Zahlungsanordnung 

Verwendung

Über diese Funktion rufen Sie das 'Zahlungsprogramm für Zahlungsanordnungen' auf. Dieses stellt eine Erweiterung der Möglichkeiten für maschinelles Zahlen im SAP-R/3-System dar. Im Unterschied zum Standard-Zahlungsprogramm bilden hierbei nicht die offenen Posten (Debitorenposten) sondern Zahlungsanordnungen ("payment requests") die Zahlungsgrundlage.

Im Bereich Darlehen können Sie für einfache, nicht debitorische Darlehensgeschäfte (aktiv und passiv) zum Zeitpunkt der Buchung der zahlungsrelevanten Bewegungen Zahlungsanordnungen erzeugen, die dann über das 'Zahlungsprogramm für Zahlungsanordnungen' abgewickelt werden.

 Weitere Informationen zum 'Zahlungsprogramm für Zahlungsanordnungen' finden Sie in der R/3-Bibliothek unter AC ® TR - Treasury ® TR - Treasurymanagement ® Zahlungsprogramm für Zahlungsanordnungen.

Integration

Im Treasury (TR) kann das 'Zahlungsprogramm für Zahlungsanordnungen' in den Bereichen Geldhandel, Devisen, Derivative Finanzinstrumente, Wertpapiere und Darlehen genutzt werden.

Durch die Anbindung der Zahlungverbindungen können die Zahlungsdaten im Cash-Management anhand der über die Zahlungsverbindungen mitgegebenen Hausbank fortgeschrieben werden.

Voraussetzungen

Bevor Sie das Zahlungsprogramm für Zahlungsanordnungen nutzen können, müssen zunächst einige Einstellungen im Customizing des Treasury sowie einige Einstellungen in der Konfiguration des Zahlungsprogramms vorgenommen werden.

  1. Im Customizing des Treasury müssen Sie folgende allgemeinen Einstellungen vornehmen, damit die Zahlungsanordnungen in den Bereichen Geldhandel, Devisen, Derivative Finanzinstrumente, Wertpapiere und Darlehen erzeugt werden können.
    1. Im Customizing der Grundfunktionen unter Nummernkreise für Zahlungsanordnungen definieren geben Sie ein Nummernintervall für die Schlüsselnummernvergabe der Zahlungsanordnungen ein.
    2. Im Customizing des Cashmanagement unter Ebenen bei Zahlungsanordnungen definieren richten Sie die Dispositionsebene für Zahlungsanordnungen ein.
    3. Im Kontenplan müssen Sie das 'Verrechnungskonto für Zahlungsanordnungen' einrichten und dann dem Buchungskreis im Customizing der Grundfunktionen unter Verrechnungskonto für Zahlungsanordnungen definieren zuordnen.
  2. Im Customizing des Bereichs Darlehen müssen die folgenden Einstellungen vorgenommen werden:
    1. Auf Produktarten-Ebene muß im Customizing des Bereichs Darlehen unter Buchungskreisabhängige Einstellungen zur Produktart das Kennzeichen Zahlungsverbindungen gesetzt werden. Dadurch ist es möglich, bei diesen Produktarten die Zahlungsverbindungen des Geschäftspartners bei der Darlehensanlage aus den Standing Instructions zu übernehmen oder individuell zu pflegen.
    2. Im Customizing des Bereichs Darlehen unter Bewegungsarten definieren müssen die Kennzeichen für die Zahlungsanordnung gesetzt werden.
      1. Richtung: Es wird die zur Richtung passende Zahlungsverbindung gezogen. Wenn keine Richtung eingegeben wird, werden die Zahlungsverbindungen nicht übernommen.
      2. Zahlungsanordnung zulässig: Wenn Sie Zahlungsanordnungen erzeugen möchten, dann muß das Kennzeichen gesetzt werden. Wenn das Kennzeichen nicht gesetzt wird, dann wird keine Zahlungsanordnung erzeugt.
      3. Einzelregulierung erforderlich: Über dieses Kennzeichen wird gesteuert, ob eine Kompensation der Bewegungen dieser Bewegungsart mit anderen Bewegungen möglich sein soll oder nicht.
    3. Unter Kontenfindung defininieren können Sie über das Kennzeichen 'Zahlungvorgang' (Ausprägung '2') eine Ersetzungsregel (z.B. ++++++++++5) für die Hausbank hinterlegen. Diese Ausprägung wird immer dann herangezogen, wenn die Produktart nicht debitorisch ist, der zu buchenden Bewegung ein Hausbankkonto mitgegeben wird und der Buchungstyp '3' (Bank) hinterlegt ist. Bei den anderen Ausprägungen des Kennzeichens 'Zahlungsvorgang' ('1' und 'X') muß das Hausbankkonto beim Kontensymbol hinterlegt sein.
    4. Neben dem Kennzeichen 'Zahlungsvorgang' muß weiterhin folgendes beachtet werden:

      Wenn Zins-, Tilgungs- und Gebührenbewegungen ohne entsprechende Forderungskonten (bzw. bei aufgenommenen Darlehen ohne Verbindlichkeitskonten) gebucht werden, z.B. bei Zinsen: 'Bankverrrechnung an Zinsertrag' (bzw. 'Zinsaufwand an Bankkverrechnung'), dann müssen die Einbehaltsbewegungsarten gesondert im Customizing eingestellt werden. Die Einbehaltsbewegungen werden für den Einbehalt von Disagios, Zinsen, Gebühren usw. bei der Auszahlung oder bei der Schuldscheinkauforder benötigt, um den Zahlbetrag, der in Höhe des Nominalzahlbetrages erzeugt wird, entsprechend durch die Einbehaltsbewegungen um den Betrag des Einbehalts zu verringern. Wird z.B. für die Auszahlung eine Zahlungsanordnung erzeugt, so muß in dem Fall der Buchung ohne Forderungs- und Verbindlichkeitskonten die Kontenfindung für die Einbehaltsbewegung 'Verrechnung an Bankverrechnung' und die Minderung 'Bankverrechung an Verrechnung' eingestellt sein. Es werden dann zwei Zahlungsanordnungen erzeugt. Eine Zahlungsanordnung aus dem Bruttozahlbetrag und eine aus der Minderungsbewegung (bzw. Erhöhungsbewegung). Es wird sichergestellt, daß beide Zahlungsanordnungen beim Zahlungslauf kompensiert werden, so daß nur für den Nettobetrag ein Zahlungsträger erzeugt wird.

      Beispiel

      Auszahlung: 100.000 EUR zu 98%, d.h. 2% Disagio

      Daraus resultieren für die folgende Buchungssätze:

      Einbehalt Disagio ohne Forderungsbuchung

      Auszahlung

      100.000 EUR

      Bestand an Bankverrechnung

      Disagio

      2.000 EUR

      Bankverrechnung an Rechnungsabgrenzung

      Disagioeinbehalt

      2.000 EUR

      Verrechnung an Bankverrechnung

      Minderung Auszahlung

      2.000 EUR

      Bankverrechnung an Verrechnung

      Einbehalt Disagio mit Forderungsbuchung

      Auszahlung

      100.000 EUR

      Bestand an Bankverrechnung

      Disagio

      2.000 EUR

      Forderung an Rechnungsabgrenzung

      Disagioeinbehalt

      2.000 EUR

      Verrechnung an Forderung

      Minderung Auszahlung

      2.000 EUR

      Bankverrechnung an Verrechnung

      Da für die Kompensation im Zahlprogramm die Prüfung der Zahlwege vor der Kompensation vorgenommen wird, muß bei einer Auszahlung, die eine Minderung enthält, auch ein Zahlweg mit der Richtung der Minderung für die Auszahlung mitgegeben werden. Die Zahlwege aus der Auszahlung werden in die Minderung übernommen, die Minderung hat damit einen zu ihrer Richtung passenden Zahlweg. Damit können die beiden Zahlungsanordnungen kompensiert werden und es wird nur ein Zahlungsträger über den Nettobetrag erstellt.

      Eine Auszahlung oder Kauforder, die eine Minderung erhält, kann daher nicht ohne einen solchen Zahlweg gesichert werden.

      Dieser Zahlweg kommt nie zur Anwendung im Zahllauf, da der Betrag der Auszahlung immer größer als die Minderung ist und damit der Nettobetrag immer die Richtung der Auszahlung besitzt.

      Damit die Zahlungsanordnung erstellt werden kann, muß auch die Minderungsbewegungsart eine Richtung im Customizing der Bewegungsart erhalten.

    5. In den Standing Instructions zum Geschäftspartner können Zahlungsverbindungen hinterlegt werden, die bei der Anlage als Vorschlagswerte für die Zahlungsanordnung herangezogen werden.
  3. Außerdem nehmen Sie in der Konfiguration des 'Zahlungsprogramms für Zahlungsanordnungen' Einstellungen vor. Dort definieren Sie z.B. Ihre Hausbanken und die Konten bei Ihren Banken, die benötigten Zahlwege und Zahlungsformulare.

    Siehe auch: in der R/3-Bibliothek unter AC ® TR - Treasury ® TR - Treasurymanagement ® Zahlungsprogramm für Zahlungsanordnungen ®
    Customizing des Zahlprogramms.

Funktionsumfang

Aktivitäten

Um einen Zahllauf zu starten, gehen Sie folgendermaßen vor:

  1. Wählen Sie Buchhaltung ® Zahlungen erstellen ® Zahlungsanordnung. Geben Sie auf dem Bild Maschineller Zahlungsverkehr für Zahlungsanordnungen ein Datum und eine Zahllauf-Identifikation ein.
  2. Unter diesen Werten werden alle Informationen zum Zahllauf abgelegt.

  3. Über Bearbeiten ® Parameter ® Pflegen erreichen Sie das Bild Maschineller Zahlungsverkehr: Parameter. Geben Sie die Werte für die Parameter ein.
  4. Über freie Abgrenzungen haben Sie die Möglichkeit, weitere Felder für die Selektion der Zahlungsanordnungen zu verwenden.
  5. Über Zusatzprotokoll können Sie sich ein zusätzliches Protokoll erstellen lassen.
  6. Programme zum Zahlungsträgerdruck und zur Erstellung von Listen können Sie in den Zahllauf einbinden, indem Sie Bearbeiten ® Druckprogramme wählen. Auf dem Folgebild Maschineller Zahlungsverkehr: Druckprogramme hinterlegen Sie die gewünschten Programme und Varianten.
  7. Sichern Sie die Parameter zum Zahlungslauf.
  8. Sie haben nun die Möglichkeit einen Vorschlagslauf oder einen Zahllauf durchzuführen. Wählen Sie Bearbeiten ® Vorschlag ® Einplanen oder Bearbeiten ® Zahlung ® Einplanen.
  9. Geben Sie eine Startzeit (oder Start sofort) und gegebenenfalls einen Rechner an.
  10. Wenn Sie einen Vorschlag erstellt haben, können Sie sich das Protokoll, die Zahlungs- und Ausnahmeliste anzeigen lassen. Der Zahlungsvorschlag kann auch bearbeitet oder gelöscht werden. Entspricht der Zahlungsvorschlag schließlich Ihren Wünschen, dann führen Sie den Echtlauf über Bearbeiten ® Zahlung ® Einplanen durch.
  11. Am Ende des Zahlungslaufs werden die Buchungsbelege, die Zahlungs- und Ausnahmeliste und die Zahlungsträger erstellt. Der Zahlungslauf ist damit abgeschlossen.

 Weitere Informationen finden Sie in der R/3-Bibliothek unter AC ® TR - Treasury ® TR - Treasurymanagement ® Zahlungsprogramm für Zahlungsanordnungen ® Ausführen des Zahlungsprogramms.