Budgetüberwachung per statistischen Auftrag/PSP-Element 

Verwendung

Für die controllingorientierte Verwaltung umfangreicher Anlageninvestitionen steht die R/3-Komponente IM zur Verfügung (vgl. R/3-Bibliothek: Investitionsmanagement). Diese Komponente ermöglicht die parallele, kostenrechnerische und buchhalterische Abwicklung von Anlageninvestitionen in Form von Gemeinkostenaufträgen oder PSP-Elementen (PSP = Projektstrukturplan) und zugehörigen Anlagen im Bau. Die Aufträge bzw. Projekte sind hierbei das primäre Kontierungsobjekt und müssen periodisch in die Anlagenbuchhaltung abgerechnet werden. Ein Auftrag bzw. ein PSP-Element mit zugeordneter Anlage im Bau wird "Investitionsmaßnahme" bezeichnet.

Bei diesem Verfahren erscheinen alle auf eine Investitionsmaßnahme kontierten Belastungen zunächst temporär in der Kostenrechnung und GuV (auch solche, die eigentlich Anlagenbestand sind). Die aktivierungspflichtigen Belastungen werden dann bei der periodischen Abrechnung wieder ausgeglichen und auf die zugehörige Anlage im Bau belastet. Auf diese Weise ist es möglich, auf einer Investitionsmaßnahme sowohl aktivierungspflichtige als auch nicht-aktivierungspflichtige Belastungen zu verwalten.

Alle Funktionen der Anlagenbuchhaltung für Anlagen im Bau (z.B. Sonderabschreibungen, Investitionsförderungen) stehen auch für Investitionsmaßnahmen zur Verfügung. Zusätzlich sind Funktionen vorhanden, die es auf selbständigen Anlagen im Bau nicht gibt:

Bei Anlageninvestitionen, die keine Im-Bau-Phase haben sollen Zugänge im allgemeinen direkt in der Anlagenbuchhaltung aktiviert werden. Kostenrechnungsseitig sollen dennoch Planwerte, Budgets und Obligos verwaltet werden, um Soll/Ist-Vergleiche durchführen zu können.

Funktionsumfang

Deshalb ist es im System FI-AA möglich, Anlagenbewegungen direkt auf Anlage und gleichzeitig statistisch auf einem Innenauftrag oder einem PSP-Element mitzubuchen (PSP = Projekt-Strukturplan).

Die Eigenschaft "statistisch" erhält ein Auftrag bzw. ein PSP-Element durch ein entsprechendes Kennzeichen im Musterauftrag bzw. Projektprofil (oder direkt im Auftrags-/PSP-Element-Stammsatz). Ein statistischer Auftrag/PSP-Element kann nicht abgerechnet werden. Er dient nur der Planung und Budgetüberwachung. Nicht-aktivierungsfähige Belastungen (interne Leistungsverrechnungen), die das statistische Budget belasten sollen, müssen Sie deshalb mit einer weiteren CO-Kontierung (z.B. Kostenstelle) direkt auf den statistischen Auftrag/PSP-Element buchen. Durch die weitere CO-Kontierung ist sichergestellt, daß diese Kosten in Rahmen der weiteren CO-Abrechnung berücksichtigt werden.

Statistischer Auftrag/PSP-Element Investitionskontierung

Hierfür können Sie im Anlagenstammsatz (bei den Herkunftsdaten) einen CO-Auftrag oder ein PSP-Element als Investitionskontierung hinterlegen. Dieser Auftrag/PSP-Element wird dann automatisch bei den entsprechenden Anlagenbewegungen statistisch mitgebucht. Daneben kann auch direkt in der Buchungstransaktion eines Geschäftsvorfalls eine entsprechende Zusatzkontierung (Auftrag/PSP-Element) angegeben werden.

In den Steuerungsdaten eines Auftrags- oder PSP-Elementstammsatzes können Sie festlegen, daß der Auftrag/PSP-Element statistischen Zwecken dient. Der Auftrag/PSP-Element kann dann nicht abgerechnet werden.

Obligos

Bei Bestellungen auf Anlage erzeugt das System ein statistisches Obligo auf dem zugehörigen Projekt. Dieses Obligo wird beim Buchen des Waren- bzw. Rechnungseingangs automatisch aufgelöst.

Aktive Budgetüberwachung

Neben einer passiven Verfügbarkeitskontrolle mit Reporting-Mitteln ist im System eine "aktive Verfügbarkeitskontrolle" realisiert, die eine zu hohe Verfügung bereits zum Zeitpunkt der Entstehung verhindern kann. Das System prüft beim Erfassen von bestimmten Vorgängen ob das verfügbare Projektbudget bzw. das verfügbare freigegebene Budget (Freigabe) noch ausreicht. Dabei werden die per Customizing eingestellten Toleranzgrenzen für die Verfügbarkeitskontrolle berücksichtigt.

Wenn Sie die aktive Verfügbarkeitskontrolle nutzen möchten, müssen Sie dies in den Budgetprofilen der statistischen Aufträge/PSP-Elemente festlegen.

Aktivitäten

Die generelle Steuerung, ob für Aufträge bzw. PSP-Elemente einen Budget überwacht werden soll, erfolgt über ein Kennzeichen im verwendeten Budgetprofil. Das Budgetprofil wiederum wird in der Auftragsart bzw. dem Projektprofil hinterlegt. Außerdem ist es erforderlich, entsprechende Toleranzgrenzen zu definieren. Vergleichen Sie hierzu bitte die Ausführungen im Einführungsleitfaden der Systeme CO-OM-OPA (Gemeinkostenaufträge) bzw. PS (Projektsystem).

Für das statistische Mitbuchen auf Aufträgen bzw. PSP-Elementen gelten weiterhin folgende Voraussetzungen:

Die beschriebenen Systemeinstellungen können Sie per FI-AA-Customizing vornehmen (Vorgänge ® Budgetüberwachung).

Anzahlungen und Abrechnungen von einem Auftrag/PSP-Element an eine Anlage können nicht statistisch mitgebucht werden, da es sich hierbei um Geschäftsvorfälle handelt, die Anlagen im Bau betreffen. Die Budgetüberwachung bezüglich Anlagen im Bau sollten Sie mit Hilfe der Komponente "Investitionsmaßnahmen" des Systems IM realisieren.

Integration

Die statistischen Aufträge/PSP-Elemente können Sie in die Abschreibungsvorausschau der Anlagenbuchhaltung einbeziehen (vgl. Simulation und Simulation/Abschreibungsvorausschau) . Voraussetzung hierfür ist, daß die statistischen Aufträge/PSP-Elemente

Haushaltsmanagement

Neben der Budgetüberwachung per statistischen Auftrag/Projekt ist es möglich, die Budgetüberwachung für Anlagen mit Hilfe des Systems "Haushaltsmangement" durchzuführen. Setzen Sie in diesem Fall ebenfalls in den betroffenen Bewegungsarten das oben beschriebenen Kennzeichen für die Budgetrelevanz. Beachten Sie jedoch, daß die Standardauslieferungen bezüglich dieses Bewegungsartenkennzeichens sich an der Budgetüberwachung per statistischen Auftrag/Projekt orientieren.

Außerdem muß die Bildaufbausteuerung der betroffenen Anlagenkonten die Kontierung auf eine Finanzposition vorsehen. Vergleichen Sie hierzu bitte die Dokumentation des Systems "FI - Haushaltsmanagement".