Kennzahlen Bestandsführung 

Bestand

Bestand, der zu einem bestimmten Stichtag vorhanden ist.

Es wird der bewertete Bestand ausgewiesen, d.h. Bestandstypen wie der Lieferentenkonsignationsbestand, sind nicht in der Kennzahl enthalten.

Der Bestand wird auf höheren Aggregationsebenen saldiert ausgewiesen.

Diese Kennzahl wird in unterschiedlichen Ausprägungen angeboten (EP o. MwSt, VP o. MwSt, VP m. MwSt, Menge in BME,).

Wareneingang vom externen Lieferanten

Wareneingang, der auf eine Bestellung bei einem externen Lieferanten zurückgeht.

Auch Wareneingänge, bei denen keine Bestellung vorliegt, die aber unter Wareneingänge Sonstige verbucht werden und ein Lieferant eingegeben wurde, werden dieser Kennzahl zugeschlagen. Dasselbe gilt bei Übernahme aus dem Lieferentenkonsignationsbestand in den frei verfügbaren Bestand.

Wareneingangsbuchungen aufgrund von buchungskreisübergreifenden Bestellungen werden ebenfalls dieser Kennzahl zugeschlagen.

Die Fortschreibung erfolgt zum Buchungsdatum.

Diese Kennzahl wird in den Standardanalysen in unterschiedlichen Ausprägungen ausgegeben (Menge, EP o. MwSt, VP o. MwSt, VP m. MwSt, Anzahl Vorgänge).

Die Ermittlung dieser Kennzahl erfolgt im RIS anders als im Einkaufsinformationssystem. Im Einkaufsinformationssystem werden nur Wareneingänge aufgrund von Bestellungen aus der Applikation Einkauf als Wareneingang fortgeschrieben.

Ist der Lieferant zum Zeitpunkt des Wareneingangs bekannt, so wird der Wareneingang bei der Fortschreibung genau diesem Lieferanten zugeschlagen. Um eine konsistente Bestandsführung zu gewährleisten wird jedoch der Zugang an Bestand dem Regellieferanten zugerechnet.

Retoure (an externe Lieferanten)

Retoure einer Filiale oder eines Verteilzentrums an einen externen Lieferanten. Im Standard erfolgt die Fortschreibung zum Buchungsdatum.

Diese Kennzahl wird in unterschiedlichen Ausprägungen ausgegeben (Menge, EP o. MwSt, VP o. MwSt, VP m. MwSt, Anzahl Vorgänge).

Die Retouren-Fortschreibung erfolgt im Standard zum Lieferanten, die resultierende Abgangs- bzw. Bestandsfortschreibung erfolgt, um eine konsistente Bestandsführung zu gewährleisten, zum Regellieferanten.

Umlagerungen

Warenausgang vom VZ/ Wareneingang vom VZ

Diese Kennzahl beinhaltet alle Wareneingänge/Warenausgänge, die von einem Verteilzentrum ein- bzw. ausgehen. Dabei wird nicht unterschieden, um welche Art von Bewegung es sich handelt (echte Absortierung aus Lagerbereich, Zuteilungen des VZ, Transit-Wareneingänge). Im Unterschied zum Warenclearing handelt es sich um geplante Warenverschiebungen zwischen Betrieben.

Folgende betriebswirtschaftliche Vorgänge führen zu Wareneingängen/Warenausgängen:

Eingänge in einer Filiale werden von Wareneingängen externer Lieferanten oder Warenclearing dadurch unterschieden, daß das Lieferwerk ein Verteilzentrum ist.

Warenausgang/Wareneingangsbuchungen vom Verteilzentrum ziehen immer eine Eingangs- und eine Ausgangsbuchung nach sich. Die Fortschreibung erfolgt zum Buchungsdatum. Die Kennzahlen werden in unterschiedlichen Ausprägungen ausgegeben (Menge, EPoM, VPoM, VPmM, Anzahl Vorgänge).

Warenclearing (Eingang/Ausgang)

Unter Warenclearing wird die ungeplante Verschiebung von Artikeln aus einer Filiale in eine andere Filiale oder Verteilzentrum verstanden. Die Kennzahl gibt einen Überblick über logistische "Fehleinschätzungen" innerhalb eines Verantwortungsbereiches.

Die Verschiebung hat immer zwei Bestandsveränderungen zur Folge:

Die Kennzahl wird in unterschiedlichen Ausprägungen ausgegeben (Menge, EP o. MwSt, VP m. MwSt, VP o.MwSt, Anzahl Vorgänge) und zum Buchungsdatum fortgeschrieben.

Artikelumbuchung

Artikelumbuchungen sind ungeplante Warenverschiebungen innerhalb eines Betriebes. Von einer Artikelumbuchung sind immer zwei unterschiedliche Artikel betroffen. Notwendig werden kann ein solcher Vorgang bei Sortimentsumbuchungen. Z.B.: ein 6er-Pack Bier wird aufgerissen, weil der Artikel auch einzeln verkauft werden soll.

Artikelumbuchungen werden unterteilt nach:

Diese Kennzahl wird in unterschiedlichen Ausprägungen ausgegeben (Menge, EP o.MwSt, VP o. MwSt, VP m. MwSt, Anzahl) und wird zum Buchungsdatum fortgeschrieben.

Eine Artikelumbuchung zieht immer eine Eingangs- und eine Ausgangsbuchung nach sich.

Bestandskorrekturen

Bestandskorrekturen sind Korrekturen eines Betriebes bezüglich eines Artikels. Zwei Arten von Bestandskorrekturen werden unterschieden:

Mengen- und wertmäßige Korrektur des vorhandenen Bestandes, wobei der Grund für diese Korrektur unbekannt ist und deshalb als Inventurdifferenz angesehen wird. Es kann sich dabei um einen Korrektur nach oben (+) oder eine Korrektur nach unten (-) handeln.

Inventurdifferenzen werden bei der Inventurabwicklung zum Buchungsdatum fortgeschrieben.

Diese Kennzahl wird im RIS sowohl für Inventurdifferenzen + als auch für Inventurdifferenzen - in unterschiedlichen Ausprägungen ausgegeben (EP o. MwSt, VP o. MwSt, VP m. MwSt, Menge, Anzahl Positionen).

Mengen- und wertmäßige Korrektur des vorhandenen Bestandes, wobei der Grund für diese Korrektur bekannt ist. Ein Grund für eine solche Korrektur kann beispielsweise der Bruch, Verderb oder die Verschrottung eines Artikels sein. Es kann sich dabei um einen Korrektur nach oben (+) oder eine Korrektur nach unten (-) handeln.

Diese Kennzahl wird im RIS sowohl für Bestandskorrekturen Sonstige + als auch für Bestandskorrekturen Sonstige - in unterschiedlichen Ausprägungen ausgegeben (EP o. MwSt, VP o. MwSt, VP m. MwSt, Menge, Anzahl Positionen).

Bestandskorrekturen Sonstige werden bei der Erfassung des Warenausgangs über Verschrottung zum Buchungsdatum fortgeschrieben. Dabei ist zu beachten, daß das Feld Korrekturgrund gefüllt werden muß, ansonsten sind es lediglich Zu- bzw. Abgänge.

Derzeit ist es nicht möglich die Kennzahl Bestandskorrektur Sonstige + mit Werten zu füllen, da es zur Zeit keine entsprechende Bestandskorrekturabwicklung gibt.

EP-Umbewertung

Umbewertung aufgrund einer Änderung des Einkaufspreises für einen Artikel. Es gibt zwei Anlässe für eine EP-Umbewertung:

Bei einer manuellen EP-Preisveränderung findet eine EP-Umbewertung des Bestandes statt. Dadurch kommt es zu einer Änderung der Bestandsspanne.

Beachten Sie folgendes:

Bei der Rechnungsprüfung erfolgt u.U. eine Korrektur des erfaßten Wareneingangs-Einkaufspreises. Auf diese Weise wird festgestellt, ob die ursprüngliche Bestandszu-/abbuchung zu hoch oder zu niedrig war. Durch die Rechnungsprüfung erfolgt eine Korrektur des Bestands-Einkaufspreises und damit auch der Bestandsmarge. Auch Korrekturen werden zur Kennzahl EP-Umbewertung fortgeschrieben.

Beachten Sie folgendes:

Eine EP-Umbewertung kann auf zwei Arten erfolgen: als Umbewertung nach oben (+) oder als Umbewertung nach unten (-). Im RIS werden die EP-Umbewertungen sowohl für Plus als auch für Minus in unterschiedlichen Ausprägungen ausgegeben (Anzahl Vorgänge, Menge, VP m. MwSt, VP o. MwSt, EP o. MwSt). Die Fortschreibung der Kennzahlen erfolgt zum Buchungsdatum.

VP-Umbewertung

Umbewertung aufgrund von VP-Änderungen eines Artikels (Ab-/Plusschrift). Anlaß für die Umbewertung sind manuell vorgenommene VP-Anpassungen nach Saisonende oder aus Marketinggesichtspunkten. VP-Umbewertungen sind wichtige Steuergrößen im Handel und beeinflussen letztendlich die Umsatz-Marge und den Deckungsbeitrag. Dadurch findet ebenfalls eine Veränderung der Bestandsmarge statt.

Beachten Sie folgendes:

Eine VP-Umbewertung kann auf zwei Arten erfolgen: als Umbewertung nach oben (+) oder als Umbewertung nach unten (-). Im RIS werden die VP-Umbewertungen sowohl für Plus als auch für Minus in unterschiedlichen Ausprägungen ausgegeben (Anzahl Vorgänge, Menge, VP m. MwSt, VP o. MwSt, EP o. MwSt). Die Fortschreibung der Kennzahlen erfolgt zum Gültigkeitsdatum.

Bestandsveränderungen

Bestandsveränderungen sind Buchungen, die keiner speziellen Kennzahl zugeschlagen werden. Es findet lediglich eine Veränderung des Bestandes statt. Unter Umständen wird die Kennzahl Zugang und/oder Abgang gefüllt (z.B. bei einer Buchung vom frei verfügbaren Bestand in den Lieferantenkonsignationsbestand).

Beachten Sie folgendes:

Wenn Sie keine Verfälschung dieser Kennzahlen wünschen, muß die entsprechende Bewegungsart von der Statistikfortschreibung ausgeschlossen werden.

Die Fortschreibung der Kennzahlen Zu- und Abgang erfolgt zum Buchungsdatum. Die Kennzahlen werden in den Standardanalysen in unterschiedlichen Ausprägungen ausgegeben (Menge, EPoM, VPoM, VPmM).

Siehe auch:

Hinweise zur Ermittlung der Kennzahlen: Warenwirtschaftsinformationssystem