Beispiele: Verwendungsentscheid treffen 
Aufgrund des Verwendungsentscheids im QM kann es zu drei unterschiedlichen Aktionen im WM kommen:

Für Umbuchungen von Qualitätsprüfbestand an freien Bestand werden im WM eine Umbuchungsanweisung und 2 Schnittstellenquants erzeugt. Wenn Sie einen Transportauftrag zu dieser Umbuchungsanweisung erstellen, selektiert das WM automatisch alle Quants zu diesem Prüflos, unabhängig davon, wo sich das Material im Lager befindet. Ist noch ein Transportbedarf zu diesem Prüflos vorhanden, werden die Materialdaten in diesem Transportbedarf entsprechend der Umbuchungsanweisung geändert (in diesem Fall wird die Bestandsqualifikation von "Q" nach "frei" geändert). Wenn Sie sich dafür entschieden haben, das Prüflos in der Wareneingangszone zu behalten, bleibt dieser Transportbedarf offen und muß noch bearbeitet werden.

Material geht an den Lieferanten zurück, oder es findet ein Warenausgang an Verschrottung oder eine Umlagerung in einen anderen Lagerort statt. In diesem Fall wird im WM ein negatives Quant in der Warenausgangsschnittstelle erzeugt. Falls noch ein Einlagerungstransportbedarf für dieses Prüflos besteht, wird er um die Auslagerungsmenge reduziert. Je nach der Einstellung in der Bewegungsart erstellt das System einen Transportbedarf für die Auslagerung. Eine Ausnahme hiervon bildet der Fall, daß die Schnittstellenlagerplätze des zu erstellenden und des zu stornierenden Transportbedarfs übereinstimmen. Dann wird grundsätzlich kein Auslagerungstransportbedarf erstellt.

Im WM erfolgt keine Einlagerung, bevor der Verwendungsentscheid getroffen wurde, d.h. die komplette Wareneingangsmenge verbleibt in der WE-Zone (Wareneingangsschnittstelle), und der Einlagerungstransportbedarf ist komplett offen. Der Verwendungsentscheid stößt die Aktion "Zurück an Lieferant" an. Ist die Bewegungsart der Rücklieferung
so eingestellt, daß die dynamische Koordinate "Bestellnummer" benutzt wird, dann wird das Schnittstellenquant ausgeglichen, der Einlagerungstransportbedarf storniert und kein neuer Transportbedarf erstellt. Somit sind für den Fall, daß die komplette WE-Menge an den Lieferanten zurückgeht, keine weiteren Aktionen im WM erforderlich.Wurde die Wareneingangsmenge bereits eingelagert und muß aufgrund des Verwendungsentscheids wieder ausgelagert werden, dann werden bei der Umsetzung des Auslagerungstransportbedarfs in einen Transportauftrag nur die Quants selektiert, die zum entsprechenden Prüflos gehören. Kann das System nicht automatisch Quants in der erforderlichen Auslagerungsmenge selektieren, können Sie sich bei der Transportauftragserstellung auf der Bestandsübersicht die Materialbestände auch prüflosneutral anzeigen lassen. Wählen Sie dazu in der Bestandsübersicht Bearbeiten
® Prüflos ® Ignorieren.Eine Direktabbuchung ist nur für Stichprobenmengen möglich, die aus dem Verwendungsentscheid für "Warenausgang an Stichprobe" und für "Rücklieferung" heraus gebucht werden können.
Falls die Stichprobenmenge für jeden Transportauftrag beim Wareneingang auf einen Prüfplatz umgebucht wird, wird der Bestand auf diesem Lagerplatz durch die beiden Buchungen direkt aus dem Verwendungsentscheid heraus verringert. Es ist keine weitere Aktion im WM erforderlich.
Falls die Stichprobenmenge beim Wareneingang in der Wareneingangszone verbleibt, erfolgt ebenfalls eine Bestandsverringerung auf diesem Lagerplatz. Auch die offene Transportmenge wird entsprechend verringert. Es sind keine weiteren Aktionen im WM erforderlich.
Automatische Transportauftragsbearbeitung im Hintergrund
Grundsätzlich ist die automatische Transportauftragserstellung im Hintergrund für alle Vorgänge direkt aus dem Verwendungsentscheid heraus möglich. Dies ist in der Bewegungsart im WM-Customizing einstellbar.
Die automatische Transportauftragserstellung wird programmintern dann verhindert, wenn mehr als eine IM-Buchung erzeugt wird, für die automatisch ein Transportauftrag erstellt werden soll. Der Grund dafür ist, daß in diesem Fall eine automatische Quantermittlung bei der Transportauftragserstellung nicht möglich ist. Die Buchungen "WA an Stichprobe" und "Rücklieferung" sind Ausnahmefälle, wenn sich die betreffende Menge auf dem Prüfplatz oder noch in der Wareneingangszone befindet.
Tabelle: Verdeutlichung der Logik
Es wird vorausgesetzt, daß für alle betroffenen Bewegungsarten die "automatische Transportauftragserstellung" eingestellt ist.
Gesamte Prüflosmenge:
100 Stück
100 |
ST |
an frei verwendbar |
automatische TA-Erstellung möglich |
90 |
ST |
an frei verwendbar |
automatische TA-Erstellung möglich |
10 |
ST |
an Stichprobe |
|
90 5 |
ST ST |
an frei verwendbar an Stichprobe |
|
5 |
ST |
Rücklieferung |
automatische TA-Erstellung möglich |
90 |
ST |
an frei verwendbar |
|
10 |
ST |
zurück an Lieferant |
automatische TA-Erstellung nicht möglich |
100 |
ST |
an Verschrottung |
automatische TA-Erstellung möglich |
10 90 |
ST ST |
an Verschrottung zurück an Lieferant |
automatische TA-Erstellung nicht möglich |