Stichprobeninventur (MM-IM-PI) 
Einsatzmöglichkeiten
Diese Komponente ermöglicht es, den Zeit- und Kostenaufwand für eine Inventur erheblich zu verringern, indem nur der Bestand einzelner Materialien festgestellt und das Zählergebnis für alle Bestandseinheiten hochgerechnet wird.
Je mehr Materialien in einem Unternehmen gelagert werden, desto aufwendiger ist es, eine Inventur durch Zählung sämtlicher Bestände vorzunehmen. Das Prinzip der Hochrechnung bei einer Stichprobenauswahl wird zum Beispiel auch in der Qualitätsprüfung angewandt: Lediglich eine bestimmte Stichprobe wird geprüft, und das Ergebnis wird auf die gesamte Menge hochgerechnet.
Solche Rückschlüsse von einigen Zählungen auf alle Bestandseinheiten sind allerdings nur dann zulässig, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind:
Zur Durchführung der Stichprobeninventur dienen mathematisch-statistische Verfahren:
Im Falle einer erfolgreichen Stichprobeninventur wird davon ausgegangen, daß die geschätzten Abweichungen vom Buchbestand derart gering sind, daß sie vernachlässigt werden können. Lediglich der Bestand zu den Elementen, die tatsächlich gezählt wurden, wird wie bei der "normalen" Inventur korrigiert; die Bestände der übrigen Bestandseinheiten bleiben unverändert.
Wenn eine Stichprobeninventur nicht erfolgreich ist, so muß für die nicht gezählten Bestandseinheiten eine vollständige Inventur durchgeführt werden.
Integration
Die Stichprobeninventur kann in den Bereichen Bestandsführung und Lagerverwaltung eingesetzt werden. Die Vorgehensweise ist in beiden Bereichen dieselbe; ein Unterschied besteht lediglich in der Auswahl der zu inventarisierenden Objekte:
Die Inventur erfolgt über Auswahl der Materialien nach Werk, Lagerort, Materialart und Bestandsart.
Die Inventur erfolgt über Auswahl der Lagerplätze nach Lagernummer und Lagertyp.
Funktionsumfang
Die Stichprobeninventur ist wie die "normale" Inventur nach zwei Verfahren durchführbar:
Hier erfolgen die Zählungen zu einem Stichtag. Bewegungen im Lager sowie Veränderungen der Buchbestände sind während der Inventur nicht erlaubt.
Hier erfolgen die Zählungen über einen längeren Zeitraum. Die Daten der Stichprobeninventur werden dabei von Zeit zu Zeit auf den neuesten Stand der Buchbestände aktualisiert. Veränderungen der Buchbestände gehen so in die Berechnungen der Stichprobeninventur ein.
Im R/3-System gibt es keine Unterschiede zwischen den beiden Verfahren; weder in den Bearbeitungsschritten bei der Durchführung noch in den Berechnungen des Systems. Bei der Stichtags-Stichprobeninventur muß allerdings organisatorisch sichergestellt sein, daß die Buchwerte während der Stichprobeninventur nicht verändert werden.
Verfahren der Hochrechnung
Als Hochrechnungsverfahren sind verschiedene mathematische Verfahren möglich; das R/3-System benutzt das Verfahren der Mittelwertschätzung.