Weitergabe von Meßwerten und Zählerständen 

Verwendung

Diese Funktion umfaßt folgende Arten der Weitergabe:

In einem Schwimmbecken wird der Chloranteil des darin enthaltenen Wassers regelmäßig gemessen. Dafür werden Wasserproben aus dem Becken entnommen und die ermittelten Meßwerte für den im System zum Becken angelegten Meßpunkt eingegeben.

Für die Umwälzpumpe des Schwimmbeckens wurde u.a. auch ein Meßpunkt eingerichtet, der den Chlorgehalt des Wassers betrifft. Die für das Becken ermittelten Meßwerte werden von dem Meßpunkt der Pumpe übernommen, da dieser Wert auch die Pumpe betrifft: Mit einer stärkeren Chlorkonzentration im Wasser erhöht sich die Korrosionsgefahr für die Pumpe.

Ein Passagierflugzeug ist im System als Technischer Platz abgebildet. Seine Starts und Landungen werden gezählt, da bestimmte Instandhaltungsmaßnahmen von der Anzahl der Starts und Landungen abhängen.

Auf einer unteren Ebene des Technischen Platzes sind die Reifen des Fahrwerks abgebildet. Sie müssen nach einer bestimmte Anzahl von Starts und Landungen ausgewechselt werden.

Der Zähler, der die Starts und Landungen des Flugzeugs zählt, gibt die jeweils erfaßte Zählerstandsdifferenz an den Zähler weiter, der die Starts und Landungen für die Reifen des Fahrwerks zählt. Dies kann z.B. so aussehen:

Flugzeug-zähler:

Gesamtzählerstand am 12.02.1998:
350 Starts und Landungen

Neu erfaßter Zählerstand am 20.02.1998:
360 Starts und Landungen

   

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Weitergabe der Differenz von 10 Starts und
Landungen
¯

Fahrwerk-zähler für Reifen:

Gesamtzählerstand am 12.02.1998:
20 Starts und Landungen

Neuer Gesamtzählerstand am 20.02.1998:
30 Starts und Landungen

 

Voraussetzungen

Eine Meßwert- und Zählerstandsweitergabe setzt folgendes voraus:

Jeder Meßpunkt/Zähler hat ein Klassifizierungsmerkmal, das objektübergreifend gültig ist. Die Merkmale dienen dazu, Zähler und Meßpunkte objektübergreifend vergleichbar zu machen, so daß Sie z.B. festlegen können, ob es sich um Pkw-Kilometerzähler oder Betriebsstundenzähler von Kältekompressoren handelt.

Innerhalb einer Hierarchie können Meßwerte bzw. Zählerstände nur geradlinig von oben oder geradlinig von unten, also nicht von einem anderen Ast, weitergegeben werden.

 

Meßwerte/Zählerstände können Sie nur innerhalb der Struktur vom Technischen Platz P1 und innerhalb der Struktur vom Technischen Platz P2 weitergeben; die Weitergabe z.B. von Equipment E1 in P1 nach Equipment E6 in P2 ist nicht möglich.

Ebenen innerhalb einer Struktur können übersprungen werden; die Weitergabe z.B. von P11 nach E3 ist also möglich.

Die Meßwerte/Zählerstände müssen geradlinig weitergegeben werden; die Weitergabe z.B. von P1 nach E1 oder von E4 nach P11 ist möglich, von E1 nach E4 ist nicht direkt möglich.

Spezialfall:

An einer Achse (E2) der Lokomotive eines Zuges ist ein Kilometerzähler angebracht. Die dort gezählten Kilometer sollen auf alle Achsen und womöglich auf alle Räder des Zuges verteilt werden. Diese Weitergabe ist direkt nicht möglich, weil sie quer in der Hierarchie erfolgen müßte.

Lösung:
Der Zug P1 übernimmt von der Achse die gezählten Kilometer (= Übernahme geradlinig von unten nach oben). Der Zug gibt dann die Kilometer an alle Achsen (E1 usw.) und evtl. alle Räder weiter. Die Achse E2 erhält jedoch nicht ein zweites Mal die Kilometer, die sie ursprünglich an P1 weitergegeben hat, denn die eingebaute Rekursionsprüfung unterbindet das (wenn E2 nach P1 weitergibt, kann E2 nicht von P1 empfangen).

 

Funktionsumfang

Sobald ein Equipment aus einer Struktur ausgebaut wird, unterbricht das System die Meßwertweitergabe automatisch. Sie erhalten beim Ausbau eine Meldung, für wieviele Meßpunkte die Meßwertweitergabe unterbrochen wurde. Dasselbe gilt, wenn Sie die Zuordnung eines Equipments zu seinem übergeordneten Equipment oder die Zuordnung eines Technischen Platzes zu seinem übergeordneten Technischen Platz ändern.

Sobald ein Equipment ausgebaut wird, bleibt das Kennzeichen Meßwertweitergabe vorgesehen stehen. Dadurch erkennt das System beim Wiedereinbau des Equipments, daß vermutlich eine Meßwertweitergabe nötig ist. Das System prüft daraufhin die Objekthierarchie (ab der Einbaustelle nach oben) und sucht die Meßpunkte/Zähler, von denen aufgrund des gleichen Merkmals eine Weitergabe möglich ist. Diese Meßpunkte/Zähler gibt es auf einer Vorschlagsliste aus, in der Sie die gewünschte Meßwertweitergaben definieren.

Das Kennzeichen Meßwertweitergabe vorgesehen können Sie auch prophylaktisch setzen, sobald Sie das Equipment anlegen, ohne eine Zuordnung getroffen zu haben. Wenn Sie das Equipment einbauen, erstellt das System die Vorschlagsliste aufgrund der übereinstimmenden Merkmale. Die Suche nach geeigneten Meßpunkten/Zählerständen erfolgt jedoch immer nur nach oben in der Objekthierarchie.

Diese Funktion umfaßt auch das Kopieren von Weitergabebeziehungen zwischen Meßpunkten und Zählern, wenn Sie Technische Platzstrukturen über Vorlagefunktion kopieren.

Wenn die Erfassung eines Meßbelegs zu einem historischen Bezugszeitpunkt erfolgt, dann erfolgt die Weitergabe des Meßbelegs entsprechend der historischen Weitergabebeziehungen, selbst wenn sich die Objektstruktur mittlerweile geändert hat.

Wenn Sie zu Meßpunkten und Zählern Weitergabebeziehungen definiert haben, können Sie sich diese auch zeitabhängig anzeigen lassen. Abhängig vom Stichtag können Sie sich sowohl historische als auch aktuelle Weitergabebeziehungen ansehen. Die Anzeige erfolgt in zwei Formen: