftsprozeß definiert werden kann, kann die kumulierte Rechnung für alle Senderobjekte gewählt werden. Dies kann in der Versionseinstellung aktiviert werden (siehe
Das kumulierte Verfahren ist dann vorteilhaft, wenn der Kostenanfall und/oder die Leistungserbringung hohen Schwankungen unterliegen. Dies gilt insbesondere dann, wenn der Zeitpunkt der Leistungserbringung nicht mit dem Zeitpunkt des Kostenanfalls übereinstimmt. Gegenüber der Durchschnittsrechnung, die ebenfalls eine gleichmäßige Belastung der Empfänger gewährleistet, liegt der Vorteil beim kumulierten Tarif darin, dass zu jedem Zeitpunkt eine vollständige Entlastung der Kostenstelle bzw. des Geschäftsprozesses sichergestellt ist. Bei der Durchschnittsrechnung gilt dies nur für den gesamten Zeitraum.