Was ist eine Stammdatenhierarchie?
Auf den im EC-EIS bzw. EC-BP verwendeten Merkmalen können hierarchische Beziehungen zwischen den Merkmalswerten definiert und später in der Recherche ausgewertet bzw. in der Unternehmensplanung bearbeitet werden. Sie können beispielsweise eine Hierarchie der Produkte oder Kunden Ihrer Firma abbilden. Sie können verschiedene Varianten einer Hierarchie definieren, die Sie später in Berichten darstellen können. Diese Varianten ermöglichen Ihnen Simulationen und sogenannte ‘What if..?’-Fragestellungen zu analysieren.
Eine Stammdatenhierarchie wird auf den zu einem Merkmal gehörenden Stammdaten (Merkmalswerten) erstellt. Es ist zu beachten, daß es sich bei verschiedenen Merkmalen, die die gleiche Stammdatentabelle verwenden, um die gleiche Stammdatenhierarchie handelt. Auf Merkmalen ohne Stammdatentabellen ist die Pflege externer Hierarchien nicht möglich. Dies gilt für Merkmale, die zu Release 3.0 ohne Prüf- und Texttabelle angelegt wurden.
An dieser Stelle muß darauf hingewiesen werden, daß es sich um Hierarchien auf einem Merkmal handelt. Es können also je Hierarchie nur die Merkmalswerte eines Merkmals hierarchisch angeordnet werden. Ferner darf jeder Merkmalswert in der Hierarchie nur einmal vorkommen. Jeder Wert bleibt also eindeutig in der gesamten Hierarchie.
Es ist möglich, alternative Hierarchien auf dem gleichen Merkmal abzubilden, um damit Simulationen für verschiedene Gruppierungen durchzuführen. Solche alternativen Hierarchien werden unter Hierarchievarianten abgespeichert. Es können bis zu 999 verschiedene Varianten einer Hierarchie auf einem Merkmal angelegt werden.
Hierarchien aus anderen Applikationen (nur im EC-EIS)
Auch in anderen R/3-Applikationen werden Standardhierarchien für bestimmte Objekte gepflegt. Wie bei anderen Merkmalen können Sie eine getrennte Stammdatenhierarchie im EC-EIS anlegen und verschiedene Varianten pflegen. Unter Umständen kann es aber hilfreich sein, im EC-EIS über die Standardhierarchien zu berichten. Sie können diese Standardhierarchien, die in anderen Applikationen angelegt sind, im EC-EIS als Referenzhierarchien verwenden. Dies bedeutet, daß Sie solche Hierarchien nicht nachbilden müssen. Beachten Sie bitte, daß Sie die Referenzhierarchie im EC-EIS nicht ändern dürfen. Änderungen in der Hierarchie müssen in der Originalapplikation vorgenommen werden, z.B. die Standardhierarchie für Kostenstellen muß in der Kostenstellenrechnung gepflegt werden.
Die Referenzhierarchien, die Sie im EC-EIS verwenden können, sind sowohl die Kostenstellen-, Kostenarten- und Profit-Center-Hierarchien als auch die HR Organisationsstuktur, die Gesellschaftsgruppe und Bilanz-/GuV-Struktur. Um eine Referenzhierarchie im EIS sichtbar zu machen, muß das entsprechende Merkmal (z.B. Kostenstelle) im EC-EIS sich auf das Originalobjekt (d.h. Datenelement und Domäne) in der Applikation beziehen. Wenn in einer Applikation eine Hierarchie schon existiert und im Aspekt das entsprechende Merkmal gepflegt ist, erscheint die Hierarchie automatisch zur Auswahl in der Recherche. Falls Sie im EC-EIS auch eine oder mehrere Hierarchievarianten für das Merkmal angelegt haben, werden auch diese angeboten. Im Customizing können Sie pro Hierarchie einstellen, wie sie in einem Bericht angezeigt werden soll.

Um im Berichtswesen eine Hierarchie für Kostenstellen, Kostenarten bzw. Profit Center auswählen zu können, müssen Sie im Bericht das Merkmal Kostenrechnungskreis ausgewählt und eingeschränkt haben.
Um eine Bilanz-/GuV-Struktur auswählen zu können, müssen Sie im Bericht die Merkmale Buchungskreis und Kontenplan ausgewählt und eingeschränkt haben.
Stammdatenhierarchien können auch aus anderen Systemen in EC-EIS bzw. EC-BP übertragen werden. Ausführliche Informationen hierzu finden Sie im Customizing.
Begriffserklärungen
Eine Stammdatenhierarchie definiert hierarchische Beziehungen zwischen Merkmalswerten. Um das zugrundeliegende Konzept zu beschreiben, sind einige Begriffsdefinitionen notwendig.
Jeder in der Hierarchie enthaltene Merkmalswert repräsentiert einen Hierarchieknoten, im folgenden Knoten genannt. Falls ein solcher Knoten noch weitere abhängige Knoten enthält, wird dieser Strukturknoten genannt. Falls ein Knoten keine abhängige Knoten enthält, wird er Endknoten genannt.
Diese Klassifikation bezieht sich nur auf die hierarchische Positionierung des Knotens, also allein auf das Vorhandensein von abhängigen Knoten. Es ist eine weitere Klassifikation bezüglich der Beziehung zu den Stammdaten notwendig.
Ein Knoten, dessen Merkmalswert in den Stammdaten enthalten ist, wird bebuchbarer Knoten genannt. Da beim Verbuchen der Bewegungsdaten die Konsistenz zwischen den Stamm- und Bewegungsdaten geprüft wird, sind genau die durch die Stammdaten repräsentierten Merkmalswerte bebuchbar.
Ein Knoten, dessen Merkmalswert nicht in den Stammdaten enthalten ist, wird nicht bebuchbarer Knoten genannt. Solche Knoten werden mit den zugehörigen Texten in eigenen SAP-EIS-Tabellen gespeichert. Die Pflege dieser Knoten geschieht direkt aus der Hierarchiepflege heraus oder im Anwendungsmenü unter Stammdaten
® Stammdatenhierarchie ® Unbebuchbare Knoten.Die Unterscheidung zwischen bebuchbaren und nicht bebuchbaren Knoten läßt keinerlei Rückschlüsse auf deren hierarchische Positionierung als Strukturknoten oder Endknoten zu. Folgende Kombinationen sind denkbar: bebuchbarer Strukturknoten, bebuchbarer Endknoten, nicht bebuchbarer Strukturknoten, nicht bebuchbarer Endknoten. Diese vier Begriffe werden im Zusammenhang mit Stammdatenhierarchien verwendet. Bitte beachten Sie, daß nur Knoten, die Werte enthalten, in der Präsentation angezeigt werden.
Sehen Sie bitte auch die Abbildung einer Stammdatenhierarchie.
Konsistenz der Stammdatenhierarchie
Eine Stammdatenhierarchie muß nicht alle vorhandenen Merkmalswerte beinhalten. Wenn neue Stammdaten erfaßt werden, hat das keine Auswirkungen auf die Hierarchie.

Jeder Merkmalswert der Stammdatenhierarchie muß entweder als bebuchbarer oder als nicht bebuchbarer Knoten vorhanden sein. Dies bedeutet, daß das Löschen eines Stammdatums automatisch zum Löschen des entsprechenden bebuchbaren Hierarchieknotens führt. Ist dieser ein Strukturknoten, werden auch alle abhängigen Knoten gelöscht.
Da nicht bebuchbare Knoten in Tabellen gespeichert werden, Stammdaten aber auch von anderen Applikationen verwaltet werden können, ist es denkbar, daß ein neues Stammdatum mit einem Merkmalswert erfaßt wird, der schon als nicht bebuchbarer Knoten existiert. In einem solchen Fall wird der nicht bebuchbare Knoten gegen den bebuchbaren ausgetauscht. Es gilt die Regel, daß bebuchbare Knoten Vorrang vor nicht bebuchbaren Knoten haben.
Die Pflege einer Stammdatenhierarchie ist unter
Stammdatenhierarchie pflegen erläutert.