Häufig ist das Verfahren der Stichtagsinventur am Ende des Geschäftsjahres für große Lagerkomplexe nur mit einem sehr hohen Aufwand durchführbar. Die Kosten, die einem Unternehmen entstehen, sind relativ hoch, und die physische Abwicklung der Inventur im Lager erfordert einen hohen Arbeitsaufwand. In vielen Betrieben wäre eine reine Stichtagsinventur wegen des zeitlichen Aufwands sogar mit einem Produktionsausfall verbunden. Daher sind vom Gesetzgeber unter bestimmten Voraussetzungen eine Reihe von Alternativen zu der herkömmlichen Stichtagsinventur erlaubt.
Die Lagerverwaltung (WM) unterstützt folgende Inventurarten:

Informationen über die Stichprobeninventur finden Sie in der Dokumentation MM - Stichprobeninventur. Alle anderen Arten werden in diesem Abschnitt beschrieben.
Für einen Lagertyp können Sie entweder die Stichtagsinventur oder die permanente Inventur definieren. Zusätzlich können Sie auch noch andere Inventurarten auswählen, z.B. die permanente Inventur durch Einlagerung oder durch Auslagerung (Nullkontrolle).
Im Gegensatz zur materialbezogenen Inventur in der Bestandsführung (IM) führen Sie im WM für die vom System verwalteten Lager eine lagerplatzbezogene Inventur durch. Die Inventur gilt als abgeschlossen, wenn für jeden Lagerplatz mindestens einmal im Geschäftsjahr eine Inventur durchgeführt wurde.
Wahl der Inventurart
Da Lagerplätze und Bestandsbewegungen im WM kontinuierlich überwacht werden, sind die datentechnischen Voraussetzungen für die permanente Inventur grundsätzlich gegeben. Mit dem WM können Sie eine unterschiedliche Inventurart pro Lagertyp festlegen. So führen Sie beispielsweise im Hochregallager permanente Inventur durch Einlagerung und im Blocklager Stichtagsinventur durch. Einige der vom WM unterstützten Inventurarten unterliegen gesetzlichen Einschränkungen, andere sind aus lagertechnischen bzw. organisatorischen Gründen nicht sinnvoll. Die Inventurarten müssen daher in jedem Fall von dem Inventur-Verantwortlichen festgelegt und mit dem Wirtschaftsprüfer abgestimmt werden.
Die nachfolgend aufgeführten Beschreibungen der Inventurarten beziehen sich lediglich auf die datentechnischen Voraussetzungen, die für die Einrichtung und Abwicklung der verschiedenen Inventurarten notwendig sind. Die hier erwähnten Hinweise sind daher keinesfalls vollständig. Sie können folglich nur zur Ergänzung und Überprüfung der firmenspezifischen Inventuranforderungen verwendet werden.
Prüfung des Inventurfortschritts
Wenn Sie prüfen möchten, ob die Inventur wenigstens einmal im Geschäftsjahr durchgeführt wurde, wählen Sie Inventur
® Auswertungen ® Inventurfortschritt aus der WM-Menüleiste aus.Inventurergebnisse im WM
Nach einer Inventur im WM werden die Inventurdaten für den Lagerplatz und gegebenenfalls für das Quant gespeichert. Das System setzt ein Inventurkennzeichen für die verwendete Inventurart. Um diese Informationen aufzurufen, wählen Sie Inventur
® Inventurhistorie aus der WM-Menüleiste aus.Das System hält alle Inventurdifferenzen auf einer Differenzenschnittstelle fest, von der aus sie im IM erfaßt und im WM automatisch ausgebucht werden.
Siehe auch:
Steuerung des Inventurvorgangs