Gerechnete Kennzahlen pflegen 

Sie pflegen die gerechneten Kennzahlen eines Aspekts im EC-EIS-Anwendungsmenü unter Informationssystem ® Kennzahlen ® Pflegen. Um eine Kennzahl anzulegen oder zu ändern, gehen Sie folgendermaßen vor:

  1. Geben Sie den Aspekt ein, für den Sie die Kennzahl pflegen wollen. Wählen Sie Kennzahlen bearbeiten.
  2. Geben Sie den Namen einer neuen Kennzahl ein oder den Namen einer vorhandenen Kennzahl. Wählen Sie Kennzahl ® Anlegen bzw. Ändern.
  3. Pflegen Sie das Kurzwort, die Bezeichnung und geben Sie eine Formel ein. Die Formelbestandteile sind durch Leerzeichen zu trennen.

Formel

Bedeutung

ERLOS – COST

normale Subtraktion

ERLOS MAX COST

Maximum von ERLOS und COST

ERLOS %A COST

prozentualer Anteil von ERLOS an COST

ERLOS + ABS ( COST)

Summe von ERLOS und dem Absolutbetrag von COST

 

Mit der Funktion Zusätze ® Basisfelder ® Anzeigen können Sie sich die möglichen Eingangsgrößen für die Formel anzeigen lassen. Mit der Funktion Basisfelder umschalten können Sie zwischen Basiskennzahlen, schon angelegten Kennzahlen und Konstanten wechseln. Weitere Informationen zu Konstanten finden Sie unter Konstanten anlegen.

Folgende Operatoren werden in Formeln unterstützt:

 

Operator

Bedeutung

+, –, *, /

Grundrechenarten

%

prozentuale Abweichung (d.h. a % b = 100 * (a – b) / abs(b)

%A

prozentualer Anteil (d.h. a %A b = 100 * a / b)

%T

prozentualer Anteil an der Gesamtsumme 1

%S

prozentualer Anteil an der Summe 2

RC

prozentualer Anteil an der Summe * Operand 2

TC

prozentualer Anteil an der Gesamtsumme * Operand 1

**

Potenzierung

=

Zuweisung

ABS

Absolutbetrag

CNT

1, wenn Operand <> 0, sonst 0

COS

Cosinus

DIV

ganzzahlige Division

DTA

Sprungfunktion: 1, wenn Operand gleich 0, sonst 0

EXP

Exponentialfunktion

LOG

Logarithmus

MAX

Maximum

MX0

Maximum von Operand und 0

MIN

Minimum

MN0

Minimum von Operand und 0

MOD

Rest bei ganzzahliger Division

NDI

Kennzahlwert ohne Dimension

REF

Wert 1 ohne Dimension 2

SIN

Sinus

SQT

Quadratwurzel

 

Legende:

  1. Dieser Operator kann nur bei der Pflege von Formularen für Rechercheberichte verwendet werden. Gesamtsumme bedeutet der Wert in der Ergebniszeile, wenn über alle Merkmale aggregiert worden ist.
  2. Dieser Operator kann nur bei der Pflege von Formularen für Rechercheberichte verwendet werden. Summe bedeutet der Wert in der Ergebniszeile für den aktuellen Aufriß.

Über Bearbeiten ® Formel editieren können Sie Zeilen im Formelbereich löschen, einfügen usw.

Kennzahlformeln können eine maximale Länge von 4096 Zeichen haben. Beachten Sie, daß eine Kennzahl für das Infosystem intern aufgelöst wird.

Bevor Sie die Formel sichern, müssen Sie die Funktion Bearbeiten ® Formel prüfen ausführen. Die Formel wird auf syntaktische Richtigkeit geprüft, die Formelstufen werden erzeugt und die technischen Attribute werden auf Defaultwerte gesetzt. Formelstufen sind die Auflösung der Kennzahlformel in elementare Berechnungsschritte (Stufen). Nach der syntaktischen Prüfung erfolgt eine Prüfung der Kennzahl auf formale Richtigkeit. Es wird beispielsweise geprüft, daß keine Mengen und Werte addiert werden.

Um die Kennzahl auf die in der Datenbank gespeicherte Form oder auf die zuletzt gesicherte Form zurückzusetzen, können Sie die Funktion Bearbeiten ® Formel rücksetzen benutzen.

Durch die Funktion Bearbeiten ® Formel auflösen werden in der Formel verwendete Kennzahlen iterativ durch ihre definierende Formel ersetzt, bis die Formel nur noch Basiskennzahlen und Konstanten als Eingangsgrößen enthält.

Mit der Funktion Zusätze ® Formel(n) holen können Sie die Formeln zu Kennzahlen in den unteren Formelbereich einlesen, bzw. daraus entfernen. Die Kennzahlen können durch die Eingabe des Namens bzw. über die Untergruppe spezifiziert werden.

Mit der Funktion Zusätze ® Blättern umschalten können Sie zwischen dem oberen und unteren Formelbereich das Blättern umschalten.

Mit der Funktion Zusätze ® Rekursion prüfen prüfen Sie, ob zwischen Kennzahlen rekursive Beziehungen bestehen.

Die Funktion Zusätze ® EIS-Stufenform dient nur internen Testzwecken.

Über die Funktion Zusätze ® Formeln auswerten können Sie die Kennzahlentransaktion als Taschenrechner verwenden. Nach der Eingabe von Werten in die Basisfelder (Basiswerte eingeben) können Sie aus den Formeln die Werte der Kennzahlen errechnen lassen (Kennzahlen berechnen). Die Anzeige der errechneten Werte erfolgt auf dem Formelstufenbild (Springen ® Formelstufen). Sie müssen ggf. zwischen Wert- und Attributanzeige umschalten (Zusätze ® Werte/Attribute).

Beim Ausführen der Funktion Formelstufen kommen Sie auf ein weiteres Bild. Hier wird angezeigt, in welchen Stufen die Kennzahl berechnet wird. Außerdem können Sie die sachliche und die zeitbezogene Aggregation, das Zeitbezugsfeld, das Nicht-Aggregations-Kennzeichen und das Zahlenformat (Anzahl Dezimalstellen und Skalierung) einstellen.

Aggregation von Kennzahlen

Wichtig für die Verwendung der Kennzahlen in der Präsentation ist das Aggregationsverhalten der einzelnen Kennzahlen. Dieses bestimmt, ob und wie Kennzahlen über Merkmale in einem Bericht aggregiert werden. Für Basiskennzahlen gibt es zwei mögliche Arten von Aggregationsverhalten.

  1. Die zeitliche Aggregation gibt an, wie die Kennzahl bezüglich der Zeit verdichtet werden soll. Im folgenden Beispiel wäre es nicht sinnvoll, die Anzahl der Mitarbeiter über die Perioden zu summieren, jedoch über die Perioden den Durchschnitt zu bilden. Bei Aktienkursen ist das Maximum, das Minimum und der Durchschnitt innerhalb einer Periode von Interesse und nicht etwa die Summe. In solchen Fällen müssen Sie ein Bezugsfeld (d. h. die kleinste Zeiteinheit des Aspekts) angeben. Die Kennzahl muß für jeden Merkmalswert dieses Bezugsfeldes gebucht werden, d.h. Anzahl Mitarbeiter jeden Monat.
  2. Die sachliche Aggregation gibt an, wie die Kennzahl über ein Merkmal ohne Zeitbezug verdichtet werden soll. Im folgenden Beispiel wird die Anzahl Mitarbeiter über die Kostenstellen summiert, weil das Merkmal Kostenstelle keinen Zeitbezug hat.

Sie können für jede Kennzahl eine sachliche (nicht-zeitbezogene) und eine zeitliche Aggregationsregel pflegen.

Basiskennzahl Anzahl Mitarbeiter ist definiert als:

 

Feldname

Bedeutung

Aggregation

Zeitliche Aggr.

Bezugsfeld

ANZMA

Anz.Mitarb.

SUM

AVG

&PERI

 

Die Anzahl Mitarbeiter muß für jeden Monat ( &PERI ) gebucht werden.

In einem Ad-Hoc-Bericht wird nun diese Basiskennzahl verwendet.

 

Perioden

Anzahl Mitarbeiter

 

001.1995

10

 

002.1995

15

 

003.1995

35

 

Ergebnis

20

(Durchschnittswert)

 

Ein Aufriß der Periode 2 nach Kostenstelle ergibt:

 

Kostenstellen

Anzahl Mitarbeiter

 

010

5

 

020

7

 

030

3

 

Ergebnis

15

(Summe)

 

Folgende Funktionen stehen für die zeitliche Aggregation zur Verfügung:

 

Funktion

Bedeutung

AVG

Durchschnitt

CNT

Zähler

FIR

erster Wert

LAS

letzter Wert

MAX

Maximum

MIN

Minimum

NOP

keine Aggregation

SC+

Summation, wenn > 0

SC-

Summation, wenn < 0

STD

Standardabweichung

SUM

Summation

VAR

Varianz

 

Folgende Funktionen stehen für die sachliche Aggregation zur Verfügung:

 

Funktion

Bedeutung

MAX

Maximum

MIN

Minimum

NOP

keine Aggregation

SC+

Summation, wenn > 0

SC-

Summation, wenn < 0

SUM

Summation

 

Bezugsfeld für die zeitliche Aggregation

Wenn Sie ein zeitliches Aggregationverhalten anders als SUM für eine Kennzahl definieren, müssen Sie ein Bezugsfeld pflegen. Es muß ein gültiges Merkmal vom Typ D und gleichzeitig die kleinste Zeiteinheit des Aspekts sein. (Sie haben die Möglichkeit, die von SAP ausgelieferte Variable &PERI stellvertretend für Geschäftsjahr und Periode zu verwenden.) Das Zeitbezugsfeld soll dasjenige Feld sein, das die genaueste zeitliche Information im betreffenden Aspekt trägt. Nach dieser Regel wäre das Feld Buchungsdatum dem Feld Geschäftsjahr vorzuziehen.

Alle Kennzahlen in einem Bericht müssen dasselbe Zeitbezugsfeld besitzen.

Werden Basiskennzahlen mit einer anderen zeitlichen Aggregation als SUM versehen, können darauf keine Kennzahlen mit einer abweichenden Aggregation definiert werden.

Beispiel: Um eine Kennzahl maximaler Lagerbestand zu bilden, die periodenbezogen den maximalen Lagerbestand ausweist (d.h., zeitliche Aggregation MAX und Zeitbezugsfeld &PERI ), wäre gemäß dieser Regel folgendermaßen vorzugehen:

· Kennzahl Lagerbestand mit der zeitlichen Aggregation SUM führen

· Definieren einer Kennzahl durchschnittlicher Lagerbestand mit der zeitlichen Aggregation AVG und dem Zeitbezugsfeld &PERI

Nicht-Aggregations-Kennzeichen

Das Nicht-Aggregations-Kennzeichen muß gesetzt sein, wenn in einem Bericht die Kennzahl nicht sinnvoll aus vorliegenden Einzelposten aggregiert werden kann. Beispielsweise ist der Umsatz pro Mitarbeiter über alle Werke nicht aus den jeweiligen Kennzahlen für die einzelnen Werke einfach aufzuaddieren, sondern ergibt sich aus dem kumulierten Umsatz und der Summe aller Mitarbeiter. D.h., die Kennzahl muß in der Ergebniszeile aufgrund der Formel neu errechnet werden.

 

Monat

Umsatz

Mitarbeiter

Umsatz/Mitarbeiter

Werk 1

100

1000

0,1

Werk 2

1000

100

10

Ergebnis

1100

1100

10,1 oder 1?

 

Im obigen Beispiel ist es wichtig, in der Ergebniszeile zwischen den Spalten Umsatz und Mitarbeiter einerseits und Umsatz/Mitarbeiter andererseits zu unterscheiden: Während die Felder der ersten beiden Spalten durch Aggregation der Werte aus den Einzelwerken gefüllt werden, muß für die dritte Spalte dieselbe Formel verwendet werden wie für die Einzelwerke. Das korrekte Ergebnis für den Umsatz pro Mitarbeiter über alle Werke ist also 1 (und nicht etwa 10,1).

Das Nicht-Aggregations-Kennzeichen muß gesetzt werden, wenn

 

Kennzahlgruppen

Es ist möglich, Kennzahlgruppen zu bilden und Kennzahlen einer Kennzahlgruppe zuzuordnen. Diese Kennzahlgruppe kann dann bei der Berichtsdefinition verwendet werden, um die Kennzahlauswahl übersichtlicher zu gestalten. Bevor Sie während der Kennzahlpflege eine Kennzahl einer Kennzahlgruppe zuordnen können, müssen Sie im Customizing Kennzahlgruppen angelegt haben.