
Ablauf der Kalkulationsvorratsbearbeitung 
Einsatzmöglichkeiten
Dieser Prozeß zeigt, wie Sie einen Arbeitsvorrat mit denjenigen Kalkulationen, für die sich bestimmte kalkulationsrelevante Parameter geändert haben, erstellen und anschließend bearbeiten.
Bestimmte, den Kalkulationen von Verkaufspreisen (d.h. Endverbraucher- oder Abgabepreisen) zugrundeliegende Parameter, wie z.B. Einkaufsgrundpreis oder Lieferantenrabatt, können sich innerhalb des Gültigkeitszeitraums der Verkaufspreise ändern. Um die Verkaufspreise aktualisieren zu können, müssen Sie alle von den Änderungen betroffenen Kalkulationen ermitteln.
Mit der Kalkulationsvorratsfunktion erstellen Sie eine Liste mit neu durchgeführten Kalkulationen in Form von Kalkulationsbelegen (Kalkulationsvorrat), bei der alle von den Änderungen betroffenen Kalkulationen als auch die Gültigkeitszeiträume der geänderten Kalkulationen berücksichtigt werden.
Voraussetzungen
Voraussetzung für die Kalkulationsvorratsfunktion ist, daß beim Sichern von Verkaufspreisen Kalkulationsbelege mit Belegindex erzeugt werden.
Ablauf
Dieser Arbeitsschritt entfällt, wenn Sie im Customizing unter Logistik Allgemein ® Grunddaten Retail ® Aktivierung des Direkteintrags für die Erstellung des Arbeitsvorrats für die Handelskalkulation (Belegtyp 10) die direkte Erzeugung von Arbeitsvorratseinträgen bei Konditionsänderungen eingestellt haben.
Bei einer Änderung der im Rahmen der Kalkalutionsvorratsfunktion berücksichtigten Stammdaten (Regellieferantenkennzeichen und Lieferantenteilsortiment im Einkaufsinfosatz, Kennzeichen Bezugsquelle im Artikelstamm) entfallen die Arbeitsschritte eins und zwei, da gleichzeitig mit der Sicherung der Stammdatenänderung auch die betroffenen Kalkulationen ermittelt und entsprechende Einträge im Kalkulationsvorrat erzeugt werden.
Erstellung einer Kalkulationsvorratsposition
Der Aufbau einer Kalkulationspositionen des Kalkulationsvorrats ist im wesentlichen identisch mit dem Aufbau einer Kalkulationsposition in der Verkaufspreiskalkulation. So können standardmäßig folgende zwei Hauptarbeitsschritte abgegrenzt werden:
Nach dem ersten Schritt wird zudem geprüft, ob überhaupt eine Einkaufspreisänderung vorliegt und ob somit ein Kalkulationsvorratseintrag notwendig ist. Eine solche Situation tritt üblicherweise beim Anlegen einer Einkaufskondition mit einem Gültigkeitszeitraum in der Zukunft auf, die bestehende Konditionen überlappt. Im Zeitraum bis zum Gültigkeitsbeginn der neuen Kondition liegt keine Änderungen vor, die ursprüngliche Kondition wird aber wegen der Kürzung des Gültigkeitsendes bei der Arbeitsvorratserstellung berücksichtigt.
In den Ablauf der Erstellung einer Kalkulationsvorratsposition können Sie mit dem Business Add-In (BAdI) PWL_SP_DETERMINATION eingreifen, um so den Aufbau des Kalkulationsvorrats den Anforderungen Ihres Unternehmens entsprechend zu steuern.
Die Methode PROCESSCHECK_AND_SP_DETSEQ_SET, die nach dem ersten Arbeitsschritt aufgerufen wird, übernimmt zwei Funktionen. Zum einen können Sie auf der Basis der mit den neuen Einkaufskonditionen durchgeführten Einkaufspreisermittlung in Erweiterung der genannten Standardprüfung kontrollieren, ob überhaupt ein Eintrag im Kalkulationsvorrat erzeugt werden soll. So können Sie etwa einen unteren (prozentualen) Schwellenwert für eine Einkaufspreisänderung festlegen, bei dessen Unterschreitung kein Eintrag erstellt werden soll.
Zudem können Sie festlegen, mit welcher Verkaufspreis-Ermittlungsfolge die verkaufsseitige Preisfindung im zweiten Arbeitsschritt durchgeführt werden soll. So könnten Sie die ausgelieferte Verkaufspreis-Ermittlungsfolge 02 verwenden, wenn der Verkaufspreis unverändert bleiben soll, z.B. bei Artikeln mit starker Konkurrenz.
Auch die zweite Methode CALCULATION_ITEM_MODIFY, die nach dem zweiten Arbeitsschritt aufgerufen wird, erfüllt zwei Funktionen. Auch hier kann zunächst geprüft werden, ob ein Kalkulationsvorratseintrag notwendig ist. So kann z.B. im Rahmen einer Aufschlagskalkulation trotz veränderter Einkaufskonditionen ein gleicher Eckpreis gefunden worden sein, der einen Eintrag unnötig macht. Darüber hinaus können im Rahmen dieser Methode auch Änderungen an der Kalkulationsposition durchgeführt werden. So ist etwa ein Szenario denkbar, daß für bestimmte Artikel bei einer Einkaufspreiserhöhung nur ein Teil dieser Erhöhung an den Kunden durch einen erhöhten Verkaufspreis weitergegeben werden soll.