Top-down-Verteilung im Ist 

Verwendung

In der Ergebnis- und Marktsegmentrechnung werden im Rahmen des Umsatzkostenverfahrens Erlöse, Erlösschmälerungen und Herstellkosten auf Kunden- und Artikelebene gespeichert. Demgegenüber können Sie zahlreiche Geschäftsvorfälle, wie z.B. Frachtrechnungen, Versicherungen oder Werbeausgaben, nicht ohne weiteres einer detaillierten Ebene in der Ergebnisrechnung zuordnen, so daß diese auf einer verdichteten Ebene, wie beispielsweise Sparte, Verkaufsorganisation oder Buchungskreis gebucht werden.

Die Top-down-Verteilung im Ist ist eine periodische Funktion, die aggregierte Daten anhand einer Referenzinformation (beispielsweise Daten des Vorjahres) auf tiefere Ebenen der Ergebnisrechnung (z.B. von Sparte auf Artikelebene) aufteilt.

Sie können Frachtrechnungen, die aus organisatorischen Gründen nur pro Sparte gebucht werden, auf der Basis der kalkulatorischen Frachten auf Verkaufsorganisationen aufteilen.

Integration

Diese Funktion steht nur bei kalkulatorischer Ergebnisrechnung zur Verfügung.

Funktionsumfang

Die Daten werden analog zu vorhandenen Referenzdaten verteilt. Es können dazu sowohl Plan- als auch Istdaten herangezogen werden. Die Verteilung kann periodengenau ausgeführt werden oder, um Schwankungen auszugleichen, nach kumulierten Periodenwerten.

Die Verteilung erfolgt entsprechend eines ausgewählten Wertfelds oder wertfeldanalog.

Beim Ausführen der Top-down-Verteilung werden die auf der höheren Ebene nicht zugeordneten Werte (#) verteilt. Es findet eine Merkmalsableitung statt, aber nur für diejenigen Merkmale, über die verdichtet wurde, d.h. bei denen auf dem Bild Verarbeitungsregeln das Feld verdichtet ausgewählt wurde.

Sie haben im einzelnen folgende Möglichkeiten, die Verteilung durchzuführen:

 

Die Nutzung der Top-down-Verteilung im Ist kann unter Umständen erhebliches Datenvolumen erzeugen, falls Daten auf sehr viele Ergebnisobjekte aufgeteilt werden. In Zusammenspiel mit der Umlage kann, insgesamt betrachtet, aber auch Datenvolumen eingespart werden:

Bei einer Umlage von N Kostenstellen bspw. auf jeweils M Ergebnisobjekte werden N*M Datensätze geschrieben. Eine Alternative dazu kann sein, zunächst N Kostenstellen auf eine (oder wenige) Ergebnisobjekte umzulegen und diese dann auf die M Ergebnisobjekte zu verteilen. Unter der Voraussetzung, daß die Aufteilungsfaktoren für jede Kostenstelle gleich sind, werden lediglich 2+M Sätze geschrieben.

Aktivitäten

Die Top-down-Verteilung im Ist führen Sie aus unter Istbuchungen ® Periodenabschluß ® Periodische Anpassungen ® Top-down-Verteilung.

Angaben zu den Istdaten

  1. Geben Sie die zu verteilenden Buchungsperioden an oder - falls ein zweites Zeitraster gepflegt ist - die Wochen.
  2. Spezifizieren Sie die Vorgangsart der zu verteilenden Daten.

Angaben zu den Referenzdaten

  1. Legen Sie fest, aus welchen Perioden die Referenzdaten selektiert werden sollen.
  2. Geben Sie an, ob Sie Ihre Verteilung durch Referenz auf Istdaten oder auf Plandaten durchführen wollen. Letzteres erfordert die Eingabe der Planversion, aus der die Daten selektiert werden sollen.
  3. Spezifizieren Sie die Vorgangsart, mit der Sie die Referenzdaten selektieren möchten.
  4. Markieren Sie das Kennzeichen Perioden kumulieren, wenn die Verteilung nicht periodengenau, sondern die Periodenwerte der Referenzdaten kumuliert werden sollen. Der Anteil, den ein Objekt bei der Verteilung erhält, ist damit in allen Perioden gleich; zufällige Schwankungen im Periodenverlauf der Referenzdaten können so ausgeglichen werden (siehe auch Abschnitt Zahlenbeispiel zur Periodenkumulierung).

Wenn Sie dieses Kennzeichen markieren, können Sie den Referenzzeitraum beliebig groß wählen; nur bei periodengenauer Verteilung müssen Plan- und Referenzzeitraum gleich lang sein.

Angaben zur Bezugsbasis

  1. Markieren Sie das Feld Festes Wertfeld, wenn Sie wollen, daß alle Wertfelder analog zu diesem Wertfeld verteilt werden sollen. Als Bezugsgröße können Sie Wertfelder und Kennzahlen, also Formeln aus Wertfeldern, verwenden. Diese sogenannten gerechneten Werte werden im Customizing definiert.
  2. Falls Sie das Feld Festes Wertfeld markiert haben, geben Sie das gewünschte Wertfeld bzw. die Kennzahl an, zu welchem alle Wertfelder analog verteilt werden sollen.
  3. Markieren Sie das Feld Wertfeldanalog, wenn Sie möchten. daß das jeweilige Wertfeld selbst als Basis für die Verteilung verwendet wird. Damit wird z.B. der Erlös analog zum Erlös, der Rabatt analog zum Rabatt der Referenzdaten verteilt.

Angaben unter Zusätze

  1. Kreuzen Sie Testlauf an, wenn Sie die Top-down-Verteilung ohne Datenbankveränderungen durchführen möchten.
  2. Kreuzen Sie Hintergrundverarbeitung bei einer großen Anzahl von Empfängerobjekten an, damit keine Dialogverarbeitung stattfindet. Dadurch wird das System nicht unnötigerweise belastet.

Drucktaste Selektionskriterien

Hier schränken Sie die Menge der Ergebnisobjekte ein, die verteilt werden sollen. Für jedes Merkmal können ein oder mehrere Einzelwerte oder Intervalle eingegeben werden. Mit dem Defaultwert * werden alle Merkmalswerte verteilt.

Drucktaste Verarbeitungsregeln

Hier können Sie für jedes Merkmal festlegen, wie es bei der Top-down-Verteilung verarbeitet werden soll:

Für alle Merkmale, die weder verteilt werden, noch auf die verteilt wird, sollten Sie die Default-Werte beibehalten:

Siehe dazu auch Zahlenbeispiel zu Selektionskriterien und Verarbeitungsregeln.

Drucktaste Wertfelder

Hier legen Sie fest, welche der im Ergebnisbereich definierten Wertfelder verteilt werden.