Zusatzinformationen zu diesem Beispiel 

Die nachfolgenden Zusatzinformationen richten sich an IDES-Benutzer mit Vorkenntnissen im Customizing der Anwendungskomponenten CS (Kundenservice) und SD (Sales and Distribution). Zielsetzung dieser Erläuterung ist es, aus dem Blickwinkel des Customizing die Fakturierung eines Serviceauftrages am Beispiel der im Prozeß verwendeten Daten zusammenhängend darzustellen. Da der Text das konkrete IDES Beispiel nutzt, bietet sich eine Lektüre nach Beendigung des Ablaufs an.

Dynamische- Posten- Prozessorprofil (DPP-Profil)

Ableitung des Vertriebsmaterials

Bei der Durchführung des Serviceauftrages entstehen durch Eigenleistungen, Fremdleistungen oder Materialverbrauch Kosten. Diese auf den Serviceauftrag gebuchten Kosten bilden die Grundlage für eine Fakturaanforderung. Mit der aus der Fakturaanforderung entstehenden Faktura wird der Serviceauftrag dem Kunden in Rechnung gestellt. Die Umsetzung der Kostendaten des Auftrages in Fakturaanforderungspositionen erfolgt über dynamische Posten. Diese dynamischen Posten werden beim Erzeugen der Fakturaanforderung aufgebaut. Sie übernehmen Informationen aus dem Serviceauftrag. Auf Grundlage dieser Informationen werden die Fakturaanforderungspositionen erstellt. Die Regeln für den Aufbau der dynamischen Posten und für die Umsetzung dieser Posten in Materialnummern für die Fakturaanforderungspositionen werden über das Dynamische-Posten-Prozessorprofil (DPP-Profil) im Customizing definiert.

Im Customizing ist ferner festgelegt, daß bei der Serviceauftragsart SM02, mit dem der Serviceauftrag des vorliegenden IDES-Prozesses erfaßt worden ist, das DPP-Profil 00000001 vorgeschlagen wird:

(siehe SAP Referenz-IMG: Instandhaltung und Kundenservice ® Instandhaltungs- und Serviceabwicklung ® Instandhaltungs- und Serviceaufträge ® Funktionen und Einstellungen der Auftragsarten ® Kreditlimitprüfungen, Verkaufsbelegarten für Serviceaufträge).

Im vorliegenden IDES-Prozeß entstehen die Auftragskosten aufgrund zweier Tätigkeitsrückmeldungen mit der Leistungsart 1410 für die Kostenstelle 4100 und des Verbrauchs der Materialien R-1150 und R-1160. Anhand dieses konkreten Falles werden im folgenden die Regeln des DPP-Profil 00000001 erläutert:

(siehe SAP Referenz-IMG: Instandhaltung und Kundenservice ® Instandhaltungs- und Serviceabwicklung ® Grundeinstellungen ® Angebotserstellung und Fakturierung für Serviceaufträge ® Profile für Angebotserstellung, Fakturierung, Ergebniserm.).

Bei der Erstellung der Fakturaanforderung arbeitet das System mit den Einträgen zur Verwendung 1 (d.h. Fakturierung und Ergebnisermittlung).

Auf der Stufe „Quellen" ist für diese Verwendung festgelegt, daß zur Bildung der dynamischen Posten die Quelle 0001 (d.h. Istkosten – Einzelposten) ausgewertet wird.

Der Einzelposten, der aufgrund der ersten Tätigkeitsrückmeldung entstanden ist, beinhaltet u.a. die Information, daß die Kosten unter der Leistungsart 1410 in der Kostenstelle 4100 entstanden sind. Auf der Stufe „Merkmale" sind für die Verwendung 1 die Merkmale „Kostenstelle" und „Leistungsart" als relevant gekennzeichnet. Aus dem Einzelposten werden daher die Leistungsart 1410 und die Kostenstelle 4100 in den dynamischen Posten übernommen. Sie stehen damit der weiteren Verarbeitung zur Verfügung. Beide Merkmale werden für die Ableitung eines Materials für die Fakturaanforderung genutzt (siehe Kennzeichen „Materialfindung"). Hinsichtlich der Merkmale, die für die Bildung eines dynamischen Posten relevant sind, ist der Einzelposten für die zweite Tätigkeitsrückmeldung identisch mit dem ersten Einzelposten. Aus diesem Grund entsteht für beide Einzelposten ein gemeinsamer dynamischer Posten, der die Summe der entstandenen Kosten ausweist.

Auf der Stufe „Materialfindung" ist das Material SM-REPHOUR aufgelistet. Es gehört damit zu den Materialien, die grundsätzlich zur Übernahme in eine Fakturaanforderungsposition vorgesehen sind.

Auf der Stufe „Kriterien" ist festgelegt, daß das Material SM-REPHOUR über die Kriterien „Kostenstelle" und „Leistungsart" abgeleitet wird. Das Kriterium „Kostenstelle" ist erfüllt, wenn die Kostenstelle des dynamischen Postens einem Wert des Sets SM-CC1 entspricht. Im Set SM-CC1 ist die Kostenstelle 4100 aufgeführt:

(siehe: Rechnungswesen ® Finanzwesen ® Spezielle Ledger ® Werkzeuge ® Setpflege ® Sets ® Anzeigen.)

Das Kriterium „Leistungsart" ist erfüllt, wenn die Leistungsart des dynamischen Postens einem Wert des Sets SM-AT1 entspricht. Der Set SM-AT1 beinhaltet den Wert 1410. Beide Kriterien sind im konkreten Fall erfüllt. Dem dynamischen Posten wird somit die Materialnummer SM-REPHOUR zugeordnet.

Im Einzelposten, der aufgrund der Entnahme des Materials R-1150 entstanden ist, sind u.a. die Kostenart und die Materialnummer als Information vorhanden. Die Merkmale „Kostenart" und „Material" sind für das Erzeugen von dynamischen Posten relevant und werden somit in den dynamischen Posten übernommen. Das Merkmal „Kostenart" wird zur Materialfindung genutzt. Auf der Stufe „Materialfindung" gibt es einen Eintrag ohne Materialnummer, bei dem das Kennzeichen „Material direkt" gesetzt ist. Aufgrund dieses Kennzeichens ordnet das System dem dynamischen Posten das Material zu, das in dem Einzelposten vorhanden ist. Auf der Stufe „Kriterien" ist festgelegt, daß diese Art der Zuordnung dann erfolgt, wenn der Einzelposten unter einer der im Set CO-PC-MAT enthaltenen Kostenart gebucht worden ist. Der Set umfaßt die Kostenarten, mit denen Materialverbräuche gebucht werden. Im konkreten Fall wurde die Entnahme des Materials R-1150 unter der Kostenart 410000 gebucht. Diese Kostenart gehört zum Kostenartenset CO-PC-MAT. Somit sind die Kriterien der Materialfindung erfüllt und das im Einzelposten vorhandene Material R-1150 wird in den dynamischen Posten übernommen.

Der Einzelposten für die Verbrauchbuchung des Material R-1160 führt zu einem separaten dynamischen Posten, da das Merkmal „Material" ein anderen Wert hat. Die Materialfindung läuft analog zu der soeben beschriebenen Logik ab.

Fakturierform

Die Fakturierform des Serviceauftrages entscheidet darüber, ob der Auftrag pauschal oder aufwandsbezogen fakturiert wird. Voraussetzung für diese Unterscheidung ist, daß die Fakturierform bei der Erstellung der Fakturaanforderung als Information zur Verfügung steht. Aus diesem Grund ist die Fakturierform als relevantes Merkmal gekennzeichnet worden.

Produkt

Das Merkmals „Produkt" ist als relevant für die weitere Verarbeitung gekennzeichnet. Diese Steuerung ist Voraussetzung dafür, daß ein im Serviceauftrag angegebenes Serviceprodukt in die Fakturaanforderung übernommen werden kann.

Berechnungsmotiv

Bei der Buchung des Materialverbrauchs für das Material R-1150 wird das Berechnungsmotiv K1 (Kulanz 100 %) angegeben. Diese Angabe wird in den Einzelposten übernommen. Das Berechnungmotiv ist ferner ein relevantes Merkmal im DPP-Profil 00000001 bei der Verwendung 1. Die Angabe zum Berechnungmotiv wird daher aus dem Einzelposten in den dynamischen Posten übernommen. Das Berechnungsmotiv kann damit für die Preisfindung der aus dem dynamischen Posten resultierenden Fakturaanforderungsposition genutzt werden. Im Kalkulationsschema PSER02, das in der Fakturaanforderung verwendet wird, ist die Konditionsart KBM1(Kulanz/Garantie) enthalten. Die dieser Konditionsart zugeordnete Zugriffsfolge ermöglicht es, in Abhängigkeit vom Berechnungsmotiv Konditionssätze zu erfassen. Im konkreten Fall existiert ein Konditionssatz, der bei dem Vorliegen des Berechnungsmotivs K1 einen Abschlag von 100 Prozent festlegt.

Um zu vermeiden, daß dynamische Posten mit unterschiedlichen Berechnungsmotiven zu einer Fakturaanforderungsposition zusammengefaßt werden können, wurde für das Merkmal „Berechnungsmotiv" im DPP-Profil das Kennzeichen „Keine Verdichtung" gesetzt.

Übernahme der Kosten in die Fakturaanforderung

Ferner wird für die Belegart der Fakturaanforderung festgelegt, für welche Konditionsarten auf dem Übersichtsbild der dynamischen Posten Angaben gemacht werden können. Falls die Kosten der dynamischen Posten in die Preisfindung der jeweiligen Fakturaanforderungsposition übernommen werden sollen, muß die dafür vorgesehene Konditionsart angegeben werden. In unserem Beispiel werden die Kosten in die Konditionsart EK01 übernommen: (siehe SAP Referenz-IMG: Instandhaltung und Kundenservice ® Instandhaltungs- und Serviceabwicklung ® Grundeinstellungen ® Angebotserstellung und Fakturierung für Serviceaufträge ® Konditionen Vertriebsbelegarten zuordnen).

Positionstypenfindung

Bei der Fakturierung eines Serviceauftrages entscheidet die Fakturierform des Auftrages, ob der Auftrag pauschal (Fakturierform = 01) oder nach Aufwand (Fakturierform = 02) in Rechnung gestellt wird. Im vorliegenden IDES Prozeß wird ein Beispiel für die Fakturierung nach Aufwand beschrieben. Für dieses Beispiel im folgenden die Positionstypenfindung beim Erzeugen der Fakturaanforderung erläutert:

Die Fakturierform wird nicht explizit angegeben. In diesem Fall geht das System von einer aufwandsbezogenen Fakturierung aus. Der Serviceauftrag wird in dem Beispiel ohne Angabe eines Serviceproduktes angelegt. Bei der Erstellung der Fakturaanforderung werden die dynamischen Posten zu Hauptpositionen des Verkaufsbeleges. Bei der aufwandsbezogenen Fakturierung erfolgt die Positionstypenfindung für die dynamischen Posten mit der Positionsverwendung SEIN.

Die Positionstypenfindung für die Positionen mit dem Material SM-REPHOUR erfolgt über folgenden Eintrag:

Verkaufsbelegart LV + Positionstypengruppe LEIS + Verwendung SEIN ® L2N.

Die Positionstypenfindung für die Positionen mit dem Material R-1150 bzw. R-1160 erfolgt über folgenden Eintrag:

Verkaufsbelegart LV + Positionstypengruppe NORM + Verwendung SEIN ® L2N.

Der Positionstyp L2N durchläuft eine Preisfindung und wird fakturiert:

(siehe SAP Referenz-IMG: Vertrieb ® Verkauf ® Verkaufsbelege ® Verkaufsbelegpositon ® Positionstypen zuordnen bzw. Positionstypen definieren).