Rückmelden von Differenzen 

Differenzen, die während der Quittierung eines Transportauftrags oder bei der Inventur festgestellt werden, müssen in der Bestandsführung ausgebucht werden.

Dies gilt unabhängig von der Reihenfolge, in der die Warenbewegung gebucht wird (Bestandsführung vor Lagerverwaltung oder umgekehrt).

Wie bei den Vorgängen R/3 ® R/2 können Differenzen entweder einzeln pro Lagerbewegung oder in kumulierter Form an die Bestandsführung weitergegeben werden.

Allgemeiner Ablauf

Der allgemeine Ablauf ist wie folgt:

  1. Bei der Quittierung eines Transportauftrags geben Sie die Differenzmenge ein.
  2. Das System erkennt bei der Quittierung, daß die Differenz an die Bestandsführung weitergeleitet werden muß, und baut einen Kommunikationsbeleg auf. Der Kommunikationsbeleg wird automatisch oder manuell an das R/2-System übertragen.
  3. Bei einer kumulativen Übertragung werden die Quants zunächst auf die Differenzenschnittstelle gebucht. Sie müssen in diesem Fall einen Report starten, der die Schnittstellenquants liest und den Kommunikationsbeleg aufbaut.

  4. Nach der Datenübertragung erstellt das R/2-System einen Materialbeleg auf der Grundlage des Kommunikationsbelegs. Dieser Materialbeleg schreibt die Bestandsmengen und -werte im R/2-System fort.

Technischer Ablauf in R/3

Wird beim Quittieren eines Transportauftrags eine Differenz gemeldet, werden die Differenzendaten in den Transportauftrag geschrieben und müssen anschließend an das R/2-System gemeldet werden.

Ermittlung des Empfängers

Das System ermittelt die Kommunikationsnummer zur Lagernummer, zum Vorgang und zur Bewegungsart.

Mit der Kommunikationsnummer stellt das System die Queue-ID fest, unter der der Empfänger definiert ist.

Erstellung des Kommunikationsbelegs

Für die Differenzenbuchung wird ein Kommunikationssatz LDK09 (Satzart WM09) aus der Differenzenposition erstellt.

Differenz bei einem Vorgang R/2 ® R/3

Wird die Differenz für einen Vorgang gemeldet, der zuerst in der Bestandsführung und dann in der Lagerverwaltung gebucht wird, besteht der Kommunikationsbeleg nur aus Kommunikationssätzen der Satzart WM09.

Differenz bei einem Vorgang R/3 ® R/2

Wird die Differenz für einen Vorgang gemeldet, der zuerst in der Lagerverwaltung und dann in der Bestandsführung gebucht wird, so ist der Kommunikationssatz für die Differenzmeldung Bestandteil des Kommunikationsbelegs, der bei der Quittierung des Transportauftrags erstellt wird.

Der Kommunikationsbeleg besteht in diesem Fall aus Kommunikationssätzen verschiedener Satzarten:

Übertragung des Kommunikationsbelegs

Der Kommunikationsbeleg wird in die Queue gestellt und entweder automatisch oder manuell an R/2 gesendet.

Keine Differenzenschnittstelle

Da die Differenz direkt an die Bestandsführung gemeldet wird, wird kein Quant auf die Differenzenschnittstelle gebucht.

Technischer Ablauf in R/2

Wird ein Kommunikationsbeleg mit einem Kommunikationssatz WM09 an R/2 gesendet, führt dies zu folgenden Aktionen im R/2-System:

Empfang des Kommunikationsbelegs

  1. Der Kommunikationsbeleg wird in R/2 von einer Empfangsroutine entgegengenommen und in der Tabelle LDK09 abgelegt.
  2. Gleichzeitig fügt das System einen Eintrag im Statussatz LDK00 hinzu, der zur Verwaltung des Kommunikationsbelegs dient.

  3. In Tabelle 304 ermittelt das System anhand der Bestandsqualifikation die RM-Bewegungsart für die Transaktion TL11.
  4. Auf der Grundlage des Kommunikationssatzes WM09 bucht das System einen Materialbeleg für die Differenzenbuchung mittels der CALL TRANSACTION.

Keine Schnittstellenbuchung

Bei der Erstellung des Materialbelegs erkennt das System, daß es sich um einen von der R/3-Lagerverwaltung erzeugten Materialbeleg handelt. Es wird kein Kommunikationsbeleg aufgebaut und folglich kein Quant auf die Differenzenschnittstelle gebucht.

Differenzen im Vonlagerplatz bei Übertragungen an R/2

Bei Wareneingängen (z.B. aus der Produktionsplanung) ist es jedoch im allgemeinen besser, die Istausbringung festzulegen, indem man die Bestandsmengen im Vonlagerplatz anpaßt. Dies ist notwendig, weil die genaue Sollausbringung nicht immer im voraus bekannt ist. Dies führt oft zu Anbruchspaletten.

Mit dem WM von SAP kann die Istmenge an das R/2-System übertragen werden, d.h. die Sollmenge wird auf der Grundlage der Differenz im Vonlagerplatz auf die Istmenge korrigiert.

Diese Art der Übertragung an das R/2-System muß als individuelle Verarbeitungssteuerung auf der Grundlage der Bewegungsart aktiviert werden. Für die Verarbeitung in R/3 aktivieren Sie das Feld Diff. auf Von-Platz unter Steuerungen Einzelvorgänge für Kommunikation R/3 ® R/2 im Abschnitt Dezentrale Anbindung an R/2 definieren des Einführungsleitfadens (IMG) für die Lagerverwaltung.