Bewertungen in Beschaffung und Verkauf 
Verwendung
Für den Einsatz der Transferpreise ist der Datenaustausch paralleler Wertansätze zwischen den einzelnen Konzernunternehmen erforderlich.
Grundsätzlich wird hierbei davon ausgegangen, daß ein manuelles Bearbeiten paralleler Wertansätze nicht sinnvoll ist. Es werden daher bei allen Einkaufs- und Verkaufsprozessen zwischen Konzernunternehmen automatische Datenschnittstellen genutzt, die eine Übergabe paralleler Werte gewährleisten. Im folgenden wird daher beschrieben, welche Einstellungen Sie zur Gestaltung eines durchgängigen Werteflusses vornehmen müssen.
Integration
Typisches Beispiel wäre folgender Prozeß:
Funktionsumfang
Für einen durchgängig parallelen und automatisierten Wertefluß müssen zwischen Konzernunternehmen folgende Belege automatisch zwischen Buchungskreisen eines Konzerns übergeben werden:
Mit Release 4.0A ist hierzu der Einsatz der oben erwähnten IDOC-Schnittstelle und damit die Nutzung der ALE-Funktionalitäten unverzichtbar. Dies gilt auch dann, wenn sich beide Buchungskreise in einem System befinden. Dementsprechend gliedert sich die Einrichtung dieser parallelen Datenübergabe in folgende Themen:
Vorbereitungen in den Fakturierungssystemen
Wichtige Voraussetzungen für die integrierte Übergabe der parallelen Werte in SD ist, daß Sie die erforderlichen Konditionen für die Profit-Center-Bewertungssicht und die Konzernbewertungssicht in Ihrem Kalkulationsschema aufgenommen haben. Aus technischen Gründen ist nur eine "echte" Preiskondition pro Kalkulationsschema zulässig. Deswegen müssen die Konditionen der Profit-Center-Bewertungssicht und der Konzernbewertungssicht als statistische Konditionen angelegt werden. Folgende Konditionen müssen vorhanden sein:
Interne Faktur (Faktur an verbundenes Unternehmen)

Externe Faktur (Faktur an Kunden)

Eine ausführlichere Beschreibung der Konditionstechnik in Verbindung mit Parallelen Wertansätzen erhalten Sie in dem OSS-Hinweis Nr.135288.
Streckengeschäft / Profit-Center-Bewertungssicht
Bei einem Streckengeschäft unterscheiden sich fakturierender und liefernder Buchungskreis sowie fakturierendes und lieferndes Profit Center. In der Profit-Center-Sicht tritt in diesem Fall eine Besonderheit auf:
Über eine interne Verrechnung erhält das liefernde Profit Center seinen Erlös (Kondition PC00). Dieser Erlös stellt gleichzeitig die Kosten des Umsatzes für das fakturierende Profit Center dar (Kondition PCVP). Es muß nun sichergestellt werden, daß PC00 nach PCVP übernommen wird.
Dies erreichen Sie, indem Sie beiden Konditionen die gleiche Zugriffsfolge zuordnen. Der Konditionstyp h, wie er normalerweise für den Verrechnungspreis in der externen Faktur verwendet wird, liest ausschließlich den Warenausgangswert aus dem Material-Ledger-Beleg und somit ist ihm auch keine Zugriffsfolge zugeordnet. Im Falle von Streckengeschäften müssen Sie PCVP also mit einem anderen Konditionstypen, nämlich dem Konditionstypen n versehen.
Die interne Faktur wird automatisch an den einkaufenden Buchungskreis verschickt und dort als Rechnungseingang gebucht. Zu einer automatischen Übergabe der Werte an den einkaufenden Buchungskreis sind die üblichen Einstellungen im Rahmen des ALE-Customizings durchzuführen (siehe ALE - Einführung und Überblick).
Einstellungen zur Übergabe der Daten an die Rechnungsprüfung
Wichtige Voraussetzung für das Einbuchen der Rechnung im einkaufenden Buchungskreis ist die Tatsache, daß die Bestellnummer und Bestellposition als grundlegende Referenzinformation übergeben wird.
Weiterhin können Sie die Belegarten und Programmparameter im Customizing unter Materialwirtschaft ® Rechnungsprüfung ® Herkömmliche Rechnungsprüfung ® EDI voreinstellen. Typischerweise wird zur Vorbereitung eine Umschlüsselung des Mehrwertsteuerkennzeichens und auch des Buchungskreises bei dieser Übergabe vorgenommen.
Sobald Sie diese Voreinstellungen durchgeführt haben, wird jede Eingangsrechnung für die Kreditoren, die in ihrem Stammsatz als verbundene Unternehmen gekennzeichnet sind (Kennzeichen VBUND), mit parallelen Werten gebucht.
Bei einem Streckengeschäft erfolgt der Rechnungseingang über die EDI-Schnittstelle in der Finanzbuchhaltung, da im fakturierenden Buchungskreis keine Bestellung vorliegt.
Erfolgt der Wareneingang von einem verbundenen Unternehmen vor dem Rechnungseingang, wird er in der legalen Bewertungssicht mit dem Bestellpreis bewertet. In der Profit-Center-Bewertungssicht und der Konzernbewertungssicht zieht das System den aktuellen Materialpreis der jeweiligen Bewertungssicht aus dem Material Ledger heran. Mit Hilfe der Kundenerweiterung EXIT_SAPLPC32_003 können Sie erreichen, daß auch in Profit-Center-Sicht bzw. Konzernsicht der Wareneingang in bestimmten Fällen mit dem Bestellpreis aus legaler Sicht bewertet wird.
Bei einer Rechnung von einem verbundenen Unternehmen erwartet das System, daß in dem entsprechenden IDoc alle Bewertungssichten enthalten sind, die im Kostenrechnungskreis geführt werden. Ist dies nicht der Fall, weil das liefernde Unternehmen zwar zum Konzern gehört, aber nicht mit Parallelen Wertansätzen arbeitet, wird ein Fehler gemeldet. Sie können Fehlermeldungen in solchen Fällen vermeiden, indem Sie die Kundenerweiterung EXIT_SAPLPC32_004 nutzen. Beachten Sie dabei ggf. auch den OSS-Hinweis Nr.366968.