Zusatzinformationen zu diesem Beispiel 

Die nachfolgenden Erläuterungen richten sich an IDES-Benutzer mit Vorkenntnissen in den Bereichen Lagerverwaltung (WM) und ALE.

Im Werk Dallas ist der Lagerort 0095 als dezentrales Lager verwaltet. Dies wird durch die Zuordnung der Werk – Lagerort - Kombination zu der Lagernummer 005 bestimmt, die im Customizing festgelegt wird. Das Customizing der dezentralen Lagerverwaltung finden Sie im IMG unter: Logistics Execution ® Integration dezentrales WMS. Dort werden die Einstellung für die Zentrale und für die Dezentrale Abwicklung vorgenommen.

In diesem Beispiel ist das Lager ein Verteilzentrum für Handelswaren. Im Werk Dallas werden PCs und Zubehör ausgeliefert und im WM-verwalteten Lagerkomplex kommissioniert. Dieser Lagerkomplex soll aufgrund einer permanenten Verfügbarkeit und größtmöglicher Unabhängigkeit der Lagerprozesse auf einem separaten System verwaltet werden. Prozesse der Bestandsführung, Finanzbuchhaltung und Controlling laufen im zentralen SAP R/3-System ab. Davon getrennt sind die physischen Lagerprozesse wie das Erstellen von Transportaufträgen für die Einlagerung, das Kommissionieren von Auslieferungen oder die Planung und Überwachung von Lagerbewegungen. Die Lagerprozesse laufen ihrerseits ebenfalls auf einem SAP R/3-System in der Lagerverwaltung ab. Die beiden Systeme werden durch unterschiedliche logische Systeme dargestellt.

Durch die Trennung der Funktionen müssen auch Stamm- und Bewegungsdaten aufgeteilt werden. Informationen über die Bewertung von Materialien sind im dezentralen Warehouse Management System (WMS) nicht relevant, Grunddaten eines Materials müssen in beiden identisch sein, die lagerverwaltungsspezifischen Materialdaten hingegen sind nur im WMS von Bedeutung. Die Verteilung der Materialstammdaten zwischen zentralem ERP und dezentralem WMS erfolgt daher über einen um die für das WMS nicht relevanten Felder reduzierten Nachrichtentyp MATMAS_WMS. Bewegungsdaten wie die Auslieferung an einen Kunden müssen in beiden Systemen vorhanden sein. Im ERP wird eine Auslieferung zum Kundenauftrag erzeugt. Diese Auslieferung beinhaltet Informationen für die Auslagerung und wird deshalb an das WMS verteilt. In der Lagerverwaltung wird ein Transportauftrag für die Auslagerung erstellt.

Die PCs werden in ein Blocklager gelagert, Monitore in einem Hochregallager. Aus diesem Grund hat das Material M-01 ein Ein- und Auslagertypkennzeichen im Materialstamm, das die Auslagerung aus dem Lagertyp 004 (Blocklager) steuert. Nach der Erstellung des Transportauftrages wird der physische Transport durchgeführt und anschließend durch die Quittierung des Transportauftrages dem Lagerverwaltungssystem zurückgemeldet. Erst nach Abschluß der physischen Auslagerung von den jeweiligen Lagerplätzen wird der Warenausgang für die Auslieferung gebucht. Diese Rückmeldung des Warenausgangs wird vom WMS an den ERP verteilt und dort wird der Warenausgang für die Lieferung in der Bestandsführung gebucht.

Die Kommunikation zwischen den logischen Systemen wird durch das Verteilungsmodell WMS definiert. Sie finden das Verteilungsmodell im IMG unter Logistics Execution ® Integration dezentrales WMS ® Zentrale Abwicklung ® Verteilung ® Verteilungsmodell generieren. Auch im Customizing des ALE finden Sie dieses Verteilungsmodell.

Das Vorgehen zur Einrichtung eines dezentralen Lagers läßt sich in folgende Schritte aufteilen:

  1. Legen Sie im zentralen System eine Lagernummer an (Achtung: nicht kopieren) und aktivieren Sie diese für die dezentrale Abwicklung. Diese Lagernummer wird im ERP nicht verwendet, sondern dient lediglich der Zuordnung einer Lieferung zur dezentralen Abwicklung.
  2. Legen Sie im dezentralen System die Lagernummer an und richten Sie die Prozesse der Lagerverwaltung ein.
  3. Definieren Sie die Schnittstelle der Lagerverwaltung zur Bestandsführung.
  4. Definieren Sie die notwendigen Nachrichtentypen (z.B. die reduzierten Nachrichten für den Materialstamm).
  5. Generieren Sie das Verteilungsmodell im zentralen System.
  6. Generieren Sie die Partnervereinbarungen im zentralen System.
  7. Verteilen Sie das Verteilungsmodell an das dezentrale System.
  8. Generieren Sie die Partnervereinbarungen im dezentralen System.
  9. Definieren Sie den Nummernkreis für den Lagerbeleg im dezentralen System und ordnen Sie ihn zu.
  10. Aktivieren Sie den Verweis auf das ERP-System.
  11. Definieren Sie die Umschlüsselung der Lieferarten zwischen ERP und WMS.
  12. Definieren Sie die Bedarfstypen zum WMS.
  13. Definieren Sie die Bestätigungssteuerung zum Anlegen von Anlieferungen.