Beispielszenario: Strategie 10 

Ablauf

Dieses Beispiel basiert auf einem Produktionsplan, in dem 100 Stück für <BedTerm1>, <BedTerm2> und <BedTerm3> geplant werden.

Phase 1: Programmplanung

  1. In diesem Szenario werden für den Produktionsplan wie folgt Planprimärbedarfe angelegt: Weitere Informationen über das Anlegen von Planprimärbedarfen finden Sie unter Planprimärbedarf anlegen mit Vorlagen oder Planprimärbedarf anlegen ohne Vorlagen.

Periodenkennzeichen

Bedarfstermin

Planmenge

Wert

T (= Tag)

<BedTerm1>

100

10,000.00

T (= Tag)

<BedTerm2>

100

10,000.00

T (= Tag)

<BedTerm3>

100

10,000.00

 

Das System findet die Bedarfsart LSF, da die Strategiegruppe auf 10 festgelegt wurde. Siehe Tabelle der Planungsstrategiezuordnungen.

  1. Die Bedarfe werden an die Materialbedarfsplanung übergeben. Die Bedarfs-/Bestandsliste (Logistik ® Produktion ® Bedarfsplanung ® Auswertungen ® Bedarfs/Best.liste) enthält folgende Informationen:

Datum

Dispoelement

Daten zum Dispoelem.

Zugang/Bedarf

Verfügbare Menge

<Heute>

W-BEST

   

0

<BedTerm1>

VP-BED

LSF

100 -

100 -

<BedTerm2>

VP-BED

LSF

100 -

200 -

<BedTerm3>

VP-BED

LSF

100 -

300 -

 

Phase 2: Beschaffung vor Verkauf

  1. Bestellanforderungen werden im Planungslauf angelegt (Logistik ® Produktion ® Bedarfsplanung ® Gesamtplanung). Die Bedarfs-/Bestandsliste enthält folgende Informationen:
  2. Datum

    Dispoelement

    Daten zum Dispoelem.

    Zugang/Bedarf

    Verfügbare Menge

    <Heute>

    W-BEST

       

    0

    <BedTerm1>

    PL-AUF

    1234/LA

    100

    100

    <BedTerm1>

    VP-BED

    LSF

    100 -

    0

    <BedTerm2>

    PL-AUF

    1235/LA

    100

    100

    <BedTerm2>

    VP-BED

    LSF

    100 -

    0

    <BedTerm3>

    PL-AUF

    1236/LA

    100

    100

    <BedTerm3>

    VP-BED

    LSF

    100 -

    0

     

    Diese Bestellanforderungen sind der Ausgangspunkt für die Produktion oder externe Beschaffung. Für die Abwicklung des Beschaffungsprozesses im R/3-System gibt es verschiedene Möglichkeiten. Eine Möglichkeit besteht darin, den Planauftrag in einen Fertigungsauftrag umzusetzen, den Fertigungsauftrag freizugeben und den Wareneingang der Gutmenge zu buchen. Es ist jedoch auch möglich, Retouren oder andere Warenbewegungen zur Lagerfertigung zu verwenden.

  3. Nachdem der Wareneingang für den Auftrag erfolgt ist, werden in der Bedarfs-/Bestandsliste folgende Informationen angezeigt:

Datum

Dispoelement

Daten zum Dispoelem.

Zugang/Bedarf

Verfügbare Menge

<Heute>

W-BEST

   

100

<BedTerm1>

VP-BED

LSF

100 -

0

<BedTerm2>

PL-AUF

1235/LA

100 +

100

<BedTerm2>

VP-BED

LSF

100 -

0

<BedTerm3>

PL-AUF

1236/LA

100 +

100

<BedTerm3>

VP-BED

LSF

100 -

0

 

Phase 3: Kundenauftrag

  1. Ein Kundenauftrag wird für 90 Stück angelegt (Logistik ® Vertrieb ® Verkauf ® Auftrag ® Anlegen).
  2. Folgendes ist zu beachten:

    · Es besteht die Möglichkeit, jede beliebige Menge bis zur Bestandsmenge (in diesem Beispiel 100 Stück) unter Bearbeiten ® Verfügbarkeit prüfen zu bestätigen.

    · Das System findet die Bedarfsart KSL (unter dem Registerkartentitel Beschaffung), da die Strategiegruppe auf 10 gesetzt wurde und es nicht möglich ist, eine andere Bedarfsart auszuwählen. Die Tabelle der Planungsstrategiezuordnungen zeigt diesen Vorgang.

    · Das System findet den Einteilungstyp CP und den Positionstyp TAN, da die Positionstypengruppe auf NORM gesetzt wurde.

  3. Nach der Erfassung des Kundenauftrags enthält die Bedarfs-/Bestandsliste folgende Informationen:
  4. Datum

    Dispoelement

    Daten zum Dispoelem.

    Zugang/Bedarf

    Verfügbare Menge

    <Heute>

    W-BEST

       

    100

    <Heute>

    K-AUFT

    327/010/01

    90 -

     

    <BedTerm1>

    VP-BED

    LSF

    100 -

    0

    <BedTerm2>

    PL-AUF

    1235/LA

    100 +

    100

    <BedTerm2>

    VP-BED

    LSF

    100 -

    0

    <BedTerm3>

    PL-AUF

    1236/LA

    100 +

    100

    <BedTerm3>

    VP-BED

    LSF

    100 -

    0

     

  5. In der Nettoplanung gemäß Strategie 10 legt der Auftrag keinen Bedarf an; der Kundenauftrag wird angezeigt, generiert jedoch keine Planaufträge. Der obenstehenden Tabelle können Sie entnehmen, daß der Auftrag nicht die verfügbare Menge in der rechten Spalte abbaut, die weiterhin 100 Stück beträgt. Wenn Sie die Verfügbarkeitsprüfung durchführen (wählen Sie im Kundenauftrag oder in der Bedarfs-/Bestandsliste Liste ® ATP-Menge berechnen), sind nur 10 Stück verfügbar.
  6. Die Planmenge beträgt immer noch 100 Stück. Der Bedarf entsteht ausschließlich durch den Primärbedarf. Der Planprimärbedarf wurde nicht geändert, und es findet keine Zuordnung statt.

Phase 4: Beschaffung nach Verkauf

Diese Phase trifft nicht auf diese Strategie zu.

Phase 5: Warenausgang für Lieferung und Abbau von Planprimärbedarfen

Nach dem Warenausgang für die Lieferung (Logistik ® Vertrieb ® Versand ® Lieferung ® Anlegen) werden in der Bedarfs-/Bestandsliste folgende Informationen angezeigt:

Datum

Dispoelement

Daten zum Dispoelem.

Zugang/Bedarf

Verfügbare Menge

<Heute>

W-BEST

   

10

<BedTerm1>

VP-BED

LSF

10 -

0

<BedTerm2>

PL-AUF

1235/LA

100 +

100

<BedTerm2>

VP-BED

LSF

100 -

0

<BedTerm3>

PL-AUF

1236/LA

100 +

100

<BedTerm3>

VP-BED

LSF

100 -

0

 

Der Planprimärbedarf wird während der Warenausgangsverarbeitung abgebaut. Auf alte Mengen kann weiterhin zugegriffen werden, entweder über Springen ® Historie Einteilung in der Programmplanung oder über die Gesamtbedarfsliste (Auswertungen ® Gesamtbed. anzeigen vom Menü der Programmplanung aus). Die ausgegebenen Mengen werden im Feld Entnahmemenge angezeigt.

Das System baut immer die ältesten Planprimärbedarfe ab, wenn nicht die Verrechnungsfelder (Verrechnungsmodus, VerInt Vorwärts, VerInt Rückwärts) im Materialstamm oder in der Dispositionsgruppe gepflegt wurden.