Verwendung
Im Rahmen von systemübergreifenden Warenflüssen werden bei chargenpflichtigen Materialien zum Zeitpunkt der Warenausgangsbuchung die Chargendaten aus dem Quellsystem (lieferndem System) in das Zielsystem (bestellende bzw. verkaufende System) übertragen. Bei der Verteilung wird sichergestellt, daß die Chargenstammdaten, die für die Homogenität der Charge relevant sind (z.B. Chargennummer, Chargenzustand, Chargenspezifikationen), systemübergreifend eindeutig sind.
Verteilt werden:
Werden im Quellsystem Änderungen an einer verteilten Charge vorgenommen, so werden diese Änderungen in die Zielsysteme übertragen.

Wenn Fehler bei der Eingangsverarbeitung auftreten, können Sie über den Report RBDMANI2 die Verbuchung für die entsprechenden IDocs erneut starten.
Voraussetzungen
Folgende Voraussetzungen müssen für eine erfolgreiche Verteilung von Chargendaten erfüllt sein:

Es wird dringend empfohlen, als Chargendefinitionsebene die Materialebene zu wählen. Die Werksebene ist nicht sinnvoll, da die Chargennummer hierbei nur in Verbindung mit dem Werk eindeutig ist.
Dies kann wie folgt gewährleistet werden:
Nähere Informationen finden Sie im Customizing der Chargenverwaltung unter Chargennummernvergabe -> Nummernkreis für interne Chargennummernvergabe pflegen / Nummernkreis für externe Chargennummernvergabe pflegen.
Funktionsumfang
Änderung von Chargendaten
Nachdem eine Charge verteilt wurde, können Sie im Zielsystem über Logistik ® Zentrale Funktionen ® Chargenverwaltung ® Charge ® Ändern nur die Felder ändern, die für die Verteilung nicht relevant sind.
Folgende Daten sind nicht verteilungsrelevant und können in allen Systemen unabhängig voneinander geändert werden:
Die Verwaltungsdaten werden automatisch in den jeweiligen Systemen bei der Verteilung geändert:
Wenn Sie verteilungsrelevante Eigenschaften (z.B. den Chargenzustand) einer Charge lokal, in einem System, ändern möchten, haben Sie zwei Möglichkeiten:
Informationen zur Verteilung der Chargen
Im Chargenstamm (MSC2N und MSC3N) auf der Registerkarte Grunddaten 2 werden Ihnen Informationen zur Verteilung angezeigt:
Entkopplung
Wenn Sie Änderungen an verteilungsrelevanten Daten einer Charge in einem Zielsystem vornehmen, wird die Charge vom Originalsystem entkoppelt.
Folgende Voraussetzungen müssen für die Entkopplung erfüllt sein:
Das Berechtigungsobjekt für die Entkopplung lautet M_MATE_DCP.
Nach einer erfolgten Entkopplung

Über den User-Exit EXIT_SAPLVBWC_001 (Erweiterung VBWC_DCP) können sie festlegen, für welches Material bzw. für welchen Geschäftsprozeß eine Entkopplung möglich ist.
Rekursivität
Im Falle von Rekursivität, d.h. wenn ein System sowohl verteilendes als auch empfangendes System ist, wird die Verteilung gestoppt, um eine Endlosschleife zu verhindern.
Chargenverwendung
Der Chargenverwendungsnachweis (Logistik ® Zentrale Funktionen ® Chargenverwaltung ® Chargenverwendung ® Anzeigen) kann die Verwaltungssätze der verteilten Chargen auswerten (Kennzeichen Systemübergreifende Warenbewegungen). Die Auswertung der Verwaltungssätze durch den Chargenverwendungsnachweis funktioniert über RFC in beide Richtungen, d.h. Bottom-Up in die empfangenden Systeme und Top-Down in die verteilenden Systeme.
Berücksichtigung von globalen und lokalen Merkmalen
Generell müssen die Chargenklassen und die ihnen zugeordneten Merkmale in den beteiligten System identisch sein. Besteht in einem System die Notwendigkeit, zusätzliche Merkmale in die Chargenklasse aufzunehmen, so müssen diese Merkmale als lokal gekennzeichnet werden. Lokale Merkmale können bewertet werden, ohne daß die Charge entkoppelt wird.
Folgende Einstellungen müssen Sie vornehmen, um ein Merkmal als lokal zu kennzeichnen:
Regelbasierte ATP
Bei der regelbasierten ATP-Prüfung wird die Charge, die im Kundenauftrag eingetragen wurde, für die Ersetzung nicht berücksichtigt, da diese Charge i.d.R. nicht für das ersetzende Produkt bzw. die ersetzende Lokation gültig ist.
Mit dem User-Exit EXIT_/SAPAPO/SAPLATPT_001 (Erweiterung APOAT001) können Sie jedoch erreichen, dass die Charge an die Ersetzung vererbt wird.