Szenario: Import aus einem Drittland 

Einsatzmöglichkeiten

Einsatzmöglichkeiten

Dieses Szenario beschreibt die Prozesse, die beim Import von Waren in Ihr Land aus einem Drittland auftreten. In dieser Hinsicht wird ein „Drittland" als Exportland definiert, wenn kein Freihandelsabkommen zwischen Ihrem Land und dem Ausführer besteht. In diesem Fall sind Sie für die Einhaltung der Importbestimmungen Ihres Landes verantwortlich.

Gründe für den Import von Waren

Es gibt drei wesentliche Gründe für den Import von Waren:

Handel

Es gibt drei Hauptgründe,warum Sie zu Handelszwecken importieren wollen:

  1. Vorteil bei Produktvergleich: Einige ausländische Hersteller stellen Produkte billiger her.
  2. Verfügbarkeit: Einige Produkte sind nur auf ausländischen Märkten erhältlich.
  3. Marktnähe: Ein Produkt ist möglicherweise neu und Sie möchten es in Ihrem gesamten Land oder in einer Region Ihres Landes vermarkten.

Produktion

Es ist mitunter vorteilhaft, Rohstoffe oder Halbfabrikate, die im Fertigungsprozeß eingesetzt werden sollen, zu importieren.

Transit

Ausländische Ware trägt den Status „in Transit", wenn sie Ihr Land auf dem Weg in ein anderes durchquert. Auf Werksebene bezieht sich im SAP-System dieser Ausdruck auf einen Wareneingang, der sofort zu einem Warenausgang wird, wenn er in ein Land erfolgt, das außerhalb des Standorts Ihres Werks liegt. Unter Umständen ist für den Transport von Waren, die in Ihrem Land unter Zollverschluß stehen, ein Carnet TIR (Dokument, das den Transport ausländischer Waren durch ein Zollgebiet erlaubt), erforderlich. Voraussetzungen und wichtige Aspekte

Voraussetzungen für Zollabgaben

Zu Produktions- und Handelszwecken können für Produkte, die in Ihr Land gelangen, Zölle festgesetzt werden, was aber auch unterbleiben kann. Grunsätzlich werden für Waren, die sich in Ihrem Land im Transit befinden, keine Zölle erhoben.

Importkontigente

Manchmal werden für importierte Waren Kontigente festgelegt, um den Markt des Importlandes zu schützen. Sobald das Kontigent erreicht oder überschritten wird, kann der Tarifsatz erhöht werden oder die Ware kann in einer Freihandelszone oder einem Zollager zurückgehalten werden, bis das absolute Kontigent wieder verfügbar ist. Die Wartezeit kann dabei bis zu einem Jahr betragen. Deshalb sollten Einführer e vorab feststellen, ob auf die importierten Waren ein absolutes Kontigent oder ein Tarifsatzkontigent besteht.

Statistische Warennummern und Abgabenberechnung

Bevor Sie die Zölle berechnen können, die für Ihre importierten Waren bezahlt werden müssen, müssen Sie das Produkt ordnungsgemäß nach seiner statistischen Warennummer oder Import-Codenummer klassifizieren (die ersten 6 Stellen sind weltweit immer identisch). Diese Codes finden sich im Harmonisierten System zur Bezeichnung und Codierung der Waren (auch unter den Namen HS oder Harmonisiertes System bekannt). Nach Ermittlung des Codes für die Waren können Sie den Zollsatz im harmonisierten Tarifschema ermitteln. Die Sätze aus den Tarifverzeichnissen unterscheiden sich je nach Land und in Fällen mit Kontigentierung erhöhen sich diese Sätze nach Erreichen des Kontigents.

Siehe auch:

Stat. Warennummern und Import-Codenummern laden

Importprozeß

Der im folgenden veranschaulichte und erläuterte Importprozeß antwortet auf folgende Fragen:

Weitere Informationen über den Prozeß des Warenimports mit Akkreditiv finden Sie unter Szenario: Import mit Akkreditiv.

  1. Sie (als Einführer) fordern zunächst für die Ware ein Angebot (für gewöhnlich EXW oder CIF) an. Dieses umfaßt Transport- und Versicherungskosten, was aber unter Umständen nicht der Fall ist.
  2. Sie bereiten eine Bestellung vor, die auf dem Angebot beruht, das vom Ausführer eingegangen ist.
  3. Der Ausführer legt einen Kundenauftrag an, der auf Ihrer Bestellung beruht und schickt Ihnen diesen.
  4. (Optional) Der Ausführer legt ein Lieferavis an, in dem er Sie über Termin und Menge der zu liefernden Mengen unterrichtet.
  5. Der Ausführer versendet die Ware.

    Zum Zeitpunkt der Sendung liefert Ihnen der Ausführer die erforderliche Dokumentation je nach den Verkaufsbedingungen und Ihrer Vereinbarung mit dem Ausführer. Dokumente können folgendes komplett oder teilweise enthalten:

Sie können mit der Anwendungskomponente SAP-FT alle oben aufgeführten Dokumente (außer den Versicherungsbescheinigungen) erstellen.

Einfuhrgenehmigungen sind im allgemeinen nur für pharmazeutische Produkte, Waffen und alkoholische Getränke erforderlich. Spezielle Genehmigungen sind unter Umständen für Länder mit Handelsbeschränkungen erforderlich. Gegebenenfalls können Sie diese Genehmigungen von den entsprechenden Behörden des Bundes oder der Länder erhalten.

  1. Sie transferieren in Übereinstimmung mit Ihren Vereinbarungen Finanzmittel an die Bank des Ausführers.
  2. Sie berechnen die Zollsätze und erstellen die Zollmeldung für den Import.
  3. Sie legen die Zollmeldung innerhalb des Zeitrahmens vor, den das Gestz vorschreibt und zahlen die Zollabgaben.

Siehe auch:

Eingangsprozeß US-Zoll