lnformationsstrukturen  

Einen wichtigen Bestandteil der Informationssysteme bilden spezielle Statistikdateien, die Informationsstrukturen. Sie sind die Datenbasis für die Standardanalysen. Auch die Planung erfolgt auf der Grundlage der Informationsstrukturen.

Aus der Vielzahl der Daten, die in der operativen Anwendung anfallen, werden die wichtigsten Informationen in die Informationsstrukturen fortgeschrieben.

Einkauf: Bestellung, Wareneingang, Rechnungseingang

Vertrieb: Auftrag, Angebot

Bestandscontrolling: Warenbewegung

Fertigung: Freigeben/Rückmelden eines Fertigungsauftrages

Instandhaltung: Anlegen einer Meldung, Anlegen eines technischen Platzes;

Qualitätsmanagementinformationssystem: Treffen eines Verwendungsentscheides

Transportinformationssystem: Routen, Transportmittel, Versand, Transportabschnitte, Materialien

Eine Informationsstruktur definiert eine Gruppe von Informationen, die für die Verdichtung und anschließende Auswertung von Daten aus der operativen Anwendung genutzt wird.

Im Standard werden zu jedem Informationssystem Informationsstrukturen ausgeliefert, die aussagekräftige Kennzahlen für alle Analysen im Bereich der Anwendung liefern.

Im Rahmen des Customizing können Sie Informationsstrukturen auch selbst erstellen, d.h. Sie können die Informationssysteme individuell erweitern.

Aufbau einer Informationsstruktur

Eine Informationsstruktur beinhaltet drei Arten von Informationen:

Die folgende Abbildung zeigt Ihnen exemplarisch den Aufbau einer Informationsstruktur aus dem Bereich Vertrieb.

Merkmale

Unter Merkmalen versteht man Informationen, die sich zur Verdichtung eignen (z.B. Werk, Material).

Zu jedem Merkmal gibt es Merkmalswerte. Zu einem Merkmal wie Material können beispielsweise folgende Merkmalswerte gehören:

Kennzahlen

Unter Kennzahlen werden betriebswirtschaftlich interessierende Werte verstanden.

Einkaufsinformationssystem:Rechnungsbetrag, Bestellnettowert, Anzahl Lieferungen

Vertriebsinformationssystem: Umsatz, Auftragseingang, Retouren, Auftragswert

Bestandscontrolling: Zugangsmenge bewerteter Bestand, Mittlerer Verbrauch, Gesamtverbrauchswert, Anzahl Materialbewegungen

Fertigungsinformationssystem: Auftragsmenge, Durchlaufzeit, Wartezeit, Durchführungszeit

Instandhaltungsinformationssystem: Anzahl Meldungen, Anzahl Ausfälle, Mean Time to Repair

Qualitätsmangementinformationssystem: Lose gesamt, Mittlere QKZ, Durchlaufzeit

Transportinformationssystem: Distanz, Summe, Anzahl, Dauer, Volumen

Die Kennzahlen enthalten die Daten, die aus den Informationsstrukturen gelesen werden, während die Merkmale den Schlüssel darstellen.

Zu jeder Kennzahl gehören Werte.

Das Material 265-987 (Merkmalswert) hat einen Anschaffungswert von 20 000 DM (Kennzahlenwert).

Periodizität

Jeder Informationsstruktur ist eine Periodizität zugeordnet.

Die Werte der Kennzahlen einer Informationsstruktur werden für jedes Merkmal der Informationsstruktur periodisch kumuliert.

Mögliche Perioden sind Tag, Woche, Monat und Buchungsperiode.

Im Standard ausgelieferte Informationsstrukturen

Die zu jedem Informationssystem im Standard ausgelieferten Informationsstrukturen beinhalten thematisch gebündelt aussagekräftige Kennzahlen für alle relevanten Analysen im Bereich der jeweiligen Applikation. Sie können auch auf Kennzahlen zugreifen, die mittels Formeln zum Auswertezeitpunkt ermittelt werden.

Die folgenden Abschnitte informieren Sie über die im Standard ausgelieferten Informationsstrukturen der einzelnen Informationssysteme:

Einkaufsinformationssystem: Informationsstrukturen

Vertriebsinformationssystem: Informationsstrukturen

Bestandscontrolling: Informationsstrukturen

Fertigungsinformationssystem: Informationsstrukturen

Instandhaltungsinformationssystem: Informationsstrukturen

Qualitätsmanagementinformationssystem: Informationsstrukturen

Warenwirtschaftsinformationssystem: Informationsstrukturen

Transportinformationssystem: Informationsstrukturen

 

Eigendefinierte Informationsstrukturen

Mit Hilfe von eigendefinierten Informationstrukturen können Sie die Informationssysteme individuell erweitern. Sie können Informationsstrukturen nach eigenen Bedürfnissen zusammenstellen sowie die Regeln für die Fortschreibung selbst definieren. Für diese eigendefinierten Informationsstrukturen steht dann der komplette Funktionsumfang des LIS zur Verfügung. Sie können die eigendefinierten Informationsstrukturen mit Hilfe der Standardanalysen und der Flexiblen Analysen auswerten und Plandaten erfassen.

Die Funktionen für eigendefinierte Informationsstrukturen finden Sie im Customizing für das Logistikinformationssystem. Die komplette Funktionalität finden Sie unter dem Menüpunkt Datenbasis.

Nähere Informationen erhalten Sie in Form eines Einführungsleitfadens.

Um den Einführungsleitfaden aufzurufen, gehen Sie wie folgt vor:

  1. Wählen Sie ausgehend vom SAP-Menü Werkzeuge ® Hypertext ® Struktur ® IMG
  2. Sie erhalten eine Liste aller verfügbaren Einführungsleitfäden.

  3. Positionieren Sie den Cursor auf Logistik Allgemein und wählen Sie Bearbeiten ® Aufreißen/Verbergen.
  4. Sie erhalten eine Liste aller zu Logistik Allgemein zugeordneten Dokumente.

  5. Positionieren Sie den Cursor auf Logistikinformationssystem und wählen Sie Bearbeiten ® Aufreißen/Verbergen.

Sie erhalten eine Liste aller dem Logistikinformationssystem zugeordneten Dokumente.

Sie finden den gewünschten Einführungsleitfaden unter Logistics Data Warehouse ® Datenbasis.

Fortschreibung der Statistikdaten

Die Fortschreibung der Statistikdaten kann als V1-Verbuchung (Verbuchung verzögertem Start) oder als V2-Verbuchung (Statistikverbuchung) erfolgen.

Ab Release 4.5C steht Ihnen außerdem die V3-Verbuchung (benutzerdefinierter Zeitpunkt der Verbuchung) zur Verfügung.

Die Art der Verbuchung und die Periodizität in der die Statistikdaten kumuliert werden (täglich, wöchentlich, monatlich, buchungsperiodenweise), können Sie für jede Informationsstruktur im Einstellungsmenü für das Logistikinformationssystem festlegen (siehe dazu auch Fortschreibung).

Um die Fortschreibung besser überwachen zu können, steht Ihnen ein Fortschreibungsprotokoll zur Verfügung. Benutzerspezifisch wird für den jeweils letzten Vorgang, der von der Statistikfortschreibung betroffen ist, ein detailliertes Protokoll aufgezeichnet (siehe dazu Fortschreibungskontrolle) .