Auftragsnetz mit autom. Warenbewegung: Szenario 

Voraussetzungen

Sie haben in der Auftragsart hinterlegt, daß Warenbewegungen zwischen den einzelnen Fertigungsstufen stattfinden.

Ablauf

  1. Sie legen einen Fertigungsauftrag zu einem Material an. In dem Materialstammsatz mindestens eines in das Fertigerzeugnis eingehenden Halbfabrikates ist in der Dispositionssicht ein Sonderbeschaffungsschlüssel für "Direktfertigung/Auftragsnetz" eingetragen.
  2. Das System legt ein Auftragsnetz an mit einem führenden Auftrag für das Fertigerzeugnis und mit abhängigen Aufträgen für die in das Fertigerzeugnis eingehenden Halbfabrikate, für die der entsprechende Sonderbeschaffungsschlüssel eingetragen ist.
  3. Beim Anlegen der Fertigungsaufträge erzeugt das System für jeden Fertigungsauftrag eine Abrechnungsvorschrift. Die Abrechnungsvorschrift eines jeden in das Auftragsnetz eingebundenen Auftrages kontiert die Auftragskosten

    bei anonymer Lagerfertigung

    an den anonymen Lagerbestand (Empfänger "Material")

    bei Kundenauftragsfertigung mit bewertetem Kundenauftragsbestand

    an den bewerteten Kundenauftragsbestand (Empfänger "Material)

    bei Projektfertigung mit bewertetem Projektbestand

    an den bewerteten Projektbestand (Empfänger "Material")

    bei Kundenauftragsfertigung mit unbewertetem Kundenauftragsbestand

    an die Kundenauftragsposition

    bei Projektfertigung mit unbewertetem Projektbestand

    an das PSP-Element

  4. Sie ermitteln ggf. mit Hilfe einer Vorkalkulation die Plankosten zu den einzelnen Aufträgen. Die Planentlastung erfolgt gemäß der Planentlastung bei Fertigungsaufträgen, die nicht in ein Auftragsnetz eingebunden sind.
  5. Buchen Sie zu einem untergeordneten Auftrag einen Wareneingang, so bucht das System gleichzeitig für den übergeordneten Auftrag einen Warenausgang. Zur Warenbewegung wird ein MM-Beleg erzeugt.
  6. Der untergeordneten Auftrag wird durch den Wareneingang entsprechend der Preissteuerung im Materialstammsatz entlastet. Der übergeordnete Auftrag wird durch den Warenausgang entsprechend der Preissteuerung belastet. Dies bedeutet, daß bei S-Preis-Steuerung die Entlastung und Belastung zum Standardpreis erfolgt. Bei V-Preis-Steuerung erfolgt die Entlastung und die Belastung gemäß der im Customizing des Auftragsbezogenen Produkt-Controlling unter Zugangsbewertung für Auftragsablieferung hinterlegten Bewertungsvariante. Im Falle der V-Preis-Steuerung ist eine Istentlastung beziehungsweise Istbelastung zum Wert der Auftragsvorkalkulation möglich.

    Durch die Buchungen gemäß der automatischen Warenbewegungen sind auf jedem Produktionsauftrag die kompletten Fertigungskosten der entsprechenden Fertigungsstufe enthalten.

  7. Im Periodenabschluß führen Sie gegebenenfalls zunächst die Arbeitsschritte Prozeßkostenverrechnung, Nachbewertung der Leistungen zu Isttarifen und Zuschlagsermittlung durch.
  8. Ermitteln Sie die Ware in Arbeit.
  9. Ermitteln Sie die Abweichungen.
  10. Führen Sie die Abrechnung durch. Bei der Abrechnung rechnen alle in das Auftragsnetz eingebundenen Aufträge die Differenz aus Belastung und Entlastung gemäß der Abrechnungsvorschrift ab.

Wenn Sie mit Auftragsnetzen arbeiten, so können Sie angeben, ob Sie eine Kostenanzeige zum eingegebenen Auftrag, zu einem Teilbaum des Netzes oder zum gesamten Netz aufrufen möchten oder ob Sie zunächst eine Übersicht über die Struktur des Auftragsnetzes anzeigen und von dort aus in die Kostenberichte der einzelnen Aufträge verzweigen möchten.