
Auslieferungen über die ungeprüfte Lieferung durchführen 
Einsatzmöglichkeiten
Beim Sichern eines Auftrages wird pro Einteilung mit einer offenen, zu liefernden Menge eine Lieferposition angefordert. Aus der Einteilung werden Termin und Menge in die Schnittstelle zur Erzeugung einer Lieferposition übernommen und um versandrelevante Daten der Position und des Auftrages ergänzt. Liefermengen aus ungeprüften Lieferpositionen zählen als offene, zu liefernde Mengen.
Beim Sichern des angelegten Auftrages wird zeitnah (aber asynchron) für jede Auftragsposition pro Liefertermin eine ungeprüfte Lieferposition erzeugt. Die Lieferposition wird für Auftragspositionen mit bestätigten Mengen über die bestätigte Menge zum bestätigten Termin angelegt. Hierbei handelt es sich nicht um eine neue Transaktion, vielmehr wird die ungeprüfte Lieferung dunkel angelegt.
Die ungeprüfte Lieferung ersetzt im 2-Systemfall den Versandfälligkeitsindex. Sie übernimmt im APO die Kundenauftragsbedarfe.
Ablauf
Folgende Einschränkungen sind in dem Versandsystem bei diesem Szenario im Gegensatz zu dem integrierten Szenario vorhanden:
Die Lieferung schreibt im Versandsystem und im APO einen Lieferbedarf. Die Bedarfe der ungeprüften Lieferung im Versandsystem und im APO werden gelöscht. Je nach den Einstellungen in der

Auftrag:
|
Pos 1 |
Material 4711 1. Einteilung Liefertermin 1.6 2. Einteilung Liefertermin 15.6. |
|
Pos 2 |
Material 4712 1. Einteilung Liefertermin 1.6 |
Der Übergang zur ungeprüften Lieferung sieht folgendermassen aus:
|
1. Ungeprüfte Lieferung |
Pos 1 Pos 2 |
Material 4711 1.6. Material 4712 1.6. |
|
2. Ungeprüfte Lieferung |
Pos 2 |
Material 4711 15.6. |
Falls bei der
regelbasierten ATP-Prüfung (z.B. Lokationsfindung) im Auftrag unbestätigte Restmengen übrig bleiben und diese als Unterposition ohne bestätigte Menge im Auftrag abgebildet werden, so können Sie im Customizing einstellen, daß diese Restmenge auf das ursprüngliche Wunschwerk gelegt wird. Falls das Wunschwerk im Auftragssystem auch eine Versandbearbeitung hat, so wird für die unbestätigte Restmenge keine systemübergreifende Lieferung erzeugt. Falls es sich um eine systemübergreifende Position handelt, wird für die unbestätigten Restmenge der Lokationsfindung im APO keine ungeprüfte Lieferung erzeugt.Die ungeprüfte Lieferung schreibt Bedarfe. Dies ermöglicht eine lokale Bedarfsplanung im ausliefernden R/3-System. Auch die Bedarfsplanung im APO basiert auf den Bedarfen der ungeprüften Lieferung.
Verrechnung mit dem zugehörigen Kundenauftrag
Da im ausliefernden R/3-System zwischen der ungeprüften Lieferung und dem Auftrag keine Bedarfsverrechnung stattfindet, werden bei der Verbuchung der ungeprüften Lieferung keine verrechneten Auftragsbedarfe an den APO übermittelt, wie dies im integrierten Fall mit nur einem R/3-System der Fall wäre. Statt dessen enthalten die an den APO übermittelten Daten die Bedarfe der ungeprüften Lieferungspositionen eindeutige Information über die referierte Auftragsposition. Aufgrund dieser Vorgängerinformation ist der APO in der Lage, den Bedarf der referierten Position im liveCache abzubauen.

Die Primärbedarfsverrechnung im Multi-System-Szenario weicht vom integrierten Szenario mit einem R/3-System ab (dort wird auch nach der Erstellung der Lieferung gegen das ursprüngliche Kundenbedarfselement verrechnet. Das Kundenbedarfselement beinhaltet weiterhin die Bedarfsmenge zur Verrechnung gegen den Primärbedarf). Dies wird durch die Standardauslieferung der Kategorie
Umsetzen der ungeprüften Lieferung in eine geprüfte Lieferung
Die Umsetzung der ungeprüften Lieferung in eine geprüfte Lieferung stellt eine Änderung einer Lieferung bezüglich ihres Prüfungsumfanges dar und entspricht nicht dem Anlegen einer neuen Lieferung. Dabei werden alle Prüfungen nachgeholt, die beim Anlegen der ungeprüften Lieferungen explizit ausgeschaltet wurden.
Dies sind:
Ein Statuskennzeichen im Beleg unterscheidet die ungeprüfte Lieferung von der geprüften Lieferung. Ansonsten gibt es keine Unterschiede, insbesondere handelt es sich nicht um einen neuen Beleg.
Eine Umsetzung nur eines Teils der Positionen eines Beleges unter Beibehaltung der restlichen Positionen im Status ungeprüft ist nicht möglich, statt dessen werden nicht umsetzbare Positionen gelöscht. Für die so fehlenden Mengen erzeugt der Auftrag nach Rückmeldung der Lieferung ggf. neue ungeprüfte Lieferungen (wenn die Auftragsposition nicht durch die Erledigungsregeln als erledigt gilt). Die Kommunikation mit dem Auftrag erfolgt über ALE (IDoc SALESORDER_CONFIRMDELIVERY).
Sie können die Umsetzung von ungeprüften Lieferungen zu Lieferungen über die Sammelverarbeitung ungeprüfter Auslieferungen (VL06U) oder über die Sammelverarbeitung versandfälliger Belege für systemübergreifende Lieferungen (VL10U) durchführen.
Mit der Umsetzung ändert sich der Bedarfstyp. Die erzeugte Auslieferung schreibt einen Lieferbedarf im ausliefernden System. Der Bedarf der ungeprüften Lieferung im ausliefernden System (und gegebenenfalls im APO) wird beim Sichern der Lieferung in voller Menge gelöscht und durch den Bedarf über die verfügbare Menge ersetzt. Eine detailliertere Bedarfsverrechnung findet erst auf Anforderung der zugehörigen Auftragsposition statt, wenn dieser die geprüfte, gelieferte Menge zurückgemeldet wird und sie im Rahmen der Liefertoleranzen und Erledigungsregeln entscheidet, ob es eine offene Restmenge gibt.
Während der Umsetzung in eine Auslieferung kann in der Lieferung eine automatische Chargenfindung durchgeführt werden.
Wenn beim Anlegen einer Auftragsposition bereits entschieden wird, daß mehrere Teillieferungen angelegt werden sollen (mehrere Einteilungen), wird für jede Teilmenge eine ungeprüfte Lieferposition erzeugt. Diese Entscheidung muß konform sein mit den Teillieferungsvereinbarungen (z.B. darf es nicht mehr Einteilungen geben als maximal erlaubte Teillieferungen).
Die heute gemischte Funktionalität der Teillieferungsvereinbarung im integrierten System (Unterbinden einer Teillieferung / Löschen des Lieferbedarfes einer Restmenge) wird aufgetrennt. Die Menge eines Materials, die zu einem Termin ausgeliefert werden soll, wird als Anforderungsmenge in der Lieferposition vermerkt. Die Teillieferungsvereinbarungen in der Lieferung prüfen die tatsächliche Liefermenge gegen diese Anforderungsmenge. Teillieferungsvereinbarungen, die mehrere Lieferungen betreffen (z.B. Anzahl Teillieferungen zu einer Auftragsposition), werden nicht in der Lieferbearbeitung geprüft, sondern erst nach Rückmeldung der gelieferten Mengen im Auftrag ausgewertet.
Im Detail: Erledigungsregel:
Integriert
|
Space |
beliebige Teilmengen. Erledigt bei gesamter Liefermenge = Wunschmenge |
|
‚A‘ |
eine Lieferposition mit Menge größer Null erledigt die Auftragsposition |
|
‚B‘ |
Eine Lieferposition erledigt die Auftragsposition |
|
‚C‘ |
Die Auftragsposition muß mit einer Position in voller Menge beliefert werden. |
|
‚D‘ |
beliebige Nachlieferung |
Systemübergreifend, neuer Ablauf
Bedingung für das Ausliefern dieser Position:
|
Space ‚B‘ ‚D‘ |
Liefermenge kann beliebig von Anforderungsmenge abweichen. Ob nach der Rückmeldung der gelieferten Menge an den Auftrag noch eine Menge zur Belieferung offen ist, entscheidet der Auftrag und stößt die Belieferung wie beim Anlegen oder Ändern eines Auftrages an. Natürlich ist eine Abweichung der Liefermenge nur innerhalb der Liefertoleranzen erlaubt, sofern verlangt (s.u.) |
|
‚A‘ |
Liefermenge muß größer als 0 sein. Beispiel verfügbare Menge = 0: Beim Überführen der ungeprüften Lieferposition in eine geprüfte Lieferposition wird die ungeprüfte Lieferpositon gelöscht. Es wird keine geprüfte Lieferpositon angelegt. Der Auftrag schickt nach der Rückmeldung erneut eine Anforderung zur Belieferung dieser Position |
|
‚C‘ |
Liefermenge darf nicht kleiner sein als die Anforderungemenge |
Erledigung nach Rückmeldung im Auftrag:
|
Space ‚D‘ |
Differenz aus Einteilungswunschmenge und gelieferter Menge wird zum Einteilungstermin erneut beliefert. |
|
‚A‘ ‚B‘ ‚C‘ |
Eine erzeugte Lieferposition erledigt die Auftragsposition. Keine erneute Verfügbarkeitsprüfung. Keine Bedarfe. Andere ungeprüfte Lieferpositionen können nicht existieren, da es ja nur eine Einteilung gegeben hatte. |
Prüfung auf Erledigung wie bisher im Auftrag. Die Prüfung der Liefermenge gegen die Anfordermenge für diese Lieferposition erfolgt beim Umsetzen der ungeprüften in eine geprüfte Lieferung. Es gibt eine steuerbare Fehlermeldung bei Unterschreitung der Unterliefertoleranz. Diese Prüfung wird bei der Änderung nicht durchgeführt, da dies zu einer Inkonsistenz führen könnte.
Eine Überlieferung kann beim Umsetzen nicht erfolgen.
Sowohl beim Umsetzen als auch beim Ändern der Lieferung wird geprüft, ob alle Positionen einer Liefergruppe enthalten sind und ggf. ob die Mengenverhältnisse der Stückliste entsprechen.
Auswertung nur im Auftrag. Wenn die maximale Anzahl Teillieferungen zu einer Lieferposition erreicht ist und noch ungeprüfte Lieferpositionen existieren, dann informiert der Auftrag nach der Rückmeldung das LES, dass alle ungeprüften Lieferpositionen zur erledigten Auftragsposition gelöscht werden sollen.
Nach Abschluß der Kommunikation zwischen Auftrag und Lieferung sind wieder alle bedarfsrelevanten Mengen im liefernden System dispositiv wirksam.
Mengenkorrelation
Eine Mengenkorrelation von Stücklisten kann bei der Umsetzung der ungeprüften Lieferung in eine Lieferung durchgeführt werden, wenn die Stückliste in einer Liefergruppe enthalten ist und das Komponentenverhältnis für jede Stücklistenunterposition mitgegeben wird (das Komponentenverhältnis ist das Mengenverhältnis in Basismengeneinheit von Unterposition zu Hauptposition im Auftrag).
Verfügbarkeitsprüfung der Lieferung
Eine Verfügbarkeitsprüfung der Lieferung wird im liefernden System über den ATP-Controller ausgeführt. Dieser ruft den APO-Server (des liefernden Systems) zur Durchführung auf.
Bei der Umsetzung der ungeprüften Lieferung erfolgt eine ATP-Prüfung für alle Positionen mit der Prüfregel der Lieferung. Bei der Prüfung einer Position wird der Bedarf, der zur ungeprüften Lieferungsposition gehört, herausgerechnet.
Die erneute Verfügbarkeitsprüfung existierender Auslieferungen erfolgt gemäß der Standardfunktionalität.
Innerhalb der Verfügbarkeitsprüfung der Lieferung findet keine Terminierung statt. Falls für kundenspezifische Erweiterungen dennoch eine Terminierung innerhalb der Verfügbarkeitsprüfung der Lieferung notwendig ist (z.B. Prüfung auf Vollieferung mit Neuterminierung), so sollte bei einer ATP-Prüfung im APO auch die neue Terminierung im APO laufen.
Ungeprüfte Lieferung ändern
Eine ungeprüfte Lieferposition kann nur durch den zugehörigen Vorgängerbeleg (hier der Kundenauftrag, siehe ändern Auftrag) geändert werden. Ansonsten stellt die Umsetzung in eine Lieferung eine Änderung dar.
Schreiben der Änderungen in den APO
Nach der Umsetzung der ungeprüften Lieferung werden beim Sichern der geprüften Lieferung die zu löschenden Bedarfe der ungeprüften Lieferung, sowie die erzeugten Bedarfe der Lieferung an den APO übermittelt. Damit kann der APO die Bedarfsverbuchungen im ausliefernden R/3 System nachvollziehen.
Bei der Erzeugung einer ungeprüften Lieferung über die unbestätigte Restmenge wird analog der Erzeugung der ursprünglichen ungeprüften Lieferung der zugehörige Bedarf an den APO übermittelt.
Lieferungsrückmeldung an den zugehörigen Kundenauftrag
Beim Sichern einer geprüften Lieferung erfolgt eine Rückmeldung an den Auftrag. Dieser erlangt dadurch Kenntnis über Termin und Menge jeder Position von geprüften Lieferungen, die mit Bezug zu einer Position des Auftrags erzeugt wurden. Der Auftrag erhält damit die Möglichkeit, seinen Belegfluss fortzuschreiben, daraus seinen lieferbezogenen Status zu berechnen und die Erledigung durchzuführen. Wird dabei erkannt, daß durch die Änderung Auftragspositionen mit offenen Mengen existieren, die zur Belieferung vorgesehen sind, wird die Erzeugung einer ungeprüften Lieferung angestoßen bzw. die Erhöhung einer Menge in einer ungeprüften Lieferung veranlaßt. Wird erkannt, daß eine Auftragspositon bereits erledigt ist, jedoch noch eine ungeprüfte Lieferung existiert, wird deren Löschung veranlaßt.
Kommunikation mit der Faktura
Die Erzeugung einer Kundenfaktura geschieht auftragsbezogen aus dem Auftragssystem heraus und erfolgt mit einer neuen Transaktion VF08. Der Fakturaindex wird geschrieben, wenn ein entsprechendes Kennzeichen im Belegfluss des Auftrages gesetzt worden ist. Aus diesem Index werden die Fakturen erstellt. Dabei werden die aus dem Liefersystem benötigten Daten durch Nachlesen der Lieferung im liefernden System ermittelt (Massenverarbeitung, also nur 1 Ruf pro System).
Die Übernahme der Kosten des Umsatzes aus der internen Faktur ist unter
Prozess aus Sicht des Rechnungswesens beschrieben.Der Storno der Faktura erfolgt im derzeitigen Standard.
Der Index für die interne Faktur im Streckenfall wird bereits standardmäßig im liefernden System geschrieben. Die Erzeugung der internen Faktur findet standardmäßig statt.
Der Fakturadruck liest im Standard, auch im integrierten Fall, keine Lieferungsdaten nach. Die Struktur, die für kundeneigene Erweiterungen zur Verfügung gestellt wird, wird dahingehend erweitert, dass auch die Lieferungsnummer, die Lieferungsposition und das logische System der Lieferung zur Verfügung gestellt werden. Entsprechend kann dann die Lieferung im Liefersystem nachgelesen werden.