
FI-SL-Stammdaten: Spezielle Ledger
Definition
SAP unterscheidet zwischen den zwei Ledgertypen:
Standard Ledger
Standard Ledger werden von SAP konfiguriert und ausgeliefert und in den einzelnen Anwendungen gepflegt. Diese Ledger können nicht mit den FI-SL-Funktionen gepflegt werden, es sei denn, die Funktionen der betreffenden Anwendung lassen dies zu (wie z.B. bei den FI-SL-Buchungsfunktionen).
Zu den Standard-Ledgern gehören:
Spezielle Ledger
Spezielle Ledger sind Ledger, die Ihren speziellen geschäftlichen und organisatorischen Anforderungen entsprechend definiert werden. Sie enthalten die von Ihnen angegebenen Dimensionen. In Ihrem FI-SL-System können Sie nur Spezielle Ledger anlegen.

Jede FI-SL-Tabelle ist in einzelne logische Einheiten oder Spezielle Ledger unterteilt. Ein Spezielles Ledger besteht aus einer Teilmenge von Daten einer FI-SL-Tabelle.

Sie können ein Spezielles Ledger anlegen, das Informationen über Kostenstellen enthält, und ein anderes Spezielles Ledger, das Informationen über Produkte enthält.
Jedes Ledger verwendet mehrere Dimensionen. Diese Dimensionen bilden eine Teilmenge des Codingblocks einer Objekttabelle. Sie können Ihr System so anlegen, daß jeder Datenbanktabelle ein Ledger zugeordnet ist bzw. mehrere Ledger zugeordnet sind. Wenn Sie im ABAP-Dictionary der SAP den maximalen Codingblock definiert haben, können Sie festlegen, welche Dimensionen dieses Codingblocks in die verschiedenen Ledger aufgenommen werden.

Welche Dimensionen in einem Speziellen Ledger verwendet werden können, wird durch die dem Ledger zugeordnete Feldübertragungsregel festgelegt. Die Feldübertragungsregel enthält die Dimensionen, die aus der Tabelle der Ursprungsanwendung in die FI-SL-Tabelle übernommen werden.
Definition Spezieller Ledger
Wenn Sie ein Spezielles Ledger anlegen, definieren Sie:
Die verwendeten Dimensionen werden durch die Feldübertragung festgelegt sind, die für das Spezielle Ledger und die dem Ledger zugeordnete Tabelle definiert wurde.
In den Stammdateninformationen können Sie auch definieren, wie ein Ledger bebucht wird, ob Daten in einem Ledger verdichtet werden können und ob Bewegungsdaten mit den Rücksetz-Programmen der betreffenden Ursprungsanwendung aus dem Ledger gelöscht werden können.
(für lokale Ledger) bzw. "Ledger/Gesellschaft" (für globale Ledger)
In einer FI-SL-Tabelle können Sie bis zu drei Währungen parallel führen:
Sie können Ihren Ledgern verschiedene Währungsarten zuordnen. Wenn Sie ein Ledger definieren, schlägt Ihnen das System die möglichen Währungskombinationen vor. Wenn Sie Ihre Systemtabellen installieren, werden Sie außerdem aufgefordert, Währungsinformationen für die Buchung einzugeben (z.B. mit welcher Währung ein Ledger bebucht werden soll).
Selektion Spezieller Ledger
Wenn Sie mit Ledgerselektionsbedingungen arbeiten, können Sie genau festlegen, wann ein Ledger bebucht werden soll. Der FI-SL-Integration-Manager (die Durchbuchungsschnittstelle) entscheidet anhand der Ledgerselektionsbedingungen, welche(s) Ledger von einem Geschäftsvorfall bebucht wird (werden).
Für jeden Geschäftsvorfall werden die FI-SL-Tabellen nach vom Anwender definierten Regeln fortgeschrieben.

Sie können festlegen, daß ein Spezielles Ledger bebucht werden soll, wenn einer der folgenden Fälle vorliegt:
-
Der Geschäftsvorfall betrifft eine bestimmte Kontengruppe.-
Der Geschäftsvorfall betrifft eine bestimmte Produktgruppe.-
Der Geschäftsvorfall betrifft eine bestimmte Gruppe von Bewegungsarten.Sie können einfache und komplexe Ledgerselektionsbedingungen definieren. Jeder Feldwert bzw. jede Kombination von Feldwerten, der (die) von einem Geschäftsvorfall betroffen ist, kann in den Ledgerselektionsbedingungen verwendet werden. Dies gilt nicht für Beträge und Mengen.

Für Standard-Ledger können Sie keine Ledgerselektionsbedingungen eingeben.
Weitere Informationen zur Definition von Ledgern finden Sie im Arbeitsschritt Ledger pflegen im Einführungsleitfaden (IMG) der Speziellen Ledger.
Verwendung
Beim Anlegen von Speziellen Ledgern können Sie folgende Kriterien verwenden:
Verschiedene Spezielle Ledger können dieselben in einer Tabelle definierten Dimensionen verwenden.


Die in der vorstehenden Grafik dargestellte Tabelle enthält die variablen Dimensionen "Konto", "Kostenstelle", "Produkt", "Werk" und "Herkunft".
Nehmen wir an, Sie wollen folgende Berichte definieren:
Wenn Sie für diese beiden Berichte Spezielle Ledger anlegen, können Sie ein Spezielles Ledger definieren, das die Dimensionen "Produkt", "Konto" und "Kostenstelle" enthält. Sie brauchen jedoch wesentlich weniger Speicherplatz, wenn Sie zwei Spezielle Ledger definieren:
Wenn das System Daten für Bericht 1 (Dimensionen "Kostenstelle" und "Produkt") auswählt und speichert, selektiert bzw. speichert es ausschließlich Datensätze für diese beiden Dimensionen. Sie haben die Möglichkeit, einen dritten Bericht zu definieren, der die Dimensionen "Produkt", "Konto" und "Kostenstelle" beinhaltet.
Wie Sie Ihre Speziellen Ledger strukturieren, hängt von den Erfordernissen Ihres Berichtswesens ab. Wenn Sie Ihre Ledger definieren, sollten Sie bedenken, daß für jede Kombination von Dimensionen, die ein Ledger in seinem Codingblock verwendet, ein Datensatz geschrieben wird.
Ein umfangreiches Spezielles Ledger, das viele Codingblockdimensionen enthält, kann u.U. denselben Zweck erfüllen wie mehrere kleine Spezielle Ledger. Wenn Sie jedoch anstelle eines großen Speziellen Ledgers zwei kleine Spezielle Ledger verwenden, die bestimmte Kombinationen von Dimensionen enthalten, erhalten Sie nicht nur günstigere Verarbeitungszeiten, sondern verringern auch die Anzahl der gespeicherten Datensätze. Weitere Informationen über die Fortschreibung von Datensätzen in Ledgern finden Sie unter
Fortschreibung von Summensätzen.Jedes Spezielle Ledger enthält einen Teil der oder alle Dimensionen, die in der dem Ledger zugeordneten Tabelle enthalten sind. Für jeden Geschäftsvorfall können ein oder mehrere Ledger zur Bebuchung ausgewählt werden.
Je nach verwendeter Datenbankstruktur arbeiten Sie entweder mit lokalen oder mit globalen Ledgern.
Lokale Ledger
In lokalen Ledgern können Sie Daten speichern, die für Buchungskreise eingegeben werden.
Globale Ledger
In globalen Ledgern können Sie Daten speichern, die für folgende Objekte eingegeben werden:

Sie können einen Buchungskreis einem lokalen Ledger zuordnen. Sie können denselben Buchungskreis einer Gesellschaft zuordnen, die ihrerseits einem globalen Ledger zugeordnet ist. Wenn für den Buchungskreis ein Beleg ins SAP-System eingegeben wird, werden das lokale und das globale Ledger bebucht.

Namenskonvention: Sie können als erstes Zeichen eines Speziellen Ledgers keine Zahl verwenden (z.B. 0A, 1R, 27). Wenn Ihr System z.Zt. Spezielle Ledger enthält, die mit einer Zahl beginnen, setzen Sie sich bitte mit Ihrem SAP-Berater in Verbindung.
Durchschnitts-Ledger
Sie haben die Möglicheit, ein Durchschnitts-Ledger anzulegen, das auf der Grundlage der in einem Speziellen Ledger abgelegten Summensätze geführt wird. Das Durchschnitts-Ledger erbt automatisch die Attribute (z.B. Geschäftsjahresvariante, zugeordnete Tabelle etc.) des Speziellen Ledgers, dem es zugeordnet ist. Dieses Ledger können Sie nur verwenden, wenn Sie Berichte anlegen, für die Sie das Durchschnitts-Ledger verwenden oder wenn Sie Summensätze aus diesem Ledger anzeigen. Sie haben darüber hinaus die Möglichkeit, für die Bebuchung dieses Ledgers einen Benutzer-Exit zu definieren, falls das Buchungsdatum zur Ermittlung des Durchschnittssaldos nicht verwendet werden soll.
Die Verwendung mehrere Spezieller Ledger
Wenn Sie mit dem FI-SL-System arbeiten, können Sie verschiedene Arten von Geschäftsvorfällen in verschiedene Spezielle Ledger buchen. Sie haben aber auch die Möglichkeit, denselben Geschäftsvorfall auf mehrere verschiedene Ledger zu buchen. Bei Bedarf können Sie darüber hinaus festlegen, daß alle Geschäftsvorfälle auf ein bestimmtes Spezielles Ledger gebucht werden sollen.
In dem in der folgenden Grafik dargestellten Beispiel werden durch denselben Beleg mehrere Spezielle Ledger mit unterschiedlichen Informationen bebucht.

Wenn Sie ein Spezielles Ledger definieren, ordnen Sie diesem Ledger eine(n) oder mehrere Buchungskreise bzw. Gesellschaften zu. Wenn für einen Buchungskreis bzw. eine Gesellschaft ein Geschäftsvorfall eingegeben wird, bucht das System den Geschäftsvorfall auf die dem Buchungskreis bzw. der Gesellschaft zugeordneten Ledger.
Wenn Ihr Finanzwesen es erfordert, können Sie viele verschiedene Spezielle Ledger anlegen. Hierzu definieren Sie jeweils, welche Dimensionen die einzelnen Speziellen Ledger verwenden sollen.
Mehrere Spezielle Ledger könnten Sie beispielsweise in folgenden Fällen benötigen:
Parallele Bebuchung Spezieller Ledger
Da Sie selbst bestimmen können, durch welche Geschäftsvorfälle und Dimensionen Ihre Speziellen Ledger fortgeschrieben werden, haben Sie auch die Möglichkeit festzulegen, daß ein Spezielles Ledger durch alle Geschäftsvorfälle bebucht werden soll. Sie können sowohl verschiedene Geschäftsvorfälle auf ein Spezielles Ledger buchen, als auch denselben Geschäftsvorfall auf mehrere verschiedene Spezielle Ledger buchen.
Fortgeschrieben werden alle Speziellen Ledger, deren Selektionsbedingungen erfüllt sind.