Definition des Anlagengitters 

Verwendung

Das Anlagengitter ist die wichtigste und umfassendste Auswertung zum Jahresabschluß oder für einen Zwischenabschluß. Wie alle anderen Listen kann es mit beliebigen Sortiervarianten und Summierung auf jeder gewünschten Gruppenstufe aufgestellt werden. Zusätzlich können Sie eine kompakte Summenliste ohne Informationen über die Einzelanlagen erstellen.

Funktionsumfang

Da der Aufbau des Anlagengitters stark von länderspezifischen, steuerrechtlichen Besonderheiten abhängt, können Sie beim Anlagengitter außerdem den Zeilen- und Spaltenaufbau sowie die in einer Gitterzelle auzuweisenden Werte frei definieren.

Grundversionen des Anlagengitters

SAP liefert länderspezifische Versionen des Anlagengitters aus, die den jeweiligen gesetzlichen Anforderungen (z.B. 4. EG-Richtlinie) genügen. Zusätzlich sind weitere Gitterversionen (z.B. zur Darstellung der Sonderposten-Entwicklung) vorhanden.

Vollständigkeit

Beim Erstellen eines Anlagengitters vermerkt das System im Kopf jeder Ausgabeseite, ob das Anlagengitter mit einer vollständigen oder unvollständigen Version gebildet wurde.

Eine Anlagengitterversion heißt "vollständig", wenn der Betrag jeder gitterrelevanten Bewegung und - falls vorhanden - jede der zugehörigen anteiligen Wertberichtigungen in mindestens eine Gitterposition einfließen. Gitterrelevant sind Anschaffungs- und Herstellungskosten, Anzahlungen, Investitionszuschüsse, Zuschreibungen.

Eine Anlagengitterversion ist daher genau dann vollständig, wenn gilt:

Im Falle der Vollständigkeit erscheint bei der Definition der Anlagengitterversion auf dem Positions-Übersichtsbild automatisch das Vollständigkeitskennzeichen.

Bei der Pflege einer Anlagengitterversion im Anlagen-Customizing kann ein Protokoll der Vollständigkeitsprüfung angefordert werden. Aus diesem Protokoll ist im Zweifelsfalle ersichtlich, warum die fragliche Gitterversion nicht vollständig ist.

Beachten Sie bitte, daß die Vollständigkeit der ausgelieferten Gitterversionen nur im Customizing-Umfeld der Standardauslieferung gewährleistet ist. Beispielsweise kann die Definition eigener Bewegungsarten diese Vollständigkeit beeinträchtigen.

Außerdem ist zu berücksichtigen, daß eine formal unvollständige Gitterversion nicht zwangsläufig betriebswirtschaftlich falsch ist.

Definition einer Gitterversion

Wenn eine neue Gitterversion hinzugefügt werden soll, muß diese zunächst durch ein 4-stelliges Kürzel benannt werden. Dieses Kürzel ist später dem Anlagengitter-Report als Parameter mitzugeben, um die gewünschte Gitterversion zu realisieren (auf der zweiten Seite des Report-Anforderungsbildes).

Neue Versionen definieren Sie im FI-AA-Customizing (Gitterversionen definieren). Dort müssen Sie den Spalten- und Zeilenaufbau des Gitters festlegen. Maximal sind 10 Zeilen und 8 Spalten möglich, mindestens jedoch muß eine Gitterversion 2 Spalten haben. Die erste Spalte ist immer "00", die letzte immer "99". Alle weiteren Spaltennummern müssen zwischen "01" und "80" liegen. Als ersten Schritt sollten Sie sich daher zweckmäßigerweise überlegen, welche Zeilen und Spalten Sie benötigen. Geben Sie diese in freie Felder für die Zeilen- bzw. Spaltenfelder ein. Werden mehr als 5 Spalten benötigt, muß entsprechend in den Spalten nach rechts geblättert werden. Bei Datenfreigabe werden die Zeilen und Spalten an ihre richige Stelle sortiert.

Um bereits bestehende Zeilen/Spalten wieder zu löschen, müssen Sie die Zeilen-/Spaltennummer mit Blanks überschreiben. Außerdem können Sie Zeilen/Spalten duplizieren, indem Sie die bestehende Zeilen-/Spaltennummer mit der neuen gewünschten Nummer überschreiben.

Dann müssen Sie alle Überschriften zu den angelegten Gitterpositionen erfassen. Eine Gitterposition die in einer anderen Sprache bereits angelegt ist, für die jedoch in der Pflegesprache noch keine Bezeichnung erfaßt wurde, ist durch einen "*" gekennzeichnet. Um zu definieren, welche Anlagenbewegungen in welche Gitterpositionen fließen sollen, können Sie durch Auswählen nacheinander in die einzelnen Gitterpositionen gehen.

Bitte beachten Sie bei der Definition kundeneigener Gitterversionen folgendes:

Der Schlüssel kundeneigener Gitterversionen muß mit „Z" beginnen, damit bei einem Releasewechsel diese Kundenversion vom System erkannt und nicht überschrieben wird. Aus demselben Grund sollten Sie auch keine ausgelieferten Standarversionen modifizieren. Kopieren Sie in diesem Fall eine Standardversion und führen Sie Ihre Modifikationen an dieser Kopie durch (Schlüsselbeginn „Z").

Gittergruppen

Im Detailbild zur jeweiligen Gitterposition erhalten Sie eine Liste der sogenannten Gittergruppen. Im ausgelieferten Zustand des Systems handelt es sich hierbei um die gitterrelevanten Bewegungsartengruppen sowie um die Sondergruppen YA (Jahresanfangswerte), YY (Jahreswerte) und YZ (Jahresendwerte). Als gitterrelevant werden hierbei die Bewegungsartengruppen für

betrachtet. Zu jeder Gittergruppe gehören 8 Kennzeichen, die für je eine Gitter-Untergruppe stehen. Durch Ankreuzen dieser Kennzeichen in der ausgewählten Gitterposition definieren Sie, daß die zugehörigen Wertfelder in diese Gitterposition einfließen sollen. Welche Wertfelder durch die Gitter-Untergruppen repräsentiert werden, sehen Sie in der nachfolgenden Auflistung.. Gitter-Untergruppen die bereits in eine andere, als die ausgewählte Gitterposition zugeordnet sind, erkennen Sie an einem Punkt. Durch F7=Info auf das entsprechende Kennzeichen können Sie feststellen, in welche Gitterpositionen die Werte der Bewegungsarten-Untergruppe fließen.

Die im Rahmen der Standardeinstellung ausgelieferten Gittergruppen gewährleisten, daß bei der Definition einer Gittervariante alle Bewegungen gleich behandelt werden, deren Bewegungsarten der gleichen Bewegungsartengruppe angehören. Dies ist in aller Regel sinnvoll und ausreichend. Lediglich dann, wenn Bewegungsarten der gleichen Bewegungsartengruppe in verschiedene Positionen einfließen sollen, kann in der Definition der Bewegungsarten eine von der Bewegungsartengruppe abweichende Gittergruppe eingestellt werden. Hierzu können Sie im Anlagen-Customizing völlig neue Gittergruppen definieren. Bitte beachten Sie auch hier, daß kundeneigene Gittergruppen mit „Z" beginnen müssen, um sie vor dem Überschreiben bei Releasewechsel zu schützen.

Grafik: Anlagengitterdefinition

Gitter-Untergruppen und zugehörige Wertfelder

Die Bedeutung der Gitter-Untergruppen ist nicht ganz einheitlich und wird daher für die Standard-Gittergruppen im folgenden erklärt.

Die Gitter-Untergruppen haben folgende Bedeutung:

Die Gitter-Untergruppen haben folgende Bedeutung:

Die Gitter-Untergruppen haben folgende Bedeutung:

Hier sind nur 4 Gitter-Untergruppen möglich, und zwar

Die Gitter-Untergruppen haben folgende Bedeutung:

Anteilige Werte entstehen beispielsweise bei Gittergruppen für Abgänge, Umbuchungen, Nachaktivierungen.