Show TOC
Qualitätszeugnis
Das Buch 'Qualitätszeugnisse' ist Teil des
Einführungsleitfadens für das Modul QM (Qualitätsmanagement).
Qualitätszeugnisse - im folgenden kurz
Zeugnisse genannt - gelten für bestimmte Materialien; sie können zu
unterschiedlichen Objekten im System R/3 erstellt werden:
- Im Modul QM (Qualitätsmanagement) zum
Prüflos
- Im Modul MM (Materialwirtschaft) zur
Charge
Die Integration der Zeugnisse im Vertriebsmodul
bringt es mit sich, daß sich die Einstellungen weithin mit denen im
Vertriebsmodul überlappen. Da Sie also einige Einstellungen mit denen des
Moduls SD abstimmen müssen, Zugriffsrechte auf gewisse Tabellen des Moduls SD
und entsprechende Sachkenntnisse benötigen, kann es ratsam sein, diese
Einstellungen von einem SD-Fachmann vornehmen zu lassen.
Achtung: Die Zeugniserstellung
ist im Auslieferungszustand nicht aktiv! Um sie zu aktivieren, müssen
Sie
Sie können Zeugnisse sehr variabel gestalten
und so vielerlei Ansprüchen gerecht werden, von der schlichten
Gütebescheinigung (ohne Angaben zu Qualitätsmerkmalen), über die Bescheinigung
von Spezifikationen (mit Angaben zu generellen Werten der Qualitätsmerkmale),
bis zum Prüfzeugnis (mit Angaben zu Werten von Prüfmerkmalen, die an der
speziellen Charge ermittelt wurden). Sie können diese Grundtypen auch beliebig
mischen und die Zeugnisformulare sehr freizügig gestalten, um allen
Forderungen hinsichtlich Inhalt und Form der Zeugnisse gerecht zu
werden.
Sie können Form und Inhalt der Zeugnisse auf
den Partner zuschneiden, dem die betreffende Lieferposition zugedacht
ist.
Schließlich können Sie auch den Druck der
Zeugnispapiere und die Versandform flexibel einstellen.
Empfehlung
Testen Sie die Zeugniserstellung anhand der im
System vorhandenen Standardeinstellungen und Beispieldaten, bevor Sie
weitergehende Änderungen der Einstellungen vornehmen. Gehen Sie dabei nach der
folgenden Anleitung vor.
1. Schaffen Sie
die Voraussetzungen:
- Legen Sie eine
Zeugnisvorlage an; ordnen Sie darin das im Standard enthaltene
Beispielformular QM_QCERT_01 zu.
- Legen Sie ein Material an, und sorgen Sie
dafür, daß zu diesem Material alle im Zeugnis benötigten Daten, beispielsweise
die Merkmalsergebnisse, bekannt sind.
2. Geben Sie
die Zeugnisvorlage frei, und ordnen Sie sie dem Material zu.
3.
Nachrichtenversand festlegen
Legen Sie einen expliziten Zeugnisempfänger fest (Rolle 'WE'). Verwenden Sie
die Nachrichtenart 'LQCA', und setzen Sie den Versandzeitpunkt auf
'3'.
4. Lieferung
zum Material erzeugen
- Kundenauftrag im Modul SD anlegen (Typ
'TA')
- Lieferung mit Position zum betrachteten
Material anlegen
5. Prüfen Sie
in der Lieferposition, ob das System eine Nachricht erstellt hat.
6. Stoßen Sie
den Zeugnisversand zu dieser Lieferposition an, und prüfen Sie, ob ein
Druckauftrag für das geforderte Zeugnisexemplar erzeugt wurde.
Weitere
Hinweise
Fehlersuchstrategie für den Fall, daß das System kein Zeugnis zur Lieferung
erstellt.
1. Wurde eine
Nachricht zur Lieferposition gefunden?
Transaktion: Lieferung ändern. (Logistik -> Vertrieb -> Versand,
Lieferung -> Ändern)
Kreuzen Sie auf dem Schnellerfassungsbild die betreffende Position an, und
springen Sie mit Hilfe der Menüfunktion Position -> Nachrichten auf das
Schnellerfassungsbild der Positionsnachrichten. Befindet sich dort ein
Eintrag, der in Ihrem System einem Qualitätszeugnis entspricht (z.B.
Nachrichtenart LQCA oder LQCB)?
a) Falls nein:
Es wurde noch keine Nachricht gefunden.
Betätigen Sie die Funktion Springen -> Findungsanalyse, um ein Protokoll
der Nachrichtenfindung zu erhalten. Mit Doppelklick (F2) können Sie über
mehrere Stufen detailliertere Informationen erhalten.
Falls Sie hier kein Protokoll erhalten, sollten Sie das Customizing überprüfen
lassen:
- Gibt es ein passendes Nachrichtenschema?
- Ist das Schema dem Lieferpositionstyp zugeordnet?
Die Erläuterungen hierzu folgen weiter unten.
Aus dem Protokoll geht hervor, anhand welcher Daten das System versucht hat,
eine Nachricht zu finden.
- Falls Sie bei der erwarteten Nachricht eine
Zeile finden, in der die Bemerkung "Bedingung ... nicht erfüllt" auftritt,
wurde im Customizing vorgeplant, daß die Nachricht erst dann automatisch
gefunden werden soll, wenn eine bestimmte Bedingung erfüllt ist (z.B.
"Kommissionierung der Lieferung vollständig durchgeführt", oder "Warenausgang
ist gebucht"). In diesem Fall ist es also richtig, daß die Nachricht noch
nicht gefunden wurde. Wenn Sie trotzdem ein Zeugnis erstellen möchten,
brauchen Sie lediglich die gewünschte Nachrichtenart (z.B. LQCA oder LQCB) von
Hand einzugeben; das System schlägt dann einige Daten automatisch vor, die
aber noch änderbar sind.
- Falls Sie bei der erwarteten Nachricht die
Bemerkung finden "Nachricht wurde nicht gefunden", bedeutet dies, daß das
System keinen Empfänger (Konditionssatz) gefunden hat. Die Detailfunktion (F2
oder Doppelklick) zeigt, mit welchem Schlüssel das System versucht hat, einen
Empfänger zu finden. In einem weiteren Modus (System -> Erzeugen Modus)
können Sie nun feststellen, ob es zu diesem Schlüssel einen Empfängersatz
gibt. Wählen Sie dazu Logistik -> Qualitätsmanagement ->
Qualitätszeugnis, Zeugnisempfänger -> Anzeigen; tragen Sie die
Nachrichtenart ein (z.B. LQCA), und wählen Sie nach Datenfreigabe irgendeine
Schlüsselkombination aus. Sie kommen auf ein Selektionsbild, auf dem Sie die
Funktion "Konditionsinfo" finden. Wenn Sie diese Funktion betätigt (und ggf.
noch einmal die Nachrichtenart angegeben) haben, erhalten Sie ein weiteres
Selektionsbild. Mit der Funktion "Ausführen" (F8) erhalten Sie eine Liste der
Zeugnisempfänger, die Ihren Selektionskriterien entsprechen.
Falls sich der gewünschte Empfänger nicht darunter befindet, legen Sie bitte
mit Hilfe von "Zeugnisempfänger -> Anlegen" einen entsprechenden Datensatz
an.
Falls sich der Empfänger darunter befindet, sollten Sie Ihr Customizing
überprüfen lassen:
- Ist die Konditionstabelle in der Zugriffsfolge eingetragen?
- Ist die Zugriffsfolge der Nachrichtenart zugeordnet?
- Ist die Nachrichtenart im Schema enthalten?
- Ist das Schema dem Lieferpositionstyp zugeordnet?
Die Erläuterungen hierzu folgen weiter unten.
b) Falls Ja:
Eine Nachricht wurde gefunden.
Welchen Status hat die Nachricht? (Das Feld "Status" befindet sich links neben
"Sprache".) Die Status haben folgende Bedeutung:
0 nicht verarbeitet
1 erfolgreich verarbeitet
2 fehlerhaft verarbeitet
- Falls sich die Nachricht im Status 0 befindet,
ist sie noch nicht verarbeitet. Kreuzen Sie die Nachricht an. Mit Hilfe der
Funktion "Zusatzangaben" erhalten Sie Details zur Verarbeitung. Im Feld
"Versandzeitpunkt" ist festgelegt, zu welchem Zeitpunkt die Verarbeitung der
Nachricht erfolgen soll. Erst danach können Sie mit der Ausgabe des Zeugnisses
rechnen.
- Falls sich die Nachricht im Status 1 befindet,
ist sie von der Nachrichtenverarbeitung erfolgreich abgeschlossen worden.
Prüfen Sie, ob es Probleme bei der Ausgabe gibt (System -> Dienste ->
Ausgabesteuerung, Transaktion SP01). Möglicherweise ist - je nach
Ausgabemedium - der Drucker oder der Telefaxserver nicht erreichbar.
- Falls sich die Nachricht im Status 2 befindet,
wurde sie nicht korrekt verarbeitet. Möglicherweise wurden nicht alle Daten
gefunden. Um nähere Informationen zu erhalten, kreuzen Sie die Nachricht an,
und betätigen Sie die Funktion "Springen -> Verarbeitungsprotokoll". Mit
Hilfe der Funktion "Dokumentation" können Sie zu jeder Zeile den Langtext der
entsprechenden Programmnachricht aufrufen. Gehen Sie den einzelnen Meldungen
nach. Die Erläuterung hierzu folgt in Punkt 2.
Beachten Sie insbesondere: Wenn zu einem Merkmal, das in der Zeugnisvorlage
als "obligatorisch" gekennzeichnet worden ist, nicht alle Daten gefunden
werden konnten, wird die Ausgabe der gesamten Daten für die betreffende Charge
bzw., falls die Position nur eine oder gar keine Charge enthält, die Ausgabe
des gesamten Zeugnisses unterbunden.
2. Die
Nachricht wurde gefunden, sie steht aber im Status "fehlerhaft verarbeitet",
weil nicht alle Daten gefunden werden konnten.
a) Es wurde
keine Zeugnisvorlage gefunden.
Um ein Zeugnis erstellen zu können, benötigt das System eine gültige Zuordnung
der Zeugnisvorlage. Bitte prüfen Sie, ob es zu den Daten der Lieferposition
(Material, Kunde, ..., Erstelldatum der Nachricht) eine gültige
Zeugnisvorlagenzuordnung gibt. Wählen Sie hierzu Logistik ->
Qualitätsmanagement -> Qualitätszeugnis, Zeugnisvorlage -> Anzeigen und
betätigen Sie die Funktion "Suchen" (F6). Auf dem folgenden Selektionsbild
können Sie die Selektion weiter eingrenzen. Sie erhalten eine Liste von
Vorlagenzuordnungen. Mit Hilfe der Funktion "Auswählen" können Sie in die
jeweilige Zeugnisvorlage verzweigen.
Wenn das System keine Zuordnung gefunden hat, müssen Sie eine gültige
Zeugnisvorlagenzuordnung anlegen. Wählen Sie hierzu Logistik ->
Qualitätsmanagement -> Qualitätszeugnis und dann z.B. Zeugnisvorlage ->
Zuordnung -> Ändern. Nach Einschränkung der Selektion und "Ausführen"
erhalten Sie eine Liste der bereits vorhandenen Zuordnungen zum Stichtag und
können eine neue Zuordnung aufnehmen.
b) Es wurde
kein Prüflos gefunden.
Für mindestens ein Merkmal der Zeugnisvorlage wurde als Datenherkunft (für
Vorgaben oder Ergebnisse) die Qualitätsprüfung angegeben. Daher versucht das
System, ein passendes Prüflos zu finden. Es achtet dabei auf die
Einschränkungen zur Losselektion in der Zeugnisvorlage. Außerdem muß das Los
einen Verwendungsentscheid haben und darf nicht storniert oder zur Stornierung
vorgemerkt sein. Werden mehrere Lose gefunden, so wählt das System dasjenige
mit dem jüngsten Prüf- und
Erstelldatum (nicht
Entstehdatum !). Teillose werden dabei als gleichwertig
betrachtet.
Prüfen Sie, ob es ein zutreffendes Prüflos oder Teillos gibt. Gehen Sie hierzu
von den Angaben in der Zeugnisvorlage aus. Eine Liste der möglichen Prüflose
erhalten Sie z.B. über Logistik -> Qualitätsmanagent ->
Qualitätsprüfung, Prüflosabwicklung -> Verwendungsentscheid -> Anzeigen,
Funktion "Prüflos suchen".
Beachten Sie ferner: Falls das Material chargenpflichtig ist, muß in der
Lieferposition eine Charge angegeben sein. (-> Kommissionierung). Das
System sucht dann Prüf- und Teillose zu der in der Lieferposition angegebenen
Charge.
c) Zu einzelnen
Merkmalen wurden nicht alle Daten gefunden.
Zwei Sachverhalte können dann die Ausgabe eines Zeugnisses gänzlich
verhindern:
- Bei einem Merkmal ist in der Zeugnisvorlage
das Kennzeichen "obligatorisch" gesetzt.
In diesem Fall wird die Ausgabe der Daten für die Charge bzw. für das ganze
Zeugnis unterbunden. Prüfen Sie, welche Daten fehlen. Ändern Sie für das
Merkmal die Datenherkunft in der Zeugnisvorlage, oder sorgen Sie dafür, daß
die Daten gefunden werden können.
- Zu keinem der Merkmale in der Zeugnisvorlage
konnten die Daten vollständig gefunden werden.
Auch in diesem Fall wird die Ausgabe der Daten für die Charge bzw. für das
ganze Zeugnis unterbunden. Wenn Sie ein Zeugnis ohne Merkmale erstellen
möchten, darf die Zeugnisvorlage nur den Kopf, aber keine Merkmale
enthalten.
3. Customizing:
Einstellungen prüfen
a)
Nachrichtenfindung
- Ist dem Lieferpositionstyp ein
Nachrichtenschema zugeordnet?
Prüfen Sie die Einträge im Einführungsleitfaden zu -> Qualitätszeugnis
-> Nachrichtenfindung -> Nachrichtenschema ->
Nachrichtenschema zum Lieferpositionstyp zuordnen . Falls es für
den von Ihnen verwendeten Lieferpositionstyp keinen Eintrag gibt, lassen Sie
ein geeignetes Schema zuordnen.
- Gibt es ein geeignetes Nachrichtenschema?
Prüfen Sie die Einträge im Einführungsleitfaden zu -> Qualitätszeugnis
-> Nachrichtenfindung -> Nachrichtenschema -> ->
Nachrichtenschema bearbeiten . Wählen Sie -> Navigation ->
Steuerung, um die Liste der Nachrichtenarten zu erhalten. In dem Schema, das
für die Positionsnachrichten vorgesehen ist, muß es mindestens eine
Nachrichtenart für Qualitätszeugnisse geben. Prüfen Sie für diese
Nachrichtenarten auch die angegebenen
Bedingungen . Über die Wertehilfe (F4) erhalten Sie weitere
Informationen über die Bedingungen.
- Überprüfung der Nachrichtenart(en)
Im Einführungsleitfaden zu -> Qualitätszeugnis -> Nachrichtenfindung
->
Konditionsarten festlegen muß mindestens eine Nachrichtenart für
Qualitätszeugnisse existieren. Prüfen Sie im Detailbild (F2):
Ist eine Zugriffsfolge eingetragen?
Soll die Nachricht über einen Konditionszugriff gefunden werden?
Sind Vorschlagswerte für den Konditionssatz hinterlegt?
Sind Einträge für das Verarbeitungsprogramm vorgenommen worden? (Drucktaste
'Verarbeitungsprog.'; SAP-Standard: RQCAAP00; die Angabe eines Formulars ist
bei den Zeugnissen nicht erforderlich.)
Gibt es einen Eintrag für die Druckparameter zur automatischen
Druckerfindung?
Ist der vorgeschlagene Archivierungsmodus (z.B. Drucken und Archivieren)
korrekt?
- Stimmt die Zugriffsfolge?
Wählen Sie im Einführungsleitfaden zu -> Qualitätszeugnis ->
Nachrichtenfindung ->
Zugriffsfolgen festlegen die Zugriffsfolge aus, die in der
Nachrichtenart eingetragen ist. Betätigen Sie dafür -> Navigation ->
Zugriffe. Entsprechen die eingetragenen Tabellen Ihren Erwartungen? D.h. wurde
der Zeugnisempfänger unter einer der hier angegebenen Schlüsselkombinationen
gepflegt?
Unter -> Navigation -> Felder können Sie für jedes Feld prüfen, wie die
Daten der Lieferposition über die Kommunikationsstruktur an die
Schlüsselfelder der Konditionstabellen übergeben werden.
b)
Nachrichtenversand
- Überprüfen Sie die
Nachrichtenart daraufhin , ob die richtige Kennung für die
Druckparameter eingetragen ist. Mit Hilfe der Wertehilfe (F4) erhalten Sie die
Erklärung, z.B. 5 = Versandstelle.
- Wählen Sie im Einführungsleitfaden ->
Qualitätszeugnis -> Nachrichtenversand ->
Druckparameter einstellen. Positionieren Sie den Cursor auf den
Eintrag "Versand". Wählen Sie aus der daraufhin angezeigten Liste mit
Doppelklick die Nachrichtenart(en) aus, die Zeugnissen entsprechen. Sie
erhalten ein Schnellerfassungsbild, auf dem Sie für die betreffenden
Organisationseinheiten (z.B. Versandstelle) Ausgabegeräte eintragen können.
Überprüfen Sie die Einträge.
c) Findung von
Prüfergebnissen
Für das Lesen der Merkmalsprüfergebnisse muß ein
Merkmalsfilter definiert sein. Prüfen Sie, ob die View V_TQ78
einen Eintrag zur Transaktion QC00 enthält und ob die dazugehörigen
Steuerkennzeichen dem Standard entsprechen.