Überwachung der Checkpoints (Oracle) 
Ein Checkpoint ist eine von Oracle zur Gewährleistung der Datendateikonsistenz durchgeführte Operation. Wenn ein Checkpoint auftritt, stellt Oracle sicher, daß alle geänderten Puffer vom Datenpuffer in die Festplattendateien geschrieben werden. Häufige Checkpoints vermindern die für eine Datenwiederherstellung benötigte Zeit im Falle eines Datenbankabsturzes, können jedoch die allgemeine Performance der Datenbank verschlechtern.
Checkpoints führen auch zur Aktualisierung von Datendateiköpfen. Wenn der Oracle-Hintergrundprozeß CKPT für Ihr System nicht vorhanden bzw. nicht gestartet ist, muß diese Aufgabe vom Oracle-Log-Writer (LGWR) übernommen werden. Der Hintergrundprozeß CKPT ist aktiv, wenn der
init<SID>.ora -Parameter log_checkpoint_process auf true eingestellt ist.Oracle führt immer dann automatisch einen Checkpoint aus, wenn ein Online-Redo-Log gefüllt ist und der LGWR die Redo-Einträge aus dem Redo-Log-Puffer in die nächste Log-Gruppe schreibt. Der
init<SID>.ora -Parameter log_checkpoint_interval ( LOG_CHECKPOINT_INTERVAL (Oracle)) bestimmt, wie viele Checkpoints zwischen diesen Redo-Log-Dateiwechseln durchgeführt werden. Wenn der Parameter auf einen Wert eingestellt ist, der größer als die größte Online-Redo-Log-Datei ist, legt Oracle zwischen den Redo-Log-Dateiwechseln keine zusätzlichen Checkpoints ein. Die von SAP vorgegebene Einstellung ist für die meisten produktiven Systeme ausreichend.Wenn Oracle von einer Gruppe von Online-Redo-Log-Dateien zur nächsten wechselt, wird normalerweise die Archivierung des gerade gefüllten Logs ins Archivierungsverzeichnis gestartet. Diese Arbeit übernimmt der Hintergrundprozeß ARCH. Ist der Archivierungsprozeß noch nicht abgeschlossen, wenn der Hintergrundprozeß LGWR wieder dieses Log beschreiben will, muß Oracle warten, bis das Log verfügbar ist. Erst dann kann der Prozeß LGWR die nächsten Redo-Einträge aus dem Puffer in die Online-Redo-Log-Dateien schreiben. In diesem Fall werden sämtliche Prozesse, die in der Datenbankaktualisierungen vornehmen, u. U. unterbrochen, da keine Änderungen im Redo-Log-Puffer protokolliert werden können.
Überprüfen Sie als erstes, warum der Prozeß ARCH die Online-Redo-Log-Dateien nicht archivieren kann. Möglicherweise ist das Archivierungsverzeichnis voll oder der Prozeß selbst ist nicht mehr aktiv.
Überprüfen Sie desweiteren, ob Sie dieses Problem in Zukunft vermeiden können, indem Sie z.B. die Online-Redo-Log-Dateien vergrößern. Dadurch kann der LGWR wesentlich mehr Redo-Einträge aus dem Puffer in die Online-Redo-Log-Dateien schreiben und kommt nicht so schnell mit dem Prozeß ARCH in Konflikt. Die Standardgröße für SAP-Redo-Log-Dateien beträgt 20 MB. Diese Größe sollte allerdings nur aufgrund einer Empfehlung der SAP oder von Oracle geändert werden.