Warenverteilung: Bearbeitungsverfahren 
Verwendung
Das Bearbeitungsverfahren legt fest, wie Ware in einem Verteilzentrum nach dem Wareneingang behandelt werden soll.

Cross-Docking-Verfahren
Cross-Docking ist ein ECR-Konzept (ECR = Efficient Consumer Response) zur Optimierung der Logistik, insbesondere in Verteilzentren. Die Ware wird vom Wareneingang zum Warenausgang gebracht, ohne daß zwischendurch eine Einlagerung stattfindet. Durch den Einsatz von Cross-Docking-Verfahren können Sie z.B. den Warenumschlag erhöhen, die Ware schneller durch das Verteilzentrum schleusen und die Kosten für die Bearbeitung und Lagerung reduzieren.
Die Cross-Docking-Verfahren können Sie in SAP Retail auch nutzen, ohne daß Sie ein Lagerverwaltungssystem im Einsatz haben. Zu den Cross-Docking-Verfahren gehören folgende Bearbeitungsverfahren:
Die Versandelemente werden zwischen Wareneingang und Warenausgang nicht umgepackt.
Die Ware wird nach dem Wareneingang in eine Umpackzone transportiert und dort umgepackt. Anschließend wird sie zum Warenausgang gebracht. Beim Flow-Through gibt es folgende Varianten:
Nach dem Wareneingang werden die Daten der Warenverteilung ausgewertet und entsprechende Lieferungen für die Abnehmer erzeugt. Zu diesen Lieferungen erfolgt anschließend die Kommissionierung.
Die Ware wird im Verteilzentrum anhand eines Verteilauftrags kommissioniert. Wenn eine Handling-Unit gefüllt ist (z.B. eine Palette), wird eine Lieferung über den Inhalt der Handling-Unit erzeugt. Dieses Verfahren können Sie nur in Verbindung mit dem Lean-WM einsetzen.

Im Wareneingang wird eine Palette mit Rotweinkartons angeliefert. Für die Palette wird bei der Wareneingangsbuchung automatisch ein Verteilauftrag generiert, der dann in Form einer Verteilliste ausgedruckt wird. Ein Mitarbeiter des Lagers bringt die Palette in die Verteilungszone, wo jeweils eine Palette pro Filiale vorhanden ist. Auf diesen Filialpaletten befinden sich bereits andere Artikel.
Anhand der Verteilliste verteilt der Mitarbeiter die Rotweinkartons auf die Filialpaletten, z.B. 6 Kartons auf Palette 1 (Filiale München), 4 Kartons auf Palette 2 (Filiale Nürnberg), etc. Wenn eine Filialpalette komplett beladen ist, wird dafür im System eine Lieferung erfaßt. Anschließend wird die Palette verschweißt und zum Warenausgang transportiert.
Einlagerung
Die Ware wird auf einem definierten Lagerplatz eingelagert. Zu einem späterem Zeitpunkt werden dann Lieferungen generiert, die Ware kommissioniert und der Warenausgang gebucht.
Optimierende Verfahren
Häufig erhalten einige Abnehmer große Mengen und somit auch große Handling-Units (z.B. ganze Paletten), während andere Abnehmer in einer kleineren Einheit (z.B. Karton) beliefert werden müssen, weil Ihr Bedarf unter dem einer großen Handling-Unit liegt. Die gemischten Verfahren ermöglichen es Ihnen, die Ware trotz dieser Unterschiede einheitlich in großen Handling-Units zu beschaffen.
Alle Handling-Units, die vollständig an einen Abnehmer weitergegeben werden können, werden über Cross-Docking bearbeitet. Wenn ein Abnehmer eine geringere Warenmenge erhalten soll, als in einer Handling-Unit enthalten ist, wird die Handling-Unit über Flow-Through bearbeitet und in kleinere Einheiten zerlegt.
Alle Handling-Units, die vollständig an einen Abnehmer weitergegeben werden können, werden über Cross-Docking bearbeitet. Wenn ein Abnehmer eine geringere Warenmenge erhalten soll, als in einer Handling-Unit enthalten ist, wird die Handling-Unit in kleinere Einheiten zerlegt. Diese kleineren Einheiten werden zunächst eingelagert und bei der Belieferung der Abnehmer wieder auslagert.
Sie können dieses Verfahren z.B. als Alternative des Verfahrens Cross-Docking/Flow-Through nutzen, wenn in Ihrem Verteilzentrum keine Flow-Through-Bearbeitung möglich ist.
Wie wird das Bearbeitungsverfahren festgelegt?
Das Bearbeitungsverfahren ist in folgenden Daten enthalten:
Im Artikelstamm können Sie das gewünschte Bearbeitungsverfahren für ein Verteilzentrum in den Logistikdaten pflegen, indem Sie dort ein Verteilungsprofil eintragen. Dem Verteilungsprofil können Sie im Customizing der Warenverteilung ein Bearbeitungsverfahren zuordnen.
Bei der Planung einer Warenverteilung wird das Bearbeitungsverfahren aus dem Verteilungsprofil der Artikel vorgeschlagen und kann geändert werden. Im Aufteiler können Sie es in den Detaildaten des Verteilzentrums bearbeiten. Beim Anlegen einer Sammelbestellung können Sie es wahlweise im Arbeitsvorrat als auch in der Einzelbearbeitung pflegen.
Wenn Sie einen Beschaffungsbeleg als Folgebeleg eines Aufteilers oder als Sammelbestellung generieren, wird das Bearbeitungsverfahren in den Beschaffungsbeleg (Kennzeichen für Aufteilerrelevanz in den Positionszusatzdaten) und in die Warenverteilungsdaten übernommen.
Bei der Anpassung einer Warenverteilung im Dialog schlägt Ihnen das System eine Verteilung vor. Hier können Sie das Kennzeichen für das Bearbeitungsverfahren nicht mehr ändern. Sie haben aber die Möglichkeit, das Verfahren indirekt zu ändern, indem Sie die Warenmenge ganz oder teilweise in Mengenfelder von anderen Verfahren übertragen.
Wenn Sie das tun, müssen Sie allerdings beachten, daß die Warenmenge bereits als Bestand im Lagerort des ursprünglichen Verfahrens vorhanden ist. Daher müssen Sie analog zu den Mengenänderungen auch Bestandsumbuchung in die Lagerorte der anderen Verfahren vornehmen.
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Sie haben beim Wareneingang 100 Stück, die für Cross-Docking vorgesehen sind, in den Cross-Docking-Lagerort 0001 gebucht. Bei der Verteilungsanpassung im Dialog reduzieren Sie nun die Cross-Docking-Menge auf 60 und setzen dafür die Flow-Through-Menge auf 40. Diese 40 Stück müssen Sie nun von Lagerort 0001 in den Flow-Through-Lagerort 0002 umbuchen.