Primärbedarfszuordnung und -abbau in der Vertriebsabwicklung 

Bei der Vorplanung für zu erwartende Kundenaufträge wird festgelegt, welche Auftragsmengen für Produktgruppen und verkaufsfähige Erzeugnisse in einem festgelegten Zeitraum zu erwarten sind. Für die zu erwartenden Auftragsmengen werden in der Produktionsprogrammplanung für einen bestimmten Zeitraum Planprimärbedarfe angelegt. Nach Auftragseingang werden bei Materialien, deren Bedarf sich gegen das Produktionsprogramm verrechnet für die Auftragsmengen entsprechende Verrechnungsmengen an die Disposition übergeben, die für den stufenweisen Abbau der zugehörigen Primärbedarfe sorgen. Weitere Informationen hierzu eralten Sie in der R/3 - PP - Dokumentation zur Produktionsprogrammplanung.

Über das Customizing erfolgt in Abhängigkeit von der Bedarfsklasse die Aktivierung der Vorplanungsverrechnung sowie die Zuordnung zu den verschiedenen Verrechnungsstrategien.

Voraussetzung für die Vorplanungsverrechnung ist, daß die betreffenden Vertriebsanwendungen eine Bedarfsübergabe durchführen. Ist zusätzlich die Verfügbarkeitsprüfung eingeschaltet, findet die Prüfung nicht gegen die Vorplanung, sondern gegen die ATP-Menge statt. Es wird jedoch trotzdem eine Verrechnungsmenge im Bedarfssatz übergeben.

Primärbedarfszuordnung im Verkaufsbeleg

Findet während der Vorgangsbearbeitung im Verkauf für eine Position eine Vorplanungszuordnung statt, so erscheint das Kontrollbild Vorplanungszuordnung, wenn der zu dem Material vorhandene Primärbedarf die Auftragsmenge nicht abdecken kann. Dieses Bild ist identisch mit dem Verfügbarkeitskontrollbild.

Das Kontrollbild Vorplanungszuordnung erscheint nicht, wenn die Verfügbarkeitsprüfung für den resultierenden Einteilungstyp eingeschaltet ist - es erscheint stattdessen das Verfügbarkeitskontrollbild.

Primärbedarfsabbau

Der Primärbedarf der Vorplanung wird bei der Warenausgangsbuchung der jeweiligen Lieferung reduziert. Die abgebaute Menge ermittelt sich dabei aus der für die betreffende Position im zugrundeliegenden Auftrag übergebenen Verrechnungsmenge, den zugehörigen Verrechnungshorizonten und dem Verrechnungsmodus.

Sowohl den Verrechnungsmodus als auch die Verrechnungshorizonte können Sie im Materialstammsatz auf dem Bild Disposition 3 eingeben.

Verrechnungsmodus

Über den Verrechnungsmodus wird festgelegt, ob und in welcher Richtung auf der Zeitachse ausgehend vom Bedarfstermin, der bei Kundenauftragspositionen dem Erfassungsdatum der Auftragsmenge entspricht, die Verrechnung der Kunden- mit den Planprimärbedarfen erfolgen soll.
Dabei sind folgende Möglichkeiten gegeben:

Die Verrechnung erfolgt vom Bedarfstermin ausgehend ausschließlich rückwärts innerhalb des zugehörigen Verrechnungsintervalls.

Die Verrechnung erfolgt vom Bedarfstermin ausgehend ausschließlich vorwärts innerhalb des zugehörigen Verrechnungsintervalls.

Die Verrechnung erfolgt vom Bedarfstermin ausgehend zuerst rückwärts und dann - falls keine zeitlich vor dem Bedarfstermin liegenden Primärbedarfe zugeordnet werden können - vorwärts innerhalb des zugehörigen Verrechnungsintervalls.

Die Verrechnung erfolgt vom Bedarfstermin ausgehend zuerst vorwärts und dann - falls keine zeitlich nach dem Bedarfstermin liegenden Primärbedarfe zugeordnet werden können - rückwärts innerhalb des zugehörigen Verrechnungsintervalls.

Verrechnungshorizont

Sie können sowohl für die Rückwärts- als auch für die Vorwärtsverrechnung ein Verrechnungsintervall angeben, das den Verrechnungshorizont bestimmt. Ist die Rückwärts-/Vorwärtsverrechnung bzw. die Vorwärts-/Rückwärtsverrechnung aktiv, so werden beide Intervalle berücksichtigt.

Vorplanungsmaterial

Für Materialien, die sich nur in wenigen Details unterscheiden, kann ein gemeinsames Vorplanungsmaterial angelegt und diesen Materialien zugeordnet werden. Für das Vorplanungsmaterial wird ein Primärbedarf angelegt, der die zu erwartenden Bedarfe der zugeordneten Materialien abdeckt. Somit können die Kundenbedarfe der zugeordneten Materialien mit dem Primärbedarf des Vorplanungsmaterial verrechnet werden, wodurch vermieden wird, daß bei der Vorplanung für jedes einzelne Material ein Primärbedarf angelegt werden muß.

Das Vorplanungsmaterial wird diesen Materialien im Materialstammsatz auf dem Bild Disposition 3 zugeordnet. Darüber hinaus muß für diese Materialien auf dem Bild Disposition 1 die entsprechende Strategiegruppe zur Planung mit Vorplanungsmaterialien eingegeben werden.

Bei Vorplanung mit Vorplanungsmaterialien kann die Bedarfsübergabe nicht gemeinsam mit der Verfügbarkeitsprüfung durchgeführt werden.

Zuordnungen anzeigen

Sie können sich für ein Material, das vorgeplant wird, die bei der Vorplanungsverrechnung zugeordneten Mengen anzeigen lassen.
Um sich beispielsweise für ein Vorplanungsmaterial die zugeordneten Mengen anzusehen, gehen Sie folgendermaßen vor:

  1. Auf dem Einstiegsbild wählen Sie Logistik ® Produktion ® Produktionsplanung ® Programmplanung.
  2. Sie gelangen auf das Bild Programmplanung.

  3. Wählen Sie Auswertungen ® Gesamtbed. anzeigen.
  4. Sie gelangen auf das Bild Gesamtbedarf anzeigen.

  5. Geben Sie die Materialnummer des Vorplanungsmaterials, die Bedarfsart des Planbedarfs (z.B. VSEV) , das Zuordnungskennzeichen 4 (Gesamtinformation Zuordnungen) und das gewünschte Werk ein. Pflegen Sie ggf. weitere Selektionskriterien.
  6. Drücken Sie ENTER.

Sie gelangen auf das Bild Gesamtbedarf anzeigen, wo ihnen zum Vorplanungsmaterial die für die Vorplanungsverrechnung relevanten Daten inclusive der Beleg- und Positionsnummern der bedarfsverursachenden Belege angezeigt werden.

Um sich die bedarfsverursachenden Belege anzuzeigen, positionieren Sie den Cursor in der Liste auf der angezeigten Belegnummer und wählen Sie Anzeigen.

Sie gelangen in den Beleg und können sich dort die gewünschten Informationen beschaffen.